Innenwände verputzen leicht gemacht

Sophie Pussehl Sophie Pussehl
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Habt ihr schon mal eine Innenwand selbst verputzt? Falls nicht und es stehen derartige Arbeiten bei euch an, so haben wir die passenden Tipps für euch. 

Manchmal braucht eine Wand einfach einen neuen Putz – ganz gleich ob unverputzter Neubau oder komplett renovierter Altbau. Mit etwas Geschick kann man die Wand auch selber verputzen. Allerdings – und an dieser Stelle sei damit vorgewarnt – sieht es häufig leichter aus, als die Umsetzung tatsächlich ist. Doch das soll uns nicht davon abhalten. Bevor es an die eigentlich zu verputzende Wand geht, könnte vorab erst einmal an einer Fläche im Keller, Hobbyraum oder in der Garage geübt werden, um ein Gefühl dafür zu bekommen. Damit die Wand anschließend auch glatt ist und schön aussieht, zeigen wir euch, was ihr beachten müsst – denn mal ehrlich: nichts ist ärgerlicher, als wenn die Oberfläche später uneben ist. Also, los geht’s!

1. Grundlagen

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Was ist Putz eigentlich? Putz ist ein Belag, der auf gemauerten, gegossenen oder montierten Wänden aufgebracht wird, um diese zu schützen oder Unregelmäßigkeiten, Fugen und Löcher auszugleichen und um eine glatte Oberfläche zu erhalten. Dabei werden Putze für den Außenbereich und Putze zur Gestaltung von Innenwänden unterschieden. In der Regel bestehen Putze aus Mörtel, der mit Füllstoffen beziehungsweise Zuschlagstoffen wie Sand oder Styropor sowie einem Bindemittel versetzt ist. Aufgrund des Bindemittels kann Putz unterschieden werden zwischen Gips, Kalk oder Zement. Aber auch Kombinationen wie Gipskalk oder Kalkzement gibt es. Hinzu kommen mineralische Lehmputze sowie organisch bindende Kunstharzputze. 

Putz kann ebenso mit speziellen Zusätzen gemischt werden. Im Innenbereich gibt es beispielsweise Putze zur Verbesserung der Raumakkustik, Dekorputze und sogar Putze zur Abschirmung elektrischer und elektromagnetischer Felder – habt ihr das gewusst? Insbesondere im Innenbereich hat Putz einen positiven Einfluss auf das Raumklima, da es überschüssige Feuchtigkeit aus der Raumluft aufnimmt. Zudem dient es als ebene Unterlage optimal für weitere Gestaltungsmöglichkeiten wie dem Anbringen von Tapeten, Fliesen oder einem Farbanstrich.

2. Vorbereitung des Untergrundes

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Bevor es mit dem Auftragen von Putz losgeht, sollten zunächst eingebaute Teile wie Fenster, Türen und Schränke sowie der Boden mit einer Folie abgedeckt werden, um diese zu schützen. Wenn sich an der frisch zu verputzenden Wand noch alter Putz befindet, so muss dieser zunächst abgetragen werden. Dazu verwendet man am besten Hammer und Meißel, denn mit diesem Werkzeug lässt sich das Material relativ leicht von der Mauer klopfen. Die zu verputzende Wand muss komplett frei von losen Bestandteilen wie Schmutz oder Staub sein. Dazu bürstet man diese am besten ab. Der Untergrund muss trocken, sauber, staubfrei sein und darf keine Risse oder Löche aufweisen. Sind kleiner Löcher in der Wand vorhanden, so sollten diese mit Spachtelmasse gefüllt und geglättet werden. Reibeputze zum Beispiel können nämlich keine Löcher überbrücken – egal wie dick ihr die Schicht auch auftragt. Wenn ihr den Putz auf einen Untergrund wie Trockenbauplatten, Beton oder Vliestapeten auftragt, so beachtet, dass diese viel Feuchtigkeit saugen. Daher empfiehlt es sich diese zuvor mit einer Grundierung zu versehen. 

Tipp: Wenn ihr euch für ein Verputz und eine Grundierung entschieden habt, so achtet darauf, dass diese aufeinander abgestimmt sind und von einem Hersteller verwendet werden.

4. Profile setzen

Da die Wand möglichst gleichmäßig und eben mit Putz versehen werden soll, empfiehlt es sich im Abstand von bis zu 1,50 Meter Schnellputzleisten – auch Putzschiene genannt –  anzubringen. Den Putz, den ihr in diesem Bereich aufbringt, zieht ihr dann mit einer Aluschiene bündig ab. Damit  beim Verputzen keine Kanten oder Ecken beschädigt werden und um Abnutzungen zu vermeiden, sollten außerdem Sockelabschluss-Profile und Eckschutz-Profile angebracht werden. Diese können aus Metall oder Glasfasergewebe sein, die es im Baumarkt auch schon vorgefertigt gibt. 

Wenn ihr den Putz über schwierigen Untergründen wie zum Beispiel gedämmten Flächen anbringt, so sollten zudem Putzbewehrungen angebracht werden. Diese sind aus alkalifestem Gittergewebe oder engmaschigen Edelstahlmatten und dienen dazu, dem Putz eine höhere Festigkeit zu verleihen.

3. Den Putz richtig anmischen

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Nach Beachtung der Mengenangabe des Herstellers, wird der Putz mit sauberem, kaltem Wasser angerührt. Am besten verwendet ihr dazu einen Mörtelkübel oder Eimer. Zum Anrühren selbst eignet sich ein Rührquirl. Diesen gibt es beispielsweise als Aufsatz für eine Bohrmaschine, was das Anrühren um einiges erleichtert. Sobald die Mischung frei von Klumpen ist, lasst diese ein paar Minuten quellen und rührt diese dann nochmal erneut auf. Habt ihr für euren Putz eine bestimmte Farbe vorgesehen, so könnt ihr nun an dieser Stelle Abtönfarbe hinzugeben. Beachtet aber dabei, dass ihr diese so lange unterrührt, bis keine Schlieren mehr zu sehen sind, was ein Weilchen dauern kann. 

Tipp: Rührt nie mehr Putz auf einmal an, als ihr innerhalb von 60 Minuten auftragen und bearbeiten könnt, da mineralische Reibeputze chemisch abbinden und sich dadurch schnell verfestigen. 

5. Putz auftragen

Nachdem ihr all die wichtigen Vorbereitungen getroffen habt, geht es nun daran, den Putz aufzutragen. Dafür verwendet ihr am besten eine Stahlkelle. Mit dieser tragt ihr in Abschnitten den Putz auf die Wand auf. Die Felder zwischen den Schnellputzleisten zieht ihr dann mit einer Kartätsche ab. Anschließend reibt ihr mit dem Brett in gleichmäßigen und kreisenden Bewegungen zügig über den Putz, bis die Fläche eben ist. Damit der Putz nicht abbröselt, ist es wichtig, dass ihr diesen in einer bestimmten Dicke auftragt. Die Schicht variiert je nach Putzart zwischen 5 und 20 Millimeter. Wie dick ihr den Putz aufzutragen habt, seht ihr am besten auf der Verpackung nach. 

Sobald der Putz druckfest, aber noch feucht ist, werden Unebenheiten mit einem Filzreibebrett von der Oberfläche gerieben. Ist der Putz getrocknet, können letzte Makel mit Schleifpapier und Oberflächenspachtel nachgearbeitet werden. Habt ihr vor, auf die verputze Wand Tapete oder Farbe anzubringen, so muss diese vollständig getrocknet und ausgehärtet sein. Den genauen Zeitpunkt dafür entnehmt ihr den Herstellerangaben.

6. Dekorative Techniken

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Um dem Putz eine besondere Struktur zu verleihen, kann dieser auch bearbeitet werden. Beachtet dazu, dass der Putz noch im feuchten Zustand sein sollte. Nur so lässt sich mit verschiedenen Werkzeugen wie Spachteln, Schwämmen, Bürsten, Pinseln oder Schablonen die Oberfläche bearbeiten. Dabei sollte aber nur jeweils soviel Putzmenge aufgetragen werden, wie auch bearbeitet werden kann. In Abhängigkeit von der Raumtemperatur habt ihr dafür bis zu einer halben Stunde Zeit. Hier empfiehlt es sich, sogar zu zweit zu arbeiten. Während der eine den Putz aufträgt, kann der andere die Oberfläche behandeln. So stärkt man nicht nur den Teamgeist, sondern erzielt auch ein einheitliches Gesamtbild. Bei Feinputz ist es beispielsweise auch möglich Strohfasern oder Mineralien hinzuzufügen, um einen besonderen Effekt zu erzielen. Aber auch eine mehrfarbige Gestaltung ist möglich. Hier sind also auch eure Kreativität und eurer Einfallsreichtum gefragt. 

Sobald ihr die Arbeit abgeschlossen habt, muss der Raum noch einige Tage gut gelüftet werden. Anschließend könnt ihr mit voller Stolz und einem Schulterklopfen auf eure selbst verputze Innenwand blicken.

Weitere Ideen zur Wandgestaltung findet ihr hier

Traut ihr euch zu, eine Innenwand selbst zu verputzen oder habt ihr gar schon Erfahrungen damit gesammelt? Wir freuen uns über eure Kommentare! 
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