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Wanddurchbruch selber machen – hilfreiche Tipps

Sophie Pussehl Sophie Pussehl
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Großzügig geschnittene Räume mit offenem Charakter geben uns ein Gefühl von Freiheit. Hier kann man so richtig durchatmen und sich uneingeschränkt bewegen. Sie verleihen der Wohnung oder dem Haus viel Helligkeit und wirken dadurch überaus freundlich und einladend. In großen Räumen steht mehr Platz zur Verfügung, der vielfältig genutzt werden kann. Darüberhinaus bieten sie eine Menge Gestaltungsfreiheit. 

Viele wünschen sich mehr Platz in den eigenen vier Wänden. Da kommt schnell die Vorstellung auf, dass sich zwei Räume doch auch gut zu einem umgestalten lassen würden – wenn da nicht die Wand dazwischen wäre. Hier stellt sich dann die Frage, ob diese Wand nicht einfach eingerissen werden kann? Das ist eventuell möglich, muss zuvor aber unbedingt überprüft werden. Von der Verwirklichung eines großen Raumes hängt nämlich ab, ob die Wand tragend oder – wie im besseren Fall – nichttragend ist. Sollte es möglich sein und ihr den Wanddurchbruch selber machen, haben wir folgend ein paar hilfreiche Tipps für euch.

1. Rat vom Statiker

Hanggleiter:  Wohnzimmer von Q-rt Architektur
Q-rt Architektur

Hanggleiter

Q-rt Architektur

Wie bereits erwähnt, ist es überaus wichtig vorab zu klären, ob die vorgesehene Wand eingerissen werden kann oder nicht. Für Laien ist das meist gar nicht so leicht einzuschätzen. Daher sollte unbedingt vor Beginn der Arbeiten der Bauplan eingesehen werden. Wenn euch dieser in euren eigenen Unterlagen nicht vorliegt, können Pläne auch meist im zuständigen Bauaufsichtsamt angefordert werden. Sollte kein Plan vorhanden sein oder ihr seid euch nicht eindeutig sicher, muss ein Statiker oder Architekt hinzugezogen werden. Die Kosten eines Statiker-Gutachtens belaufen sich in etwa um die 450 Euro, was aber durchaus variieren und auch teurer werden kann. Das Geld ist aber in jedem Falle gut investiert. 

Was beispielsweise Mieter betrifft, so dürfen diese nicht einfach Wände einreißen. Dazu bedarf es einer schriftlichen Genehmigung des Vermieters. Geht es beim Wanddurchbruch sogar um eine Außenwand, die eingerissen werden soll, so ist hier meistens zusätzlich noch eine Baugenehmigung notwendig, da dieser Vorgang das äußere Erscheinungsbild des Hauses verändert. Tipp: Plant den Wanddurchbruch sehr sorgfältig und holt euch bei Unsicherheiten fachmännischen Rat, denn das ist der einzige Schutz gegen eventuelle Folgeschäden.

2. Tragende und nichttragende Wand erkennen

Zu-/Umbau Haus "Bühlmattenweg", Muri AG:  Wohnzimmer von a4D Architekten AG
a4D Architekten AG

Zu-/Umbau Haus Bühlmattenweg, Muri AG

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Grundlegend lassen sich Innenwände unterscheiden in tragende und nichttragende Wände. Dabei sind diese nicht ohne Weiteres von einander zu unterscheiden. Mit die sicherste Regel hierbei ist, dass Außenwände von Häusern fast immer tragend sind. Aber auch in den Innenräumen gibt es tragende Wände. Während diese eine Stützfunktion haben und nur nach sorgfältiger Planung und mit großer Vorsicht durchbrochen werden können, dienen nichttragende Wände zumeist dazu, Räumlichkeiten zu schaffen.

Nichttragende Wände sind daran gut zu erkennen, dass sie einen hohlen Klang beim Klopfen hinterlassen. Grund dafür ist das Baumaterial. Nichttragende Wände sind zumeist aus Stahl-Holz-Gerüst sowie Gipskartonplatten gefertigt und in der Regel schmaler als tragende Wände. Allerdings sind nichttragende Wände häufig mit Versorgungsleitungen für Strom, Gas und Wasser versehen sowie mit Telefonbuchsen und Internetanschlüssen, wobei sich letztere zwei noch relativ einfach umlegen lassen. Bei Versorgungsleitungen sieht es da schon anders aus. Deshalb gilt auch hier: Bei Unsicherheiten den Profi zu Rate ziehen und beim Umlegen von Leitungen einen Installateur beauftragen.

3. Methoden

Um einen Wanddurchbruch selber zu machen, gibt es verschiedene Methoden der Umsetzung.

Zum einen könnt ihr auf Hammer und Meißel zurückgreifen. Dies allerdings kann lange dauern und ist zudem sehr mühsam. Eine schnellere und effizientere Variante stellt hierzu der Schlagbohrhammer dar. Allerdings sollte darauf geachtet werden, dass beim Einsatz dieses relativ schweren Gerätes nicht mehr als nötig zerstört wird.  

Zum anderen könnt ihr den Wanddurchbruch durch Schneiden mit großen Winkelschleifern vollziehen. Mit Diamantscheiben ausgestattet, kann mittels der Winkelschleifen die Wand aufgetrennt werden. Dies ist eine elegantere und schonendere Möglichkeit einen Wanddurchbruch zu vollziehen. Besonders gut funktioniert diese Methode bei Gipskarton und Leichtbausteinen aus Porenbeton. Bei Wänden mit Metallarmierungen hingegen kann es Schwierigkeiten geben.  

Eine weitere Möglichkeit stellt der Kernbohrer dar. Dieser eignet sich besonders gut für kleine, runde Durchbrüche wie zum Beispiel für Abluftschächte von Dunstabzugshauben. Mittels des Bohrers lassen sich Löcher in die Wand fräsen, wobei der ausgeschnittene Wandteil im Bohrer haften bleibt. Damit stellt diese Variante eine deutlich saubere Vorgehensweise dar.

4. Vorbereitungen & Durchführung

Ein Wanddurchbruch macht vor allem eins: jede Menge Dreck. Daher ist es ratsam, die Baustelle zunächst mit Folien und Abklebungen von den restlichen Räumlichkeiten abzuschotten. Der feine Staub nämlich, der zwangsläufig entsteht, setzt sich ansonsten im gesamten Haus ab. Ist dies geschehen, so wird zunächst die durchzubrechende Fläche auf der Wand angezeichnet, wobei bis hierhin alle Prüfungen hinsichtlich der Statik und von Versorgungsleitungen stattgefunden haben muss. Achtet beim Anzeichen darauf, dass der Durchgang etwas größer bemessen wird, da der Zwischenraum später mit Bauschaum oder Zement aufgefüllt wird.

Habt ihr alle Vorbereitungen getroffen, ist der eigentliche Durchbruch nicht besonders schwierig. Nachdem ihr euch für eine Methode entschieden habt, greift ihr auf das entsprechende Material zurück und vollzieht den Wanddurchbruch. 

Solltet ihr eine tragende Wand entfernen, muss im Anschluss unbedingt ein Sturz eingezogen werden, was aber auch bei nichttragenden Wänden sinnvoll sein kann. Ein Sturz ist nämlich dazu da, um die von oben kommende Schwerkraft in das seitliche Mauerwerk umzuleiten. Dazu wird dieser waagerecht mit Zement eingezogen und dient anschließend als fester Ankerpunkt für die Verkleidung.

5. Verkleidung

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Malerbetrieb Maleroy

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Nachdem ihr die Wand durchbrochen habt, wird zunächst der Schutt abtransportiert. Dieser kann auf einem Bau- oder Recyclinghof meist relativ preisgünstig entsorgt werden. Nachdem ihr auch diese Arbeit getan habt, geht es an die Feinarbeiten, genauer gesagt an die Verkleidung des Durchbruchs. Die unsauber abgeschlagenen Kanten, die durch die Entfernung der Wand entstanden sind, müssen nun ausgeglichen und feinsäuberlich abgerundet werden. Dazu kann man diese verputzen oder mit Trockenbauelementen verkleiden. Um die Gestaltung vollständig abzuschließen, empfiehlt sich anschließend ein frischer Farbanstrich, der euren neu gewonnenen Wohnraum den letzten Schliff verleiht.

Anregungen für eine moderne Wandgestaltung findet ihr hier.

6. Kosten & Zeitaufwand

Wenn ihr plant, einen Wanddurchbruch selber zu machen, ist es, wie eingangs bereits erwähnt, sinnvoll einen Statiker zur Rate zu ziehen. Dieser kann euch mit ziemlicher Sicherheit sagen, ob ihr die Wand problemlos entfernen könnt oder nicht. Neben den anfallenden Materialien, die zum Schutz vor Staub, zum Verkleiden und zur nachträglichen Gestaltung besorgt werden müssen, kommen Leihkosten für das jeweilige Werkzeug hinzu, mit dem ihr die Wand durchbrechen wollt, sofern ihr das Gerät nicht selber besitzt. Natürlich variieren die Kosten von Fall zu Fall. Bei einem Wanddurchbruch zur Raumvergrößerung solltet ihr zwischen 800 und 2.000 Euro einplanen sowie einen Zeitaufwand von 1 bis 2 Tagen. Ist der Wanddurchbruch dazu da, um eine Tür oder ein Fenster einzubauen, solltet ihr die Kosten etwas höher ansetzen und auch etwas mehr Zeit einplanen. In jedem Falle aber werdet ihr anschließend den Raum ganz neu wahrnehmen.

Habt ihr bereits Erfahrungen mit einem Wanddurchbruch? 
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