Angebot anfragen

Nummer ist ungültig. Bitte überprüfen Sie die Ländervorwahl, Vorwahl und Telefonnummer.
Mit Klick auf 'Absenden', bestätige ich die Datenschutzbestimmungen gelesen zu haben & bin einverstanden meine Informationen zu verarbeiten um meine Anfrage zu beantworten.
Hinweis: die Einwilligung kann per E-Mail an privacy@homify.com widerrufen werden

homify 360°: Sanierung eines Bauernhauses in Oberbayern

Elisabeth Liebing Elisabeth Liebing
Google+
Loading admin actions …

Der in München ansässige Architekt Klaus Heidenreich hat bereits viel Erfahrung mit der Sanierung von Baudenkmälern. Er eignete sich bestens als Planer für die behutsame Sanierung und Renovierung des großzügigen historischen Bauernhofs, den wir euch heute vorstellen möchten. 

Zum Zeitpunkt des Kaufes war es wirklich schlecht bestellt um das Gehöf. So hatte dieses keine Bodenplatte und das Bauernhaus stand direkt auf dem Erdreich. Von unten kroch die Feuchtigkeit die Wände hoch und machte das gesamte Gebäude dadurch nicht attraktiver, was bedeutet es regnete in das Dach hinein. Das bedeutet, das der gesamte obere Teil des Hauses in einem äußerst schlechten Zustand war und schnelles Handeln dringend vonnöten war, um noch größere Schäden zu vermeiden. Der Architekt stellte sich dem heiklen Unterfangen. Denn solch ein historisches Gebäude kann neben den sichtbaren Schäden auch noch weitere Defizite haben, die erst erkannt werden, wenn das Traggerippe frei liegt. 

Vor der Sanierung: Gartenansicht

Fassade gartenseitig vor Sanierung:   von heidenreich architektur
heidenreich architektur

Fassade gartenseitig vor Sanierung

heidenreich architektur

Die idyllische Szene einer ländlichen Situation ist auf dieser Fotografie zu erkennen. Zwischen dem Obstbaumbestand ragt das Bauernhaus hervor. Man kann den Käufer des Hauses durchaus verstehen, warum er sich in dieses geschichtsträchtige Gebäude verliebt und es Hals über Kopf gekauft hat. Zu Beginn wollten die Bauherren das Bauernhaus lediglich als Wochenenddomizil nutzen, quasi als ländliche Oase, um dem Trubel der Stadt zu entfliehen. Letztlich entschieden sich die Bauherren jedoch, gänzlich aufs Land und in das Bauernhaus überzusiedeln. Die urbanen Einwanderer wurden von der dörflichen Gemeinde inzwischen bestens integriert.

Nach der Sanierung: Gartenansicht

Fassade gartenseitig nach Sanierung:  Häuser von heidenreich architektur
heidenreich architektur

Fassade gartenseitig nach Sanierung

heidenreich architektur

Wichtigster Punkt bei der Sanierung war es, die Spuren der Vergangenheit nicht zu verwischen, sondern zu erhalten und die historische Erscheinung in den Vordergrund des Entwurfes zu rücken. Die Besonderheiten des Gehöfs sollten sichtbar gemacht werden, zugleich wollte man das Interieur des Hauses den jetzigen Ansprüchen anpassen. Dennoch sollte der einstige Charme nicht außer Acht gelassen werden. Das vorgestellte Konzept überzeugte auch die Denkmalbehörde, sodass sich die Zusammenarbeit als besonders unkompliziert erwies. Denn die Bauherren wollten keinen Nachbau. Sie wollten den Bestand erhalten und die historischen Bauelemente behutsam sanieren und in den Fokus rücken. 

Straßenseite

Fassade strassenseitig:  Häuser von heidenreich architektur
heidenreich architektur

Fassade strassenseitig

heidenreich architektur

Ein neues Dach ziert nun den Bauernhof. Die gesamte Fläche wurde mit hellroten Biberschwanzziegeln gedeckt. Das Dach wurde gerichtet, jedoch nicht begradigt, um den einstigen Charakter zu wahren. Der Biberschwanzziegel soll bereits im 14. Jahrhundert in den Lehmgruben um Nürnberg herum entstanden sein. Weite Teile der Nürnberger Altstadt, unter anderem die Stadtmauer und die Nürnberger Burg, sind mit Ziegeln eingedeckt. Die Biberschwanzziegel lösten die Mönch-und-Nonnen-Form der Römer ab. Die Fassade des Hauses wurde mit Trasskalk verputzt. Dies ist ein natürliches Gestein, das unter anderem mit Zementen vermischt wird und für die Fassadengestaltung genutzt wird. 

Detail

Prägnant für Bauernhäuser sind die kleinen Fensteröffnungen, die nicht besonders viel Tageslicht in das Innere des Hauses einströmen lassen. Die hohe Stückzahl gleicht das jedoch zum Teil wieder aus. Die Fenster wurden aufgrund einer dämmenden Bodenplatte nach oben versetzt, um die Proportionen des historischen Hauses zu wahren. Dennoch wurde das Maß nicht vergrößert, um die Gestalt der Fassade nicht zu verändern. Die Bauherren arbeiteten alle Rahmen auf, lediglich ein Fenster aus den fünfziger Jahren wurde ersetzt. Die Fensterläden blieben ebenso erhalten, jedoch hat sich die Farbe in ein lichtes Grau gewandelt, das wesentlich zeitgemäßer wirkt. 

Innenraum

Sanierung und Umbau denkmalgeschütztes Bauernhaus:  Wohnzimmer von heidenreich architektur
heidenreich architektur

Sanierung und Umbau denkmalgeschütztes Bauernhaus

heidenreich architektur

Das Haus bietet großzügige 160 Quadratmeter Wohnfläche. Der Dachboden hat noch eine Ausbaureserve von etwa 120 Quadratmetern. Bisher finden sich im Erdgeschoss ein kleines Wohnzimmer, ein Esszimmer und eine Küche. Im ersten Geschoss sind die Arbeitszimmer der beiden Bewohner und deren Bibliothek untergebracht. Da der Bauherr den Grundriss des alten Bauernhauses nicht veränderte, gehen sowohl im Erd- als auch im Obergeschoss drei kleine Räume ineinander über und erhellen sich gegenseitig. Das Innenleben präsentiert sich überaus gemütlich. Indikatoren dafür sind der honigfarbene Holzboden, die freigelegten Deckenbalken, sowie die Unregelmäßigkeiten der Wände. Der Holzofen verspricht mollige Wärme an kalten Abenden. 

Weitere Anregungen zu Kaminen findet ihr in dem Ideenbuch: Kamine für jeden Geschmack und Wohnstil

Ehemaliger Schweinestall

Diele Obergeschoss:  Flur & Diele von heidenreich architektur
heidenreich architektur

Diele Obergeschoss

heidenreich architektur

An die Stelle des Schweinestalls ist ein neuer Wohnteil angefügt worden. Der Kubus aus einer Wärmedämmsteinhülle sitzt akurat unter dem Dach des Bauernhauses. Das Erdgeschoss beherbergt ein Gästebad und Hauswirtschaftsräume. Im Obergeschoss finden sich ein Schlafzimmer und ein Bad. Da kein weiteres Fenster eingefügt werden konnte, musste man sich ein kluge Lösung überlegen. So wird der private Raum nun mit Hilfe von Lichtschlitzen über den Flur erhellt. Viel natürliches Licht gelangt über die Galerie in das Obergeschoss und schafft so eine Großzügigkeit, die zuvor fehlte.

Bauliche Veränderungen

Innenraumansichten:  Wohnzimmer von heidenreich architektur
heidenreich architektur

Innenraumansichten

heidenreich architektur

Bauernhäuser sind nicht gerade bekannt für ihre große Deckenhöhe. Genauso gestaltete es sich auch bei diesem Gebäude. Die niedrige Deckenhöhe kann zwar zu einem gewissen Grad ganz charmant und heimelig sein, jedoch ist sie für die Körpergröße der Menschen von heute eher hinderlich. Mit einem speziellen Trick erreichte der Architekt nach der Sanierung eine Höhe von 2,35 Metern. Die Deckenbalken wurden freigelegt, das Holz wurde gereinigt und nicht gesandstrahlt, da dies eine weniger schonende Methode gewesen wäre. Auf die freigelegten Balken kam eine Verbunddecke aus Beton. Zusätzlich erhielt das Haus einen dämmende Bodenplatte, die die absolut notwendige Basis darstellt.

Wie gefällt euch das Bauernhaus nach der Sanierung? Hinterlasst uns einen Kommentar!
VIO 302 - Terrasse:  Terrasse von FingerHaus GmbH

Sie suchen einen Architekten? Schreiben Sie uns! Wir helfen Ihnen gerne.

Nach passenden Wohnideen stöbern