Japanische Häuser

Elisabeth Liebing Elisabeth Liebing
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Japanische Häuser zeichnen sich durch Stilbewusstein, Reduktion, hochwertige Materialien und optimal ausgenutzten Raum aus. Alles gute Gründe, um sich an diesem Baustil zu orientieren und dem asiatischen Einfluss auch in der europäischen Welt mehr Raum zu geben. Viele Architekten sind bereits in den Bann gezogen und leben die architektonische Ausdrucksform auch in westlichen Gefilden aus. Deshalb möchten wir euch heute Häuser zeigen, die in Deutschland, Österreich oder der Schweiz gebaut wurden und den japanischen Stil -sei es bewusst oder unbewusst- nachahmen.

Japanisches Haus in Wien

Japan ist ein Land der Widersprüche und Gegensätze. Auf der einen Seite bietet es grelle Metropolen wie Tokio, die so dicht besiedelt sind, dass Wohnraum eine wahre Rarität darstellt. Auf der anderen Seite wird die Insel von grünen Auen durchzogen, die nur punktuell besiedelt werden. 

Das österreichische Architekturbüro Caramel Architekten schuf mitten in Wien ein Haus, das uns ungemein an die Architektur japanischer Häuser erinnert. Die Ansicht präsentiert sich introvertiert und verschlossen. Die Gebäudebreite ist mit fünf Metern überaus gering, jedoch erstreckt sich die Tiefe über eine enorme Länge von 35 Metern. 

Innenraum

Im Wohnbereich wird der Einfluss der japanischen Architektur deutlich. Der hohe Raum ist geprägt von der rauen Sichtbetonoberfläche, die mit Brettschalungsoptik an den Wänden und der Decke versehen wurde. Der Holzbodenbelag orientiert sich an dem grauen Werkstoff und wurde parallel zum Schalungsmuster ausgerichtet. Ein Innenhof, der typisch für japanische Häuser ist, greift die vorherrschende Natürlichkeit des Raumes auf. Die Öffnungen präsentieren sich unkonventionell und kreieren dadurch den Eindruck man würde sich in einem Haus mitten in Tokio befinden. 

Bezug zur Natur

Fließende Grundrisse und Grenzen sind ein eindeutiges Merkmal für die japanische Architektur. Hier schuf das Architekturbüro Dietrich | Untertrifaller Architekten ZT GmbH in Dornbrin ein Einfamilienhaus. Ummantelt von Holzstreben, die dem Gebäude eine klare Designsprache verleihen, wurde das Haus in der idyllischen und bergigen Landschaft Österreichs eingegliedert. Die markante Ausrichtung des Holzes verstärkt die Perspektive des Gebäudes. Die Loggia wird durch das Schattenspiel des rahmenden Weißtannenmoduls am Ende des Außenraums belebt. 

Ansicht der Seite

Der Entwurf lebt von seiner scheinbaren Bescheidenheit und der präzisen handwerklichen Ausarbeitung. Nach eben diesen genannten Richtinien orientieren sich auch moderne japanische Häuser. Die einfache Kontur lässt den Eindruck entstehen, das Haus wäre aus dem Boden herausgewachsen und Teil der natürlichen Umgebung. Kein Detail wirkt überladen oder künstlich. 

Traditionelle Japanische Architektur im Innenraum

Nicht wegzudenken aus traditionell japanischen Häusern sind shoji, Schiebetüren. Hier wird ein Holzgerüst aus hochwertigem Zedernholz mit einer dünnen Pergamentschicht überzogen. Diese Türen filtern das Licht von außen und kreieren somit ein weiches Licht im Raum. Traditionell erhalten die Rahmen einmal pro Jahr frisches Japanpapier. 

Wenn ihr diesen Stil auch in euren vier Wänden haben möchtet, dann seid ihr bei dem Leipziger Designer Gerstenberger gut aufgehoben. Neben den Schiebewänden stellt er auch Möbel und dekorative Elemente her, die stark vom japanischen Stil beeinflusst sind. 

Beton

Im Jahr 1995 wurde der japanische Architekt Tadao Andō mit dem höchsten Preis der Architektur ausgezeichnet, dem Pritzker Preis. Andō ist weltberühmt für seine Bauten aus Beton und wird unter Architekten als Betongott betitelt. Sicherlich trug er einen großen Beitrag dazu, den einst verpönten mineralischen Baustoff auch in Deutschland wieder vermehrt zu verwenden. Heute ist Beton ein Indiz für zeitgemäßes Bauen. 

Auch bei diesem Entwurf des Schweizer Architekturbüros Alberati Architekten AG machte man an der Fassade Gebrauch von Sichtbeton. Durchbrochen wird die Hülle durch große Öffnungen, die den Bezug zum Außenraum herstellen und der monolithischen Erscheinung Lebendigkeit einhauchen.

Der Garten in japanischen Häusern

Japanische Häuser haben in den seltensten Fällen einen Garten, da der Wohnraum knapp und sagenhaft teuer ist. Wer dennoch dieses Privileg eines Außenraumes genießt, der verfügt über einen Hof, der in das Haus integriert wurde. Denn dieser schenkt bei der vorherrschenden engen städtebaulichen Besiedlung mehr Privatsphäre. Diese asiatischen Patios orientieren sich von der Begrünung an japanischen Gärten, die eine klare Struktur aufweisen. Viel Wert wird hierbei auch auf die Materialien gelegt, die die Erscheinung der Fassade widerspiegln sollen. Deshalb werden oft Steine verwendet. Ausgleich schafft Wasser und punktuelle Begrünung.

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