Brückenhaus

Elisabeth Liebing Elisabeth Liebing
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Mag man dieses Haus ansehen, wird man im ersten Moment sagen: Das ist etwas absolut Modernes. Allerdings beruht der Bau auf einer traditionellen holländischen Warft-Bauweise. Eine Warft bedeutet ein künstlich mit Erde aufgeschütteter Hügel, der Menschen Schutz vor Sturmfluten bietet. Auf einer Warft können sich je nach Ausmaß einzelne Gebäude, aber auch ganze Siedlungen befinden. Oftmals ist die Form einer Warft rund oder langgestreckt. 

Das Haus, das wir euch heute vorstellen möchten, wurde auf zwei kleineren Warften errichtet. Die aufgeschütteten Hügel sollen nicht vor Sturmfluten schützen, sondern sind ein wichtiger Bestandteil der Entwurfsarbeit und betonen die unkonventionelle Form. 

Geplant und erbaut wurde das großzügige Gebäude von dem niederländischen Architekturbüro 123DV. Diese arbeiten nach dem Grundsatz Form follows your identity. Das bedeutet intensive Gespräche mit den Bauherren, um deren Wünsche baulich bestmöglich umzusetzen. 

Wirkung und Nutzung der Villa

Das Haus wurde auf einem künstlichem Hügel errichtet. Eine Kuhle nach etwa zwei Drittel des Gebäudes ermöglicht die Eingliederung eines zweiten Geschosses. Von der Seite betrachtet wirkt das Gebäude, als ob es über einen schmalen Graben erbaut wurde und sich keine weitere Etage darunter befinden würde. So kam auch der Name Bridge House zustande.

Das puristische Gebäude bietet auf etwa 825 Quadratmetern ein breitgefächertes Raumprogramm: Öffentliche und private Wohnräume, ein Wohnzimmer, ein Esszimmer, eine Küche mit Speisekammer, drei Schlafzimmer, ein Fitnessraum, ein Atelier und ein Weinkeller. Neben der Arbeit des Architekten leistete der Landschaftsarchitekt einen großen Beitrag zu dem Entwurf. Im Sommer ist die gesamte Wiese von frischen Sommerblumen übersät. 

Dämmerung

Steht man frontal vor dem Gebäude, wird einem die außergewöhnliche Form bewusst und man versteht den klaren Aufbau. Die südliche Ausrichtung wird durch die großformatigen Fenster ausgenutzt, sodass enorm viel natürliches Licht in die Residenz einströmt. In der Dämmerung wird die unkonventionelle Gebäudeform besonders deutlich, da durch die künstliche Innenraumbeleuchtung das Volumen verstärkt wird. 

Terrasse

Über eine Treppe gelangt man in den 15 Hektar großen Garten, wobei man hier eher von einem Park sprechen sollte. Zur Seite des Gebäudes löst sich die kubistische Form auf und wird durch ein überstehendes Dach aufgelockert. So entsteht eine rechtwinklige Terrasse, die an regnerischen Tagen Schutz vor Witterung bietet, aber trotz allem einen Raum in der Außenanlage schafft. 

Wohnraum

In allen Wohnräumen findet sich ein weißer Marmorboden. Eine Strukturierung des weiten Raumes wird durch den Karmin gewährleistet. Dieser erstrahlt ebenso in klarem Weiß und fügt sich wunderbar in das innenarchitektonische Gesamtkonzept ein. Vor dem Kamin gliedern sich in L-Form zwei komfortable Sofas ein. Die Anordnung der Sitzlandschaft ist so ausgerichtet, das man einen weiten Blick über die grüne Au erfährt. Um kalten Füßen vorzubeugen, verfügt das Haus natürlich über eine Fußbodenheizung, die durch die Speicherung von Wärmeenergie betrieben wird. Der ökologische Aspekt war den Bauherren neben dem Design sehr wichtig. Eine spezielle Anlage bereitet das Regenwasser auf und findet später im Haushalt wieder Verwendung. Zusätzlich befinden sich auf dem Dach des Hauses Sonnenkollektoren, die die Sicherung des Warmwassers gewährleisten.

Kunst im Raum

Die Gestaltung der Innenräume ist sehr edel und folgt einem klaren Schema. Verstärkt wird die luxuriöse Erscheinung durch den Einsatz von hellen Flächen, die den bereits großen Raum noch geräumiger wirken lassen. Im Wohnzimmer darf Kunst, in Form von Gemälden, natürlich nicht fehlen. Der Bauherr beweist mit den Bildern ein spezielles Gespür für Ästhetik. Über der langen Tafel erstreckt sich eine aufwendig designte Hängeleuchte. Diese erweckt den Eindruck, das in einem vergoldeten Käfig Eisstücke lagern, die für die Ewigkeit bestimmt sind und niemals schmelzen werden. 

Das Treppenhaus

Die Erschließung der beiden Geschosse erfolgt über die schlichte Treppe. Eine Brüstung aus Glas sowie ein Handlauf aus Edelstahl, der an der Wand befestigt wurde, sorgt für Sicherheit. Die Wange der Treppe und die Stufen zeigen sich in einem natürlichen Dunkelbraun und setzten sich farblich von der sonst hellen Umgebung ab. Als prunkvolle Beleuchtung dient ein puristischer Kronleuchter. Dieser weist eine Halbkreisform auf, an dem Kristalle an einem unsichtbar Faden vertikal angebracht wurden.

Gestaltung des Flurs

Wesentlich introvertierter präsentiert sich die erste Etage und verströmt durch die geschlossene Gestalt mehr Privatssphäre. Zentraler Bereich ist der weite Flur, der sich über die gesamte Längsseite des Gebäudes erstreckt. Oberlichter sorgen für zusätzliches natürliches Licht. Diese gläsernen Bauelemente sind von größter Wichtigkeit, da sich in der ersten Etage wenige vertikale Fenster befinden, was den innen liegenden Flur zu dunkel wirken lassen könnte. Das Ende und der Anfang des ersten Geschosses werden durch bodentiefe Glasscheiben begrenzt.

Das wohnliche Badezimmer

Anders als im Rest des Hauses findet sich im Badezimmer ein dunkler Boden, der einen Used-Look aufweist. Aufgrund der dunklen Kolorierung strahlt der Raum viel mehr Komfort aus. Eine ovale, freistehende Badewanne sorgt für absoluten Badespaß. Viel natürliches Licht strömt durch das schmale Lichtband ein. 

Weitere edle Badezimmer findet ihr in dem Ideenbuch: 10 luxuriöse Badezimmer

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