homify 360°: Modernes weißes Haus in Tokio

Elisabeth Liebing Elisabeth Liebing
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Erneut begeben wir uns in ein Vorstadtgebiet von Tokio. Unser Interesse gilt dieses Mal einem modernen, japanischen Haus mit dem italienischen Namen Portico. Als Portico wird in der Architektur ein Säulengang oder eine Säulenhalle mit geradem Gebälk bezeichnet. Der Portikus verbindet diverse Funktionen: So dient er als wettergeschützter Laufgang und wird bei entsprechender Tiefe auch für gewerbliche Zwecke genutzt. Speziell in der gehobenen Architektur waren früher Portiken ein wichtiger Bestandteil. Sie schufen Übergänge zwischen den Innenräumen und Gartenbereichen und dienten als schattige Zonen. 

Das japanische Architekturbüro von Tomoro Aida hat sich ein Vorbild an dieser eben beschrieben römischen Baukunst genommen und diese modern in den folgenden Entwurf einfließen lassen. 

Entstanden ist ein fesselnder Komplex, den nichts mit der gewöhnlichen Hausbauweise vereint und klassische, altbewährte Raumkonzepte neu überdenkt. 

Städtebauliche Eingliederung

Wie ein opaker Kristall bricht das Gebäude aus der traditionellen Struktur hervor und stellt die benachbarten und von der Zeit gezeichneten Wohnhäuser in seinen Schatten. Das Haus liegt in der Nähe eines kleinen Flusses, abseits von dem lauten Großstadttrubel in einem ruhigen Vorort. 

Struktur des Hauses

Die Struktur des Hauses baut sich wie folgt auf: Vier rechteckige Quader, die an den Grundstückseckgrenzen errichtet wurden und in deren Mitte ein schwebendes rechteckiges Volumen eingespannt wurde. Dieser zentrale Korpus hat keine Verbindung zum Boden und ragt über die verwachsenen Häuserpartien. Die Ansicht zur öffentlichen Seite weist wenige Fenster auf und präsentiert sich introvertiert. 

Anordnung und Raumgefühl

Die unkonventionelle Anordnung der fünf Baukörper lässt Freiräume zu, die Blickbeziehungen durch das gesamte Gebäude ermöglichen. Steht man vor dem Komplex, kann man aufgrund der Ausschiebung des mittleren Elements das Ende des Grundstücks erkennen. Es entstand eine Kleinstadt in einem Haus: So wird die Straße zur linken und rechten Seite von Gebäuden gesäumt, die Unterbrechungen und geschlossene Gefüge zulassen. Der Architekt legte viel Wert auf prägnante perspektivische Fluchten, die sich durch den gesamten Entwurf des Hauses ziehen und bereits vor dem Betreten sicht- und spürbar werden.

Eingangsbereich

Struktur vermitteln die Betonplatten des Bodens, die aufgrund der speziellen Verlegung ein lineares Dekor und ein grafisches Muster entstehen lassen. Die Erschließung erfolgt unterhalb des schwebenden Quaders in einer geschützten Zone, die Privatsphäre vermittelt. Raumhohe Verglasungen wirken der Dunkelheit entgegen und geben die Sicht in den Eingangsbereich völlig frei. Zur linken Seite des Eingangs wird durch die spezielle Positionierung ein Hof geschaffen, der allerdings nur von zwei Außenwänden begrenzt wird. Typisch japanisch wurde dieser mit Split ausgelegt und mittig ein Baum gepflanzt. Dem gegenüber liegt ein weiterer Hof, der aufgrund der symmetrischen Anordnung des Komplexes die gleiche Struktur aufweist. 

Der Treppenraum

Betritt man das Haus, wird man gefangen genommen von der Helligkeit. Das Erdgeschoss dieses Teils wird ausschließlich zur Erschließung des oberen Stockwerks genutzt. Es wurde ein großzügiger Raum geschaffen, der eine filigrane Falttreppe birgt. Eine stilvolle Sitzgelegenheit bietet der von den Designern Ronan & Erwan Bouroullec entworfene Stuhl Vegetal. Die künstlich organische Verflechtung der Rückenlehne und der Armlehnen greifen die Verbindung zur Natur auf und wirken sich positiv auf den sterilen Raum aus.  

Weitere Anregungen zu stilvollen Stühlen findet ihr in dem Ideenbuch: Zehn Designerstühle mit Kultstatus

Möblierung des Hauses

Gelangt man in das erste Geschoss, wird man von einem stilvollen Ambiente begrüßt. Die Bauherren beweisen mit der schlichten Möblierung ein ästhetisches Gespür. Da die Fassade wenig Öffnungen aufweist, mussten die Architekten einen andere Lösung finden, um die Wohnräume trotz allem mit viel Licht zu versorgen. Rechteckige Dachfenster versprechen eine ausreichende Belichtung. Zusätzlich arbeiteten die Planer punktuell mit farbigen Kolorierungen für spezielle Wandflächen. Ein zarter gelber Pastellton erleuchtet den Aufgang. Kugelförmige Leuchten bilden einen Kontrast zu der rechtwinkligen und pflichtbewussten Orthogonalität des Gebäudes. Designklassiker wie der Eameschair runden das innenarchitektonische Konzept stimmig ab.

Credit: Tomoro Aida + Toshimitsu Kuno /Aida Atelier + Kuno Lab

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