Vorher-Nacher: Altes Haus wird angesagter Wohntraum

Elisabeth Liebing Elisabeth Liebing
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Heute stellen wir euch ein klassisches Siedlungshaus vor, das im Jahr 1937 gebaut wurde und nun einer kompletten Verwandlung inklusive energetischer Sanierung unterzogen wurde. Verantwortlich für die Planung war das Architekturbüro Zymara und Loitzenbauer Architekten BDA. Kommt mit auf unseren Rundgang, ihr werdet staunen, wie sich das Haus nun präsentiert!

Vergangenheit

Auf dieser Fotografie sieht man das Haus vor der Umstrukturierung. Typisch für solche Siedlungsgebäude sind Anbauten, die sich in verschachtelter Weise der Hauptfassade anhängen. Ursprünglich sollte durch die baulichen Anhänge der Wohnraum maximiert werden. Jedoch entstand dadurch ein kleinteiliges Raumprogramm, das für die Nutzung nicht funktional ist und wenig Bewegungsfläche beinhaltet. 

Neue Gestalt

Das Gebäude erhielt einen neuen Anstrich und das Dach wurde im Zuge des Umbaus neu gedeckt. Die verwendeten Farben bewirken, dass das Haus eine moderne Erscheinung erhält.

Schwerpunkt bei der Planung war neben der zeitgemäßen Umgestaltung die energetische Sanierung des Gebäudes. Für Wärme sorgen eine Holzpelletheizung, ein 750-l-Pufferspeicher und eine Solaranlage. Eine dezentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung wurde in das Gebäude eingebaut und unterschreitet die Anforderungen der Energieeinsparverordnung um lediglich 30% im Gegensatz zu einem Neubau. 

Rückseite

Zur Gartenseite wurden die maroden Anbauten aus den 1950er-Jahren entfernt. So ergibt sich eine cleane Gestalt, die dem zeitgemäßen Baustil entspricht. Der Wohnraum wurde auf allen Geschossen mithilfe einer ca. drei Meter breiten „Scheibe“ erweitert. Bündig an die Kanten grenzt die gedämmte Außenwand, die zum Dach anschließt, das kaum einen Überstand aufweist. Die Wand zur Gartenseite wurde mit Lärchenhölzern verkleidet, die horizontal verlaufen. Die bodentiefen Fenster erhielten eine gläserne Brüstung zur Absturzsicherung.

Weitere Anregungen zu Holz findet ihr in dem Ideenbuch: Bauen mit Holz im Innen- und Außenraum

Innenraum

Der Wohnbereich wird durch die raumhohen Terrassentüren zum Außenraum geöffnet. Mithilfe der anschließenden Treppe, die ein kleines Podest an höchster Stelle birgt, wird der Zugang zum Garten gewährt. Der Boden wurde mit Dielen ausgelegt, die eine Verbindung zur Fassadengestaltung herstellen und natürliches Flair verströmen. Die grauen Fensterrahmen bilden einen Kontrast zu der schlichten Umgebung. 

Alte Struktur

An dieser Treppe erkennt man die Struktur des alten Siedlungshauses deutlich. Die Brüstung präsentiert sich formschön und passt sich homogen der Treppenwange an. Ein schönes Beispiel, das den behutsamen Umgang mit der Bestandsarchitektur zeigt, der nicht nur hier sondern auch in anderen Partien des Hauses ersichtlich wird.

Treppe

Über eine Holztreppe gelangt man in die höchste Etage des Hauses. Dachfenster sorgen für eine natürliche Belichtung des offenen Raumes. Die hölzernen Stufen führen den vorherrschenden Stil konsequent fort. Die Ausarbeitung der Trockenarbeiten erfolgte sehr sauber, sodass im Inneren ein hochwertiger Eindruck verwirklicht wurde. 

Spitzboden

Unter dem Dach ergibt sich nach der Sanierung ein kleiner Raum, der aufgrund der Schrägen ein gemütliches Ambiente ausstrahlt. Durch die Verwendung von schlichten Farben und Materialien wirkt der Spitzboden sehr ruhig und zeitlos. Viel Helligkeit strömt durch die großzügigen Dachfenster und die offene Galerieebene in den Raum. 

Mithilfe der neuen Öffnungen, Geschossdecken, Innenwände und Dachflächen kreierten die Architekten eine neue Raumfolge mit spannenden Durchblicken, sodass im gesamten Wohnhaus Helligkeit und Großzügigkeit herrscht. 

Wie gefällt euch die Fassade des Hauses? Hinterlasst uns einen Kommentar!
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