homify 360°: Umbau eines Resthofes in Westfalen

Elisabeth Liebing Elisabeth Liebing
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Heute verschlägt es uns aufs idyllische Land. Genauer gesagt nach Hüllhorst-Büttendorf, das liegt in Westfalen. Hier baute der freie Architekt Dipl.-Ing. Michael Schöllhammer ein Wohnhaus mit integriertem Architekturbüro. 

Der Architekt sanierte den sogenannten Resthof grundlegend. Ein Resthof ist nicht anderes als ein Bauernhof, der sich baulich noch in einem guten Zustand befindet, jedoch für die landwirtschaftliche Verwendung nicht mehr genutzt wird. In den meisten Fällen haben die brachliegenden Bauernhäuser keine Felder oder Wälder mehr. Oftmals gehören zu dem Hauptgebäude allerdings ein Hof sowie eine Scheune, die als Nebengebäude dienen. 

Hier wurde in den gegebenen Gebäudekomplexen, die aus diversen baulichen Zeiten stammen, ein durchgängiges Haus für eine Familie geschaffen. Die Scheune und die Stallungen veränderten sich nicht in ihrer Form, erhielten jedoch eine neue Nutzung. 

Entwurf

Absolut typisch ist die Anordnung der Gebäude, die sich um einen offenen Platz gruppieren. So entwickelt sich hier ein U-förmiger Aufbau, der einen privaten Innenhof entstehen lässt. Mittig der Rasenfläche wurde ein junger Walnussbaum gepflanzt. 

Die traditionelle Bauweise wurde bis ins kleinste Detail geplant. Der Entwurf weist eine klare Struktur auf, die sich durch eine reduzierte und überlegte Formensprache auszeichnet. Die Innenräume sind geprägt von lichtdurchfluteten Zonen. Für den Bau wurden ortstypische Materialien verwendet wie Klinker und Eichenholz. 

Eingang

Der Eingangsbereich des Hauses präsentiert sich einladend und offen. Dies rührt nicht nur von der extrovertierten Gestalt des Hofes, sondern ebenso von der modernen Erscheinung. Die schwarzen Klinker in Kombination mit dem Holzrahmen ergeben ein stimmiges Gesamtbild. Die drei quadratischen Öffnungen links neben dem Eingang wurden herausgeschoben und erzeugen dadurch eine dreidimensionale Wirkung. Hinter den Fenstern verbirgt sich der Empfangsbereich des Architekturbüros. 

Rückseite des Hauses

Betrachten wir das Wohnhaus von der anderen Seite: Die Konturen des Bauernhauses fügen sich natürlich in die benachbarte Umgebung ein. Es werden keine architektonischen Experimente gewagt. Der Entwurf wird bestimmt von schlichten Konturen, die sich bewehrt haben und auch in vielen Jahrzehnten noch immer zeitgemäß sind. 

Esszimmer

Werfen wir einen Blick in den Innenraum des Hauses. Der großzügige Essplatz findet sich an der Längsseite angeordnet. Der Holztisch wird gesäumt von Freischwingern. Viel Helligkeit gelangt über die Dachfenster in den Wohnraum. Zur linken Seite findet sich die Küche, die einen direkten Zugang zur privaten Dachterrasse freigibt. 

Badezimmer

Großzügigkeit herrscht im Badezimmer. Der vierköpfigen Familie wird viel Fläche geboten, um sich zu pflegen und das auch, wenn die gesamte Familie im Bad ist. Das Zentrum wird von dem markant schwarzen Waschtisch abgesteckt. Zwei Waschbecken aus Edelstahl sowie eine Ablagefläche fasst der Tisch. Absolut konträr zeigt sich die Badewanne, die in den Boden eingelassen wurde.

Wohnen

Modern präsentiert sich die Gestalt des Wohnzimmers. Der Teilbereich des Raumes wird dominiert von dunklen und markanten Farben, die besonders edel erscheinen. Das Dekor der Ziegelsteinwand sowie die freigelgten Dachbalken wirken der eleganten Gestalt entgegen und lässt auch rustikales Flair zu. Die Holzfenster des Bauernhauses ahmen die ursprüngliche Struktur eines Bauernhauses nach. Der Boden der Wohnräume ist aus Sichtestrich, der eine erfrischend moderne Atmosphäre kreiert.

Details

Um den Charme des Bauernhauses beizubehalten, wurde viel Wert auf die richtige Platzierung der Fenster gelegt, wie man es bereits im Wohnbereich erkennen konnte. Hier sehen wir ein Fenster, das bestens die Dachschräge austrickst. Denn nicht wie sonst üblich, wurden hier zur Belichtung Dachfenster eingebaut, sondern eine längliche Öffnung direkt über dem Boden eingeplant. 

Empfangstresen des Architekturbüros

Im Erdgeschoss des Hauses findet sich das Architekturbüro. Hier sehen wir den Empfangsbereich, der sich zur linken Seite der Eingangstür anordnet. 

Die wichtigsten Informationen im Überblick: 

Fotos: Jochen Stüber

Bauweise: Massivbauweise

Bauvolumina: 2.345 m³

Bezug: 2005

Weitere Anregungen zu einem Bauernhaus findet ihr in dem Ideenbuch: Bauernhaus und Scheune im Allgäu

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