25 Jahre Mauerfall: Die Feierlichkeiten in Berlin

Sabine Neumann Sabine Neumann
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Am Sonntag feiern wir den 25. Jahrestag des Mauerfalls und nicht nur für uns Deutsche ist der 9. November 1989 ein denkwürdiges Datum, das noch immer Gänsehaut verursacht und uns emotional werden lässt, egal, ob wir den geschichtsträchtigen Tag damals hautnah miterlebten oder noch gar nicht geboren waren. Dieses Datum markiert einen Wendepunkt in der deutschen und internationalen Geschichte, denn in jener Nacht fiel die Berliner Mauer, die fast 30 Jahre lang Ost- von Westberlin und den Kommunismus vom Kapitalismus trennte und als Symbol für die Teilung der westlichen Welt im Kalten Krieg galt. Ihr Fall markierte nicht nur die Wiedervereinigung Deutschlands, sondern auch den Übergang zu einer neuen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Ära.

Um den 25. Jahrestag dieses historischen Ereignisses zu feiern, organisiert die Stadt Berlin an diesem Wochenende in Zusammenarbeit mit der Kulturprojekte GmbH und der Robert-Havemann-Gesellschaft eine Reihe von Aktivitäten, die rund um eine außergewöhnliche und einzigartige Installation kreisen: die Lichtgrenze. Wir haben euch einige spannende Infos und Bilder zu diesem beeindruckenden Projekt sowie ein paar wissenswerte historische Fakten und Hintergründe rund um den Mauerfall mitgebracht.

Die Lichtgrenze

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© Kulturprojekte Berlin_WHITEvoid / Christopher Bauder, Photo: Daniel Büche

Lichtermeer in Berlin: Zwei Tage und zwei Nächte lang wird die deutsche Hauptstadt in wahrlich außergewöhnlichem Glanz erstrahlen. Etwa 8000 beleuchtete Ballons zeichnen vom 7. bis zum 9. November auf einer Strecke von 15 Kilometern die einstige Teilung der Stadt nach. Die Installation soll sowohl emotional und poetisch als auch ernsthaft und nachdenklich an das wohl bedeutendste Ereignis der jüngeren deutschen Geschichte erinnern – den Mauerfall 1989. Das nach einer Idee von Christopher und Marc Bauder entwickelte Projekt ruft durch seine emotionale visuelle Kraft die Dimension der Mauer in Erinnerung. Mehrere Hunderttausende Besucher werden in der Hauptstadt erwartet, um diesen Meilenstein der deutschen und internationalen Geschichte zu feiern. Die Lichtgrenze ist aber auch eine Hommage an den Mut der Menschen in der ehemaligen DDR, die mit ihrem friedlichen Protest für Reformen und Reisefreiheit gegen die Diktatur rebellierten und letztendlich dafür sorgten, dass die Mauer fiel.

Blick zurück

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© Photo : Uwe Gerig

Lasst uns einen Moment lang zurückschauen auf die Ereignisse, die sich rund um die Berliner Mauer von ihrem Bau im Jahre 1961 bis zu ihrem Fall 1989 abspielten.

Am Ende des Zweiten Weltkrieges wurden Deutschland und Berlin unter den alliierten Siegermächten Russland, England, Frankreich und den USA in vier Sektoren aufgeteilt. Die Zusammenarbeit dieser vier Nationen war jedoch nur von kurzer Dauer: Bereits 1948 setzte die damalige Sowjetunion den kooperativen Beziehungen ein Ende und etablierte das, was heute als Berlin-Blockade bekannt ist – die vollständige Isolierung Westberlins inmitten der Sowjetischen Besatzungszone. Diese Blockade war ein erster Höhepunkt des Kalten Krieges und führte unter anderem dazu, dass 1961 die Berliner Mauer errichtet wurde. Auf über 160 Kilometern Länge trennten ab sofort Betonwände, Wachtürme, Stacheldraht, Mienen und Patrouillen das Gebiet Westberlins vom Ostteil der Stadt. An streng kontrollierten Übergängen war es theoretisch möglich, vom Ost- in den Westteil zu gelangen, aber da es der DDR-Führung darum ging, den Flüchtlingsstrom zu stoppen und nicht mehr jährlich Hunderttausende Bürger an den Westen zu verlieren, war der Grenzübertritt nur in Ausnahmefällen erlaubt. Viele Bürger der DDR und Ostberlins haben in den kommenden fast 30 Jahren vergeblich versucht, die Sowjetzone zu verlassen und für ihren Fluchtversuch oft mit dem Leben bezahlt. Für die Opfer gibt es heute mehrere Gedenkstätten in Berlin, unter anderem am Checkpoint Charlie, dem wohl bekanntesten Grenzübergang.

Die Strecke der Lichtgrenze

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© Kulturprojekte Berlin_2014 WEW FU Berlin IGB

Die Lichtgrenze, die am kommenden Wochenende an den Fall der Mauer erinnert, wird nicht die kompletten 160 Kilometer abdecken, die einst Ost- von Westberlin trennten, aber sie verläuft auf 15 Kilometern direkt durch das Herz der Hauptstadt, wie auf dem Entwurf oben zu sehen ist. Auf diese Weise wird die Innenstadt Berlins von der Bornholmer Straße über den Mauerpark und die Gedenkstätte Bernauer Straße, über den Reichstag, das Brandenburger Tor und den Checkpoint Charlie bis hin zur Eastside-Gallery durch eine Reihe leuchtender Ballons vorübergehend erneut geteilt.

Die Feierlichkeiten

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© Kulturprojekte Berlin_WHITEvoid / Christopher Bauder, Photo: Daniel Büche

Das ganze Wochenende hindurch werden entlang der Lichtgrenze eine Vielzahl von Events und Feierlichkeiten stattfinden. An sieben Publikumsorten haben Besucher die Möglichkeit Ausstellungen und Veranstaltungen zu besuchen und umfangreiche Führungsangebote des Museumsdienstes Berlin in Anspruch zu nehmen. Informationspavillons und Aussichtsstürme, die eine besonders eindrucksvolle Perspektive auf die Lichtinstallation bieten, ergänzen das Angebot.

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© Kulturprojekte Berlin_WHITEvoid / Christopher Bauder, Photo: Daniel Büche

Die Lichtgrenze wird auch als Rahmen für einige Kunstveranstaltungen dienen. Die Wanderausstellung Hundert Mauer-Geschichten präsentiert Besuchern alle 150 Meter entlang der Ballongrenze Fotos und Fakten über die Mauergeschichten von 100 Berlinern an den Originalschauplätzen. Darüber hinaus zeigt Regisseur Marc Bauder seine Filmcollage Mauerstücke und für die angemessene musikalische Gestaltung dieses Tages sorgen auf dem Bürgerfest am Brandenburger Tor unter anderem Udo Lindenberg, Paul Kalkbrenner und die Fantastischen Vier.

Der Höhepunkt der Feierlichkeiten

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© Antje Schröder_Kulturprojekte Berlin

Als Höhepunkt der Ereignisse werden am Sonntagabend unter den Klängen der Ode an die Freude die weißen Ballons in die Lüfte steigen – als Erinnerung an den Mauerfall vor 25 Jahren und als Symbol der friedlichen Revolution 1989. Nach einer Ansprache des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Klaus Wowereit, lassen gegen 19 Uhr Bürgerrechtler der ehemaligen DDR-Opposition gemeinsam mit dem Bundespräsidenten Joachim Gauck und politischen Zeitzeugen die ersten Ballons steigen. Binnen 25 Minuten werden dann entlang der Strecke nach und nach die restlichen Ballons in den Berliner Nachthimmel entlassen – ein sicherlich atemberaubender Anblick, der bei gutem Wetter sogar vom Weltraum aus zu sehen sein wird. Die Ballons werden dann, je nach Wind und Wetterlage, vermutlich bis zur Ostsee oder nach Polen fliegen. Und wer auch immer einen Ballon findet, wird somit Teil dieses historischen Ereignisses.

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