Wie kann ich mein Zuhause vegan einrichten?

Marie Carstens Marie Carstens
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Vegan zu leben, ist für viele ein neuartiger Trend. Für andere ist es jedoch eine Lebenseinstellung, die nicht nur eine fleisch- und tierproduktfreie Ernährung bedeutet, sondern auch einen tierfreundlichen Lifestyle. Pelzkragen, Lederschuhe und Kleidung aus Seide werden aus Überzeugung abgelehnt und haben auch im Haushalt nichts zu suchen. Viele Leute glauben, auch heutzutage noch, dass Leder und Pelz Abfallprodukte sind. Sie liegen leider falsch. Während Nicht-Veganern und Vegetariern beim Essen durchaus klar ist, dass sie Fleisch und Tierprodukte essen, wird bei der Inneneinrichtung nicht über das Thema nachgedacht. Was sollen denn Teppiche, Kissenbezüge und Kerzen mit Tieren zu tun haben?  Wie sich bei genauerem Hinsehen feststellen lässt, sogar eine ganze Menge. Deshalb wollen wir euch heute erklären, wie ihr euer Zuhause tierfreundlich bzw. frei von tierischen Produkten einrichten könnt.

Gründe für veganes Wohnen

Der Mensch ist von Natur aus ein Fleischesser. Unsere Vorfahren waren entweder Jäger oder Sammler und haben sich von Fleisch, Fisch, Obst, Gemüse und Nüssen ernährt. Doch Tiere waren nicht nur für die Ernährung wichtig, sondern auch für die Kleidung: Die Menschen haben sich mit Pelzen und Leder vor der Kälte geschützt, da andere Textilien noch nicht zur Verfügung standen. Bis zur heutigen Zeit hat sich jedoch einiges verändert: Der Mensch ist absolut nicht mehr auf Tierprodukte angewiesen und kann diese auch problemlos ersetzen. Ledersofas und -sessel, Seidenkissen und Pelzdecken werden oftmals unterschätzt, denn Millionen von Tiere sterben jedes Jahr für die Pelz- und Lederindustrie. Viele von ihnen sind noch am Leben, wenn ihnen das Fell über die Ohren gezogen wird. Anschließend werden die Kadaver verbrannt oder zu Tierfutter verarbeitet. 

Wer es satt hat, dass Tiere zu unseren Gunsten leiden müssen und sich nicht mehr vormachen möchte, dass die Tieren vor ihrem Tod unter freiem Himmel auf grünen, saftigen Wiesen gehaust haben, kann sich jetzt für einen neuen, tierfreundlichen Lebensweg entscheiden: vegan leben, essen und wohnen. Um euch das vegane Wohnen schmackhaft zu machen, stellen wir euch fünf Tierprodukte im Haushalt und ihre veganen Alternativen vor.

Sofas und Sessel ohne Leder

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Immofoto-Sylt

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Auf Grund der großen Nachfrage an Leder und Lederprodukten, ist dieses Material längst kein ausschließliches Abfallprodukt mehr. Leder ist, wie ihr höchstwahrscheinlich wisst, die Haut von Tieren, die durch Gerbung und andere chemische Prozesse haltbar gemacht wird. Da Leder besonders stabil und reißfest ist, erfreut sich das Material großer Beliebtheit. Doch gerade für Sofas, Sessel und Sitzgarnituren wird extrem viel Leder benötigt. 

Die vegane Alternative: Sofas mit Stoffbezug. Von vielen Menschen werden diese ohnehin als viel gemütlicher empfunden: Im Winter sind sie nicht so kalt und im Sommer bleiben wir nicht daran kleben. Gut für uns, noch besser für die Tiere!

Viskose statt Seide

Um sich einen Kokon zu bauen, produzieren die Seidenraupen in speziellen Drüsen die hauchdünnen Seidenfäden, mit denen sich bis zu 300.000 mal umwickeln. Kurz bevor sich die Raupen in Schmetterlinge verwandeln, werden die lebendigen Tiere gekocht, um das Reißen der Seidenfäden beim Schlüpfen zu verhindern. Anschließend werden circa drei Fäden zu einem feinen Garn verarbeitet. Aus 3000 Kokons, was in etwa einem Kilogramm Raupen entspricht, kann 250 Gramm Seide hergestellt werden. 

Vor allem Kleidung, aber auch Kissenbezüge, Bettwäsche und Vorhänge werden aus Seide hergestellt. Es bedarf nicht viel, sich vorstellen zu können, wie viele Raupen sterben müssen, damit wir uns auf seidenen Laken betten können. Da Seide, ohne Frage, ein wunderschönes, leichtes Material ist, haben Forscher tolle Alternativen entwickelt – eine davon ist Viskose: Es besteht aus veganen Naturfasern, die umweltfreundlich hergestellt werden können. Der seidenartige Stoff ist zudem nicht nur günstiger, sondern auch haltbarer und reißfester. Das Fazit lautet somit, dass Textilien aus Viskose oder anderen pflanzlichen Stoffen, nicht nur die Tierwelt, sondern auch unseren Geldbeutel schonen.

Kerzen ohne Bienenwachs

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Man mag es kaum glauben, doch auch viele Kerzen sind nicht vegan. Veganer verzichten nicht nur auf Honig, sondern auch auf Produkte, die Bienenwachs enthalten. Während Vegetarier gelantinefreie Gummibärchen essen, lehnen Veganer sogar diese ab, da sie zum größten Teil mit Bienenwachs hergestellt werden. Beim Bau der Bienenwaben, produzieren die Honigbienen den Wachs, der durch ein Schleuderverfahren von den Waben getrennt werden kann. Bienenwachs wird nicht nur für Kerzen, sondern auch für viele Kosmetikprodukte verwendet. Lippenstifte und Cremes enthalten oftmals den pflegenden Stoff, der von Honigbienen produziert wird.

Wollfreie Teppiche

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Die bekannteste Wolle wird von Schafen gewonnen, sogenannte Schafwolle. Schafe müssen nicht, wie meistens von uns angenommen, von Menschenhand geschoren werden. In freier Wildbahn schuppern sich die Tiere an Bäumen oder auf dem Boden, um ihre Wolle auszudünnen. In Gefangenschaft werden die Tiere stark gezüchtet, um ihr Wollwachstum zu steigern. In Deutschland sind die Kosten für Wollverarbeitung so hoch, dass sich normal-sterbliche Menschen das Endprodukt kaum leisten können. Die meiste Wolle wird derzeit in Australien hergestellt, wo die Schafe von Wanderarbeitern geschoren werden. Diese werden nicht nach Arbeitsstunden bezahlt, sondern nach der abgeschorenen Wollmenge. Die Schafe werden an den Beinen gepackt und mit einem elektrischen, scharfen Rasierer geschoren. Durch Zeitdruck getrieben, wird besonders schnell gearbeitet, ohne auf die Schafe Rücksicht zu nehmen. Blutige Stellen und offene Wunden sind nur Eines, was die Tiere beim Scheren ertragen müssen. Der Lärm der Rasierapparate macht den Schafen Angst und weckt einen Fluchttrieb, dem sie eingeklemmt natürlich nicht nachgehen können. 

Teppiche und Decken mit echter Wolle haben in einem veganen Haushalt demnach nichts zu suchen. Es gibt viele, schöne Modelle aus Kunstfasern oder Naturmaterial wie Bast, die jedes Wohnzimmer sofort gemütlicher und wohnlicher machen.

Schlafen ohne Daunenbett

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Jeder kennt die Vorteile eines gemütlichen, flauschigen Daunenbettes. Gerade im Winter wärmen uns die dicken, aber leichten Decken, während sie im Sommer akklimatisieren. Doch ursprünglich dient dieser Effekt nicht uns, sondern auch den Tieren die die Daunen tragen: Gänse. 

Für eine Daunendecke werden die Unterfedern von 75 Tieren benötigt. Die Daunen werden per Hand vom lebenden oder toten Tier gerupft. Die lebenden Tiere erleiden große Schmerzen und Stresszustände. Anschließend werden Bettdecken, Kissen und Jacken mit den Daunen gefüllt. Der große Nachteil ist, dass Daunen ihre Dämmfähigkeit verlieren, wenn sie mit Wasser in Berührung kommen. Somit können Daunenbetten nicht gewaschen werden. 

Synthetische Füllmaterialien sind nicht nur günstiger, sie sind auch nicht so empfindlich und können sogar in der Waschmaschine gereinigt werden. 

Noch mehr umweltfreundliche Einrichtungsideen findet ihr in diesem Ideenbuch.

Was haltet ihr vom veganen Wohnen und Leben? Wir sind gespannt auf eure Kommentare!
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