Vorher/Nachher: Vom schäbigen Hinterhof zum stylishen Wohnraum

Elisabeth Liebing Elisabeth Liebing
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Wir haben ein verblüffendes Vorher-Nachher-Projekt für euch. Verantwortlich für die Planung und den Bau war der Designer und Architekt Tom Kaneko. Die Aufgabe des Architekturbüros bestand darin, den kleinen Grundriss des englischen Reihenhauses zu erweitern und den unansehnlichen, aber großzügigen Hinterhof zu einem attraktiven Außenraum zu gestalten. Das Budget der Bauherren lag bei 70.000 £, das entspricht in etwa knapp 89.000 Euro. Das klingt im ersten Moment nicht besonders wenig, ist für Londoner Verhältnisse jedoch knapp bemessen. 

Wie der Wohntraum dennoch wahr wurde, könnt ihr in den folgenden Bildern bestaunen. 

Vorher: Hofansicht

Hier haben wir die ursprüngliche Ansicht der Rückseite vor der Erweiterung. Eine Standard-Terrasse mit Waschbetonplatten säumte den tristen Hinterhof, der kaum genutzt wurde. Dem Hof fehlte Farbe und Leben. Das Anwesen schien wie eine leere Leinwand, die nur darauf wartete, revitalisiert zu werden. 

Nachher: Hofansicht

Vieles hat sich nach dem Umbau getan, denn nicht nur das Haus profitierte von der Umgestaltung, sondern auch der Hof. 

Vor das bestehende Backsteingebäude wurde ein kleines Haus eingesetzt, das die gesamte Breite des Grundstücks einnimmt. Die Formensprache des Holzbaus leitet sich aufgrund des Satteldachs von dem Haupthaus ab. Der Wohnbereich wurde erweitert und aufgeklappt und eine Illusion von Raum innerhalb der schmalen Terrasse geschaffen. Der Hof wurde begrünt und mit Gartenmöbeln ausgestattet, die dazu einladen, die Tage im Freien zu verbringen. 

Wünsche der Bauherren

Der Wunsch der Bauherren war es, eine Erweiterung zu schaffen, die ein offenes Konzept darstellt und eine starke Beziehung zum Hof bildet. Der Raum sollte zum Verweilen, Kochen und Essen mit Freunden verwendet werden. Um das offene Wohnkonzept zu erreichen, plante Tom Kaneko Design & Architecture flächige Oberlichter, die den Anbau mit viel natürlichem Licht versorgen. Als Fußbodenbelag wählte das Architekturbüro einen lichtreflektierenden Boden, der idealerweise eine Verbindung mit den grauen Pflastersteinen im Garten herstellt. Holzsparren schaffen eine beruhigende Atmosphäre im Innenraum und bilden einen Ruhepol zur Hektik in der Stadt. Die Einrichtung ist modern, aber zugunsten der Gemütlichkeit dennoch mit Farbtupfern ausgestattet. 

Stil

moderne Esszimmer von Tom Kaneko Design & Architecture
Tom Kaneko Design & Architecture

Dining table view to the garden

Tom Kaneko Design & Architecture

Wenden wir der Küche den Rücken zu, überblickt man das Esszimmer und die kleine gemütliche Nische, die sich links vor dem Fenster ansiedelt. Ein Hauch von industriellem, rauen Flair wird in Küche und Essbereich versprüht. Verantwortlich dafür sind die Stühle aus Kupfer und die Leuchten aus Emaille. Die weiß getünchte Wand bietet Ruhe und schlägt eine Brücke zum modernen skandinavischen Einrichtungsstil. Der persönliche Einrichtungsstil der Bewohner wird schnell erkennbar und ist überall ablesbar, sodass Gemütlichkeit einkehrt. Alles passt zusammen, trotz des bewussten Stilmixes und es wird ein authentisches Flair geschaffen. 

Gemütliche Ecke

Das hier verwendete Holz ist norwegische Fichte. Es zählt zu einem preiswerten Holz, das kam den Bauherren aufgrund des relativ knappen Budgets sehr entgegen. Der Kontrast zwischen den hellen Holzmöbeln und den knalligen dekorativen Artikeln fügt sich stimmig ein. Das breite Fensterbrett wurde optimal ausgenutzt und mit gemütlichen Kissen versehen. Dadurch wird das kleine Abteil im Raum bestens ausgenutzt und zu einem Lieblingsort. Die Ecke ist inspiriert von moderner Einrichtung trotz der schrulligen Lampions und bedruckten Kissen. Natürliche Farben verstärken den Dialog zwischen dem Innen- und Außenbereich und bilden eine perfekte Symmetrie zwischen der Holzverkleidung und den grünen Blättern, die sich auf beiden Seiten des Fensters abbilden. 

Arbeitszimmer

Ein Oberlicht zwischen dem alten und neuen Teil des Hauses wurde eingeplant und verspricht eine natürliche Belichtung. In dem kleinen Zwischenraum wurde ein Arbeitszimmer eingeplant. Je nach Abhängigkeit der sich verändernden Bedürfnisse der Bewohner kann das kleine Zimmer auch anderweitig genutzt werden. Die Wand ist gesäumt von flippigen Kunstwerken und gerahmten Drucken, die ein lebendiges Ambiente kreieren. 

Grundriss

Um euch einen Überblick des gesamten Raums zu verschaffen, haben wir hier den Grundriss des Anbaus. Die Platzierung der Möbel geschah überlegt und bindet den Hof, der sich rechts von der Fotografie befindet, bestens ein. 

Schnitt

Im Schnitt erkennt man die Oberlichter, die in der Übergangszone und im Anbau eingeplant wurden. Der Anbau weist nahezu die gleiche Höhe wie die Geschossdecke des ersten Stockwerks auf und bildet dadurch eine stimmige Proportion.

Weitere Anregungen zu einem Vorher-Nachher-Projekt findet ihr in dem Ideenbuch: Vorher-Nachher – historisches Haus in Braga, Portugal

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