homify 360°: Holzhaus in Watzenegg

homify 360°: Holzhaus in Watzenegg

Elisabeth Liebing Elisabeth Liebing
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Heute stellen wir euch ein Einfamilienhaus in Voralberg vor. Dieses Wohnhaus stammt aus den frühen 1960er-Jahren und wurde von dem Architekturbüro raumhochrosen erweitert und revitalisiert. Im Fokus der Planung stand der behutsame Umgang mit den bestehenden stilistischen Mitteln und die Wiederentdeckung eines kaum mehr beachteten Bauwerks aus der regionalen Architekturentwicklung. 

Kurz zur Geschichte des Hauses: Dieses wurde im Jahr 1963 von dem Architekten Gunther Wratzfeld erbaut. Es war das erste Gebäude, das der Architekt nach dem Absolvieren seines Studiums plante und baute. Gunther Wratzfeld ist bekannt für seinen Baustil der Vorarlberger Bauschule

Das Projekt wurde im Jahr 2003 mit dem Vorarlberger Holzbaupreis und 2005 mit dem Hypo-Bauherren-Preis, in der Kategorie Eigenheime und Reihenhäuser, sowie mit dem Österreichischen Bauherrenpreis der ZV 2005 ausgezeichnet.

Konzept

Die vorsichtige Erweiterung und Rekonstruktion des beispielhaften Hauses aus den frühen 1960er-Jahren zeigt großen Respekt vor der frühen Vorarlberger Bauschule, die den Wohnbau in Vorarlberg grundlegend verändert hat. Mit viel Einfühlungsvermögen in jene Qualitäten schaffte das Architekturbüro eine Revitalisierung des Gebäudes. Die baulichen Eingriffe stellen behutsame Ergänzungen, Verbesserungen und die Integration des heutigen ökologischen und technischen Standards dar. 

Außenraum

Der Kubus ist umrankt von einer hölzernen Dachterrasse, von der man einen wunderbaren Blick auf die Landschaft hat. Diese Zone wird im Sommer zu einem festen Bestandteil des Wohnens und erfreut die Bewohner. 

Weitere Anregungen zur Gestaltung des Außenraums findet ihr in dem Ideenbuch: Balkon und Terrasse optimal gestalten

Ansicht Seite

Der eingeschossige Flachdachkörper sitzt auskragend auf vier Winkeln, die aus Sichtbeton gefertigt wurden. Die Fassade wurde mit einer vertikalen Rauschalung verkleidet. Die großflächige Verglasung unterbricht den homogenen Baukörper und stellt einen starken Bezug zur Voralpländischen Umgebung dar. Um eine detailgenaue Rekonstruktion des einstigen Originalzustands zu erhalten, wurde ein oberirdischer Zubau aus den 1970er-Jahren entfernt. Durch zwei im Hang liegende Wohnräume und einen Technikraum wurde eine Vergrößerung der Nutzfläche erzielt. Eine bauphysikalische und konstruktive Komplettsanierung führten das Gebäude an einen aktuellen Wohnstandard heran. 

Innenraum

Die Erschließung erfolgt über das Erdgeschoss und lagert unter dem auskragenden Gebäudekorpus. Der Eingangsbereichs ist geprägt von zwei dominanten Materialien: Beton und Holz. Der Beton erhielt seine markante Oberfläche durch ein Holzschalsystem. Hierbei wird der Beton in eine Form bzw. Schalung gegossen, die an den vertikalen Flächen mit unbehandelten Brettern ausgelegt wurde. Dies ist eine natürliche Möglichkeit, um dem mineralischen Material Leben einzuflößen und die Wandelbarkeit des Baustoffes zu zeigen. 

Bauelemente

Das Haus stellt einen Modellfall der ökologischen Sanierung eines Holzbaus dar und ist zudem ein wichtiges Beispiel für die nachhaltige Erneuerung von Holzbauten. Der Holzschirm und die Innenverschalungen wurden aus regionalen Hölzern erneuert. Kontaminierte Holzsteher wurden ausgetauscht, hierbei wurde gleichzeitig die Dämmstärke mit Schafswolle erhöht.  

Die sehr schlank proportionierten Kippfenster, die bereits einmal verändert wurden, sind unter aufwendiger Recherche rekonstruiert und in das Haus eingesetzt worden. 

Wohnbereich

Hier befinden wir uns in der ersten Etage des Hauses, die mittels einer Wendeltreppe vom Erdgeschoss erschlossen wird und acht x neun Meter misst. Vom großzügigen Wohnzimmer blickt man gen Küche und Badezimmer. Dunkle Farben und starke Materialien beherrschen den Innenausbau und machen den Stil der 1960er-Jahre spürbar. Ein anthrazitfarbener Teppichboden bildet die Basis. Die Decken wurden mit einer Holzvertäfelung versehen. Das Material Holz findet an verschiedenen Stellen erneut Verwendung, jedoch in anderen Tönungen. Die Türen werden mithilfe von schwarzen Balken in Szene gesetzt. Diese bilden eine strenge Kontur, die den Innenraum beherrscht. 

Küche

Die Küche ordnet sich in einer Nische an und ist vom Wohnraum des Hauses aufgrund des schlauchartigen Aufbaus separiert. Der Zubereitungsbereich siedelt sich vor den Fenstern an. So wird gewährleistet, das man ausreichend natürliches Licht bei der Arbeit erhält. Die gegenüberliegende Seite birgt raumhohe Schränke, die für viel Stauraum sorgen.  

Wie findet ihr die Gestaltung des Hauses? Hinterlasst uns einen Kommentar!
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