Angebot anfragen

Nummer ist ungültig. Bitte überprüfen Sie die Ländervorwahl, Vorwahl und Telefonnummer.
Mit Klick auf 'Absenden', bestätige ich die Datenschutzbestimmungen gelesen zu haben & bin einverstanden meine Informationen zu verarbeiten um meine Anfrage zu beantworten.
Hinweis: die Einwilligung kann per E-Mail an privacy@homify.com widerrufen werden

homify 360°: Schönes Bauernhaus in der Uckermark

Elisabeth Liebing Elisabeth Liebing
Google+
Loading admin actions …

Die Architektin Gabriele Riesner hat sich auf das hochwertige Bauen denkmalgepflegter Altbauten mit historischen und ökologischen Baumaterialien spezialisiert. Sie erhielt bereits einige Preise. Letztes Jahr bekam sie den 1. Preis für regionaltypisches Bauen 2014 im Biosphärenreservat Schorfheide Chorin. 

Um einen Einblick über die sorgfältige Arbeit der Architektin zu bekommen, stellen wir euch heute dieses wunderschöne Bauernhaus in der Uckermark vor.

Konzept und Überblick

Sieht man das Bauernhaus, fühlt man sich wie in eine längst vergangene Zeit zurückversetzt. Tatsächlich befinden wir uns in der Gegenwart und erkennen die behutsame Arbeit der Experten.

Im ersten Bauabschnitt der Restaurierungs- und Modernisierungsarbeiten wurden die Außenwänden der nördlichen Haushälfte vollständig wiederhergestellt. Die Funktionsfähigkeit der Holzkonstruktion und das Gefache wurden in den einstigen Zustand zurückversetzt und innenseitig gedämmt. Nach Osten wurde die Küchenaußenwand aufgebrochen, um das Haus mit mehr Helligkeit zu versorgen. Hierfür wurden die Gefache verglast. Die Verwendung von leicht zu verarbeitenden Baumaterialien wie Lehm und Holz und die Anwendung der historisch vorgegebenen Konstruktionsbauweisen und Baumethoden, waren ein wesentlicher Faktor, um einige Arbeiten in Eigenleistung ausführen zu können.

Die Restaurierung des Fachwerks

Ziel war es, bei dem Fachwerk die über Jahrhunderte entstandenen Verformungen zu belassen und diese in die Kernsanierung einzubeziehen. Das Alter und die Geschichte des Hauses sollte damit unterstrichen werden und ablesbar sein. Um den historischen Charme des Hauses zu bewahren, wurde in detailliertem Aufmaß das Fachwerk erstellt. Alle Ständer und Riegel, die nicht mehr erhalten bleiben konnten, wurden ausgetauscht und gegen neue Hölzer ersetzt. Besonders viel Wert wurde darauf gelegt, die Verarbeitungsweise der Holzverbindungen und der einzelnen Balken nach traditioneller Zimmermannstechniken auszuführen. Die neuen Balken wurden einem speziellen Verfahren unterzogen, um sich den alten Hölzern anzupassen. Nach dem Setzen der Balken, wurden die Gefache mit den vorhandenen Ziegelsteinen ausgemauert und an der Außenwand mit Kalkmörtel verputzt.

Feldsteinsockel

Der Feldsteinsockel hat nicht nur eine schmückende Aufgabe, sondern trägt auch zur Konstruktion des Hauses bei und hilft dabei, die aufsteigende Bodenfeuchte fernzuhalten. Um den Sockel zu restaurieren, war eine sorgfältige Hand vonnöten. Es wurden aus dem unregelmäßigen Sockelmauerwerk die Betonfugen vorsichtig ausgekratzt und freilegt. Im Anschluss wurden die Freiräume mit kleinen Feldsteinstücken in Zwickeltechnik aufgefüllt und mit Kalkmörtel fixiert. Hierbei wurden auch das Kellerfenster und der gemauerte Lichtschacht wieder freigelegt.

Fenster

Um den originalgetreuen Zustand zu erlangen, dienten Fotos als Hilfestellung. Die Fenster wurden so nach historischen Fotos nachgebaut, um das ursprüngliche Erscheinungsbild des Gebäudes wieder herzustellen. Hier wurden Sprossenfenster eingebaut: Durch die Gliederung der Fensterscheibe entsteht eine traditionelle Öffnung, wie man sie von Bauernhäusern gewohnt ist. 

Innengestaltung mit Lehmputz

Alle Innenwände wurden mit Lehmputz und beigefügter Hanffaser versehen. Lehmputz wurde früher bei allen Fachwerkhäusern verwendet. Mittlerweile finden immer mehr Menschen wieder zu dem natürlichen Baustoff zurück, denn er bietet eine Reihe von Vorteilen. Lehm besitzt die Fähigkeit, Rauch, Ausdünstungen und Schadstoffe zu absorbieren und kommt ohne künstliche Zusatzstoffe aus. Bei fachgemäßer Verarbeitung ist die Schimmelgefahr gering. So eignet sich der Putz auch für Bäder. Einziger Nachteil des Putzes ist, dass er nicht abbindet und daher nicht ganz so hart wie ein herkömmlicher Putz ist. Das bedeutet, dass man keine Regale anbringen kann, sondern dafür eine Unterkonstruktion benötigt, damit das Mineralgerüst nicht reißt. 

Innenwanddämmung

Da die Wärmedämmung des Hauses heutigen Ansprüchen nicht genügte, wurde eine Innendämmung angebracht. Auf die innenliegende Wandseite wurde eine Lattenkonstruktion befestigt, darauf eine Schilfrohrmatte genagelt, die als Putzträger für den Innenputz dient. Die Zwischenräume wurden mit traditionellen Baumaterialien aus Lehm und Hanf verstampft. Insgesamt beträgt der Aufbau circa 12-13 cm. Die Kellerdecke und die Decke zwischen Erdgeschoss und Dachgeschoss wurden mit Zelluloseflocken gedämmt. Zelluloseflocken werden aus Altpapier durch mechanische Zerkleinerung hergestellt. Durch ein Mahlverfahren erhalten die Flocken dabei eine dreidimensionale Struktur. Zur Verbesserung des Brandschutzes und als Schutz vor Schimmel werden ca. 12-20% Borsalze zugegeben.

Heizung

Die Bauherren wollten bei der Heizung eine Lösung wählen, die die Einfachheit des Hauses unterstreicht, ressourcenschonend und unabhängig von fossilen Energieträgern ist. Man entschied sich für einen modernen Grundofen. Dieser hat einen hohen Wirkungsgrad und beheizt die gesamte nördliche Haushälfte, die die Schlaf-, Gäste- und Badezimmer im Erdgeschoss, sowie die zwei geplanten Dachzimmer im Dachgeschoss beherbergt. Mithilfe eines innovativen Röhrensystem, das durch das gesamte Haus verläuft, wird die Wärme vollständig genutzt.

Baumaterialien

regionale Baumaterialien:  Häuser von Gabriele Riesner Architektin
Gabriele Riesner Architektin

regionale Baumaterialien

Gabriele Riesner Architektin

Priorität bei der Planung und dem Bau hatten die Verwendung regionaler Rohstoffe und die Wiederverwendung der zum Teil schon vorhandenen historischen Baumaterialien aus der Region. Dies bedeutete, dass sich automatisch auch die Transportwege verkürzten und so zusätzlich ein Beitrag zum ressourcenschonenden Bauen beigetragen wurde. 

Auch bei der Vergabe wurde viel Wert darauf gelegt, dass ortsansässige Handwerksfirmen beauftragt wurden. Das hatte den Vorteil, dass diese mit den traditionellen regionalen Bauformen vertraut waren und zudem einen kurzen Anfahrtsweg zur Baustelle hatten.

Wenn euch dieses Bauernhaus gefallen hat, solltet ihr euch dieses Ideenbuch ansehen: Umnutzung eines Stalls

Habt ihr Erfahrungen mit Lehmputz? Hinterlasst uns einen Kommentar!
VIO 302 - Terrasse:  Terrasse von FingerHaus GmbH

Sie suchen einen Architekten? Schreiben Sie uns! Wir helfen Ihnen gerne.

Nach passenden Wohnideen stöbern