homify 360°: Mehrgenerationenhaus aus Sichtbeton

Elisabeth Liebing Elisabeth Liebing
Google+
Loading admin actions …

Das Architekturbüro Matthias Maurer Architekten baute ein Mehrgenerationenhaus aus Sichtbeton. Das Haus befindet sich in einer kleinen Gemeinde nahe der Schweizer Grenze. Viel Wert wurde auf die städtebauliche Eingliederung gelegt, die sich in monolitischer Bauweise präsentiert und sich stimmig in die Topographie integriert. Bestechend ist der Entwurf aufgrund der verwendeten Materialien im Innen- und Außenraum, der perfekten Lichtführung und des offenen Grundrisses. 

Die Herausforderung des Projekts bestand darin, eine Brücke zwischen dem geschlossenen Baukörper, der zum öffentlichen Raum ausgerichtet ist, zu schaffen und dennoch die Innenräume offen und lichtdurchflutet zu planen. Wie das gelungen ist, werdet ihr in den folgenden Bildern erkennen. 

Ansicht Nord-Osten

Sieht eigentlich aus wie ein ganz normales Haus. Die Bauweise des Daches ist eine konventionelle Satteldachform, die speziell in Deutschland häufig vertreten ist. Relativ unkonventionell ist jedoch die Gestaltung der Fassade mit Sichtbeton. Zudem wird die Fassade durch Holzbeplankungen unterbrochen, die horizontal über die Seite verlaufen und die Kanten brechen. Ihre Vollendung erhalten die Lärchenhölzer in dem Vorbau, der als Eingangsbereich fungiert und sich wie ein Parasitenbau an das Hauptgebäude anschmiegt. Die Mischung der Materialien sowie die Form des Korpus schaffen eine spannende Erscheinung. Die Anzahl sowie die Positionierung der vertikalen Öffnungen scheint von der nordöstlichen Seite streng limitiert zu sein, um ein besondere Privatsphäre zu schaffen. 

Innenraum

Werfen wir einen Blick in den Innenraum des Mehrgenerationenhauses. Das Raumprogramm wurde horizontal geteilt, um für die jeweiligen Parteien des Hauses Privatsphäre sowie eine räumliche Gliederung zu schaffen. 

Mithilfe von flächigen Dachfenstern und großzügigen Öffnungen zur Gartenseite werden die Innenräume mit erstaunlich viel Licht durchflutet. Es entsteht ein illustratives Spiel zwischen Sichtbetonflächen, die im Schatten liegen oder von der Sonne beschienen werden. An manchen Stellen des Hauses wurden die Wände mit klassischem weißen Putz versehen, der im Gegensatz zu dem rauen Sichtbeton klar wirkt. Auf der rechten Seite des Bildes kann man den Holzriegel im Außenbereich erkennen, der die Nebenzone von der privaten Freifläche abschirmt, sodass die Bewohner eine ungestörte Ruhezone vorfinden. 

Bauelemente

Über eine extravagante Treppe gelangt man in das erste Geschoss des Hauses. Die Treppe ist nicht nur auf den Fokus Design bedacht, sondern ebenso auf Sicherheit. Die Stufen scheinen wie die Fäden einer Marionette hinab zu hängen. Stabilität erhalten sie zum einen durch die Montage an der Sichtbetonwand und zum anderen durch die vertikalen Linien der Brüstung. Die schwarze Lackierung der Oberfläche zieht sich konsequent durch den Entwurf und wird somit im Geländer des Steges aufgegriffen. Hier entschied man sich für drei parallele Streben, die die horizontale Ausrichtung des langen Raumes künstlich verstärken. 

Das Wohnzimmer

Hier befinden wir uns im Wohnzimmer. Der Boden wurde mit Nussbaum ausgelegt. Ein besonders hochwertiges und hartes Holz, das durch seine dunkle Färbung besticht. Ein Kamin, der sich zur rechten Seite anordnet, wurde in Schwarz gehalten und nimmt dadurch die gleiche Koloration der Treppe sowie Brüstung auf. Hinter der Sichtbetonwand findet sich die Küche, die mit weißen Fronten aufwartet. 

Bestimmt wird der Entwurf durch die Reduktion von Farbe und Material, die sich auf den Bewohner wie ein Ruhepol auswirkt. Beim Einsatz der Materialien war es wichtig, lediglich einheimische Werkstoffe zu verwenden, sowohl im Innen- als auch im Außenbereich. 

Aufbau

Parallel zum First verläuft der Steg, der quasi den Mittelpunkt des Hauses festlegt. Es entsteht durch die Brücke eine großzügige Galerie, die mit ihrer enormen Deckenhöhe besticht. Der Aufbau strahlt Freizügigkeit aus und ist zudem darauf bedacht keine geschlossenen Räume zu schaffen, sondern einen offenen Grundriss zu konzipieren. 

Das Badezimmer

Ungewöhnlich ist die Positionierung der Möbel im Badezimmer. Zentral ordnet sich das Waschbecken an, das auf einem großen Unterschrank lagert. Zur linken Seite finden sich die Duschkabine und die Badewanne. Hinter der Wand der Dusche versteckt sich das WC. Auch im Bad wurde auf klassisch vertikale Öffnungen verzichtet, stattdessen profitiert der Raum von die Oberlichter. 

Weitere Anregungen zu einem Haus aus Beton findet ihr in dem Ideenbuch: Betonhaus in Stuttgart

Wie findet ihr die Verwendung von Beton an der Fassade? Hinterlasst uns einen Kommentar!
VIO 302 - Terrasse:  Terrasse von FingerHaus GmbH

Sie suchen einen Architekten? Schreiben Sie uns! Wir helfen Ihnen gerne.

Nach passenden Wohnideen stöbern