homify 360°: Passivhaus aus Holz für eine Familie

Elisabeth Liebing Elisabeth Liebing
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Nach jahrelangem Aufenthalt im Ausland beschloss eine Familie, zurück in die heimischen Gefilde zu siedeln, um auf dem elterlichen Grundstück ein hochwertiges Passivhaus zu bauen. 

Der Familie waren einige Punkte bei der Planung äußerst wichtig. Diese wurden in enger Zusammenarbeit und im stetigen Austausch mit dem Tiroler Architekten Bernhard Stoehr besprochen und flossen in die Planung ein. Ein wichtiger Faktor war für die junge Familie eine möglichst reduzierte Haustechnik. Zusätzlich sollte die Gestalt des Baukörpers schlicht sein und sich stimmig in die Natur einfügen. Die Natürlichkeit sollte auch im Innenraum spür- und erlebbar sein. Eine Reduktion auf naturnahe und ökologisch hochwertige Materialien wurde gemeinsam mit dem Architekten erarbeitet. Daraus resultierte die Umsetzung des Bauwerks in Holzbauweise und im untersten Geschoss aus Massivholzelementen.

Konzept

Von der Straßenseite betrachtet, wird die einfache und schlichte Kontur des Hauses deutlich. Da das Gebäude auf einem steilen Hanggrundstück lagert, entwickelt sich der langgestreckte Baukörper in Richtung Süden und erschließt sich aus dem Obergeschoss und Erdgeschoss. Das Untergeschoss liegt zum Großteil im Erdreich und wurde daher in Massivbauweise errichtet. Die Obergeschosse wurden auf den Sockel aus Stahlbeton gesetzt und kragen nach Süden vier Meter aus. Durch die Verschiebung entsteht ein minimalistisch skulpturales Gefüge, das aufgrund der Geradlinigkeit überaus modern, aber auch zeitlos wirkt. 

Technische Details:

Das gesamte Gebäude wurde mit einer kontrollierten Be- und Entlüftung ausgestattet, um energetische Lüftungsverluste zu vermeiden und in den gesamten Wohnräumen für eine konstant gute Luftqualität zu sorgen. Die Beheizung erfolgt über eine Wärmepumpe, die die Luft der einzelnen Räume temperiert. Eine Minderung der Heizkosten kann durch die Erdvorwärmung der Zuluft und die Wärmerückgewinnung der Abluft generiert werden.

Lage

Der Bauplatz liegt am nordöstlichen Rand des Terfeners Umlberges. Nach Osten, Süden und Westen wird ein freier Blick über das Inntal geboten. Im Norden wird das Grundstück von Wald begrenzt. Hier befinden wir uns westlich des Hauses, an dieser Seite schließt eine hölzerne Terrasse an. Der perfekte Ort, um im Sommer das Abendessen und den Sonnenuntergang zu genießen. In unmittelbarer Umgebung befinden sich nur wenige Einfamilienhäuser und landwirtschaftlich genutzte Grundstücke. 

Fassade

Dominant ist die hölzerne Fassade des Hauses, die aus der umliegenden Landschaft hervorsticht. Die horizontale Verschalung geschah mit sägerauhen und heimischen Lärchenhölzern, die bewusst unbehandelt blieben. Bisher präsentiert sich die Fassade noch in einem klassischen honigfarbenen Holzton. Binnen kürzester Zeit wird sich die Erscheinung aufgrund der Witterung grundlegend verändern. Es kommt zu einem natürlichem Vergrauungsproszess, den sich die Bauherren bewusst wünschten. Die graue Patina stellt eine natürliche Schutzschicht für das Holz dar und macht die Fassade so zu einem langlebigen und nachhaltigen Teil im Gegensatz zu maschinell hergestellten Fassadenplatten.

Innenraum

Die Gestalt der Außenhaut wird im Inneren konsequent fortgeführt und hat durch die einseitige Verwendung von Holz eine ungemein positive Wirkung. Man fühlt sich im Treppenhaus wie in einer Arche. Das natürliche Material strahlt viel Wärme aus und wirkt sich bestens auf das vorherrschende Raumklima aus. 

Detail

Auch bei den baulichen Details werden keine Ausnahmen gemacht. Die Erschließungszone unterliegt ganz dem Motto Holz. Die Brüstung der Treppe erfüllt neben der Absturzsicherung ebenso eine gestalterische Aufgabe. Der stetige Wechsel zwischen geschlossenen und offenen Flächen belebt den Flur enorm. 

Küche

Die Küche findet sich in dem offen gestalteten Wohnbereich. Die schwarzen Unterschränke setzen sich durch die konträre Farbigkeit auffällig von der hölzernen Umgebung ab. Das schmale Lichtband bietet während des Kochens einen schönen Ausblick ins Grüne. Der Verzicht auf Oberschränke wirkt sich überaus zeitgemäß auf die Gestalt der Küche aus.

Weitere Anregungen zu farbigen Küchen findet ihr in dem Ideenbuch: Farbe in der Küche: Jetzt wird’s bunt!

Wohnen

In den Obergeschossen gliedert sich der Holzbau in eine Schlafebene und ein darüber liegendes Wohngeschoss, das wir auf der Fotografie hier sehen. Über die bodentiefen Fenster gelangt man auf die Terrasse, von der man einen wunderbare Aussicht auf die umliegende Landschaft hat. Die Schlafräume in einer anderen Etage verfügen alle über einen direkten Zugang zum Garten. 

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