Bungalow mit beeindruckender Rückseite

Elisabeth Liebing Elisabeth Liebing
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Bungalows erlebten in Deutschland ihre Blütezeit in den 1960er-Jahren. Damals wurden sie oft prunkvoll eingerichtet. Zu dem national bekanntesten zählt der Kanzlerbungalow in Bonn, der von dem Münchner Architekten Sep Ruf entworfen wurde. Ab den 1980er-Jahren riss der Trend ab und mehrgeschossige Gebäude hatten erneut Hochkonjunktur. 

Heute besinnt man sich wieder auf barrierefreies Bauen, das neben dem Design den großen Vorteil bietet, auch im hohen Alter ohne Treppenhürden von einem ins andere Zimmer zu gelangen. Auch von diesem Gedanken wurden die Bauherren begleitet, die in der Entwurfsplanung eng mit dem Architekten Justus Mayser Architekt agierten. Zudem schwirrte der berühmte Bau des Farnsworth-House von Ludwig Mies van der Rohe in den Köpfen der Bauherren und der Wunsch, sich daran zu orientieren. 

Eingang

Der Wunsch der Bauherren wurde realisiert. Der Architekt Justus Mayser schuf einen Bungalow der offen und hell ist und den dringenden Bezug zu Natur sucht. In architektonischer Sprache übersetzt, bedeutet das den Einsatz von viel Glas und wenigen Wänden. 

Der Eingangsbereich des Bungalows wendet sich zur Straßenseite zu und stellt durch die Verwendung der braun-roten Vertäfelung der Garage einen Fixpunkt dar. Die geschlossenen Wandflächen wurde mit einem markant farbigen Klinker versehen. Paroli bietet der Sockel aus Weißbeton. In dem Gebäudeteil, der als Eingangsbereich fungiert, finden sich alle dienenden Funktionsräume wie WC, Hauswirtschaft, Eingang und Garage. 

Gartenansicht

Der L-förmige Baukörper umschließt einen grünen Hof, der einen ruhigen Außenraum bietet. Die zum Garten ausgerichtete Südseite wurde vollständig verglast und zeigt sich von einer ganz anderen Seite als die geschlossene Ansicht, die gen Norden ausgerichtet ist. In dem hier rechts angeordneten Gebäudeteil, der sich über die Grundstückstiefe erstreckt, befinden sich die Wohnräume. 

Häusertypus: Bungalow

Flachdächer sind absolut en vouge und stehen aufgrund der geradlinigen Formensprache für die Moderne. Der Häusertypus des Bungalows wird oftmals fälschlicherweise mit einem Flachdach verbunden. Jedoch gibt es diese auch mit anderen Dachformen. Am verbreitesten sind allerdings tatsächlich Flachdächer in Deutschland. 

Weitere Anregungen zu Dachformen findet ihr in dem Ideenbuch: 10 originelle Dächer

Glas

Das auskragende Dach führt dazu, dass sich die Fassade zurücknimmt und die Konturen des Gebäudes akzentuiert werden. Die Attika des Hauses wurde Weiß verputzt und stellt zu den schwarzen Klinkern eine starken Kontrast dar.

Der Entwurf ist geprägt durch die großen Glasflächen. Um einen dezenten Übergang vom Glas zur Decke zu schaffen, wurden die Fensterrahmen fast unsichtbar gemacht und in die Taschen der Stahlbetondecke gesteckt. Insgesamt wurden 116 Quadratmeter Fensterfläche verbaut. 

Kochen und Essen

Betritt man den länglichen Südflügel, findet man zunächst die Küche vor, die sich in einem Küchenblock anordnet, der zentral im vorderen Teil des Raums steht. Schlüssig dazu ordnet sich der Essbereich in Form einer langen Tafel an. Der Blick zum Garten beherrscht den Bau und ist ein wichtiges gestalterisches Detail.

Wohnen

Der offene Wohnbereich erhält durch die Zentralstellung des Kamins eine gewisse Separierung. Davor siedelt sich die gemütliche Sofalandschaft an. Die privaten Wohnräume sind aufgrund der rechtwinkligen Formation des Gebäudes und der Oberlichter vor fremden Blicken geschützt. Das Schlafzimmer findet sich an der Flügelspitze und wird von drei bodentiefen Glasflächen umschlossen. 

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