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homify 360°: Wohnhaus in der Paradiesgasse, Frankfurt

Elisabeth Liebing Elisabeth Liebing
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Die Einbettung eines Neubaus in enger historischer Bebauung stellt immer ein gewisses Risiko dar. Hier geht der Entwurf jedoch gekonnt auf die extremen Herausforderungen des Ortes ein. Der acht Meter breite Baukörper greift bestens die Typologie der bestehenden Wohnhäuser des Viertels auf und schafft so eine homogene Eingliederung mit Raffinesse. 

Anfangs galt das 143 m² große Trümmergrundstück mit den anschließenden drei Fluchtwegen der Nachbarhäuser als nicht bebaubar. Höchste Priorität bei der Planung wurde zunächst auf die Einarbeitung der Fluchtwege gelegt, die den Grundriss des Entwurfs maßgeblich bestimmten. Die horizontale sowie vertikale Erschließung wurden plausibel und logisch ausgetüftelt. Jeder verfügbare Quadratmeter wird sinnvoll genutzt.

Die Architektin Marie-Theres Deutsch bewies mit ihrer Arbeit höchstes Maß an Sensibilität und Raumgefühl. Am 10.07.2014 erhielt sie die 3. Auszeichnung für Vorbildliches Bauen in Hessen 2014.

Architektur

Der Betonkörper schiebt sich auf drei Ebenen in den Straßenraum hinein und nutzt den Luftraum. Ähnlich wie das System eines historischen Erkers wird in dem Mehrfamilienhaus der private Stadtraum ausgenutzt. Die schwarzen Rahmen setzen sich von der weißen Fassade ab und verleihen der Erscheinung mehr Tiefe und Dimension. Die städtische Auflage war es, die Anmutung eines gotischen Spitzbogenfensters zu erlangen, um die Bautypologie des Mittelalters aufzugreifen. Flankiert wird der Neubau beidseitig von historischen Wohnhäusern. Insgesamt finden sich in dem Komplex sechs Ebenen, zwei Arbeitswohnungen und eine Maisonette-Wohnung, vier Etagen sind barrierefrei.

Ansicht

Die Fassade wirkt aufgrund der großen Glasöffnungen überaus freizügig und lebendig. Die bodentiefen Fenster versprühen einen extrovertierten Charme. Lichtachsen in jedem Geschoss lassen den Durchblick von der einen Seite zur anderen Seite des Hauses zu.

Innenraum

Werfen wir einen Blick in das Haus und schauen uns manche Räume genauer an. Hier befinden wir uns im Wohnraum des Dachgeschosses. Fast alle Wohnräume verfügen über bodentiefe Fenster, die für helle und bestens belichtete Räume sorgen. Die benachbarte Umgebung wird so aufgrund der großen Ausschnitte zum Akteur des innenarchitektonischen Konzepts. Die Bewohner des Hauses scheinen alle ein ästhetisches Gespür für Möbel zu haben. Hier sehen wir zu rechten Seite des Bildes den Bauhausklassiker Wassily-Chair, der von dem Designer Marcel Breuer entworfen wurde. Dieser begann bereits im Jahr 1925 mit Stahlrohr zu experimentieren und entwickelte seinen Sessel „Wassily“, der das Möbeldesign seiner Zeit revolutionierte. Namensträger des Stuhls war sein Kollege Wassily Kandinsky. 

Frankfurter Küche / Dachgeschoß

Eine wahre Rarität wartet in der Küche: Hier findet sich eine blaue Frankfurter Küche, die von der Architektin Margarete Schütte-Lihotzky bereits im Jahr 1920 entworfen wurde. Sie schuf durch diesen Entwurf die Einbauküche, die wir heute noch kennen. Nicht ohne Grund sind die Fronten im Übrigen Blau lackiert, denn Wissenschaftler hatten herausgefunden, dass Fliegen sich angeblich nicht auf den kalten Flächen niederlassen. 

Wenn ihr mehr über die Frankfurter Küche erfahren wollt, könnt ihr in dem Ideenbuch weiterlesen: Frankfurter Küche im Bauhausstil

Zweite und dritte Etage

Das zweite und dritte Obergeschoss wird mit einer intern liegenden Treppe verbunden. Da eine Aussparung in der Geschossdecke eingeplant wurde, entsteht eine kleine Galerie, die für noch mehr Helligkeit in den Räumen sorgt. Vor dem Fenster, im Hintergrund des Bildes erstreckt, sich eine gemütliche Liegefläche.

Arbeiten

Im Souterrain des Hauses befindet sich ein Arbeitsbereich. Trotz der tieferen Lage wird diese Zone aufgrund der bodentiefen Fenster bestens mit Helligkeit versorgt. Die Einrichtung dieses Raumes präsentiert sich schlicht und zeitlos. Die Möblierung ist funktional und auf den Fokus Arbeiten ausgerichtet. 

Erste Etage

Hier sehen wir das Schlafzimmer des ersten Geschosses. Dieser Raum wurde zum ruhigen Hinterhof ausgerichtet. Die raumhohen Fenster lassen sich öffnen und geben einen Blick in den begrünten Patio frei. Die gläserne Brüstung unterstreicht die klare Architektur und stört das Bild der weiten Öffnung nicht. 

Ansicht des Hofs

Beim Anblick der zum Hof ausgerichteten Fassade entsteht das Gefühl, man würde sich im Hinterhof eines modernen englischen Stadthauses und zugleich in einem italienischen Hinterhof befinden. Hervorgerufen wird dieser Effekt aufgrund der Proportionen sowie der weiß getünchten Backsteinfassade. Durch die vergleichsweise schmale Breite gewinnt das Gebäude an künstlicher Höhe. Ebenso spielen die Platzierung der Fenster sowie die langgezogene rechteckige Form eine entscheidende Rolle, die den Korpus nochmals streckt. Der kleine Garten wird mittels einer bepflanzten, grünen Wand in die Höhe gezogen. So wird nicht nur die horizontale Fläche, sondern auch die vertikale Ebene bestens ausgenutzt. Fragmente eines Sandsteinkellers, eine vom Nachbarn benutzte Ruinenwand und ein schmaler Brunnen ergeben eine kleine, mediterrane Oase.

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