homify 360°: Kirschblütenhaus in Mösbach

Elisabeth Liebing Elisabeth Liebing
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Ein Haus umgeben von Kirschbäumen, die im Frühjahr zum Blühen beginnen und die Landschaft verzaubern und diese Schönheit in das Innere eines Hauses reflektieren. So ein Gebäude zeigen wir euch heute. Gebaut wurde es von den beiden Architekten Markus und Daniela Seifermann, die gemeinsam das Architekturbüro ÜberRaum leiten. Eigentlich zählt das Einfamilienhaus für eine Familie zu einer Ausnahme, da sich das Büro auf öffentliche Bauten spezialisiert hat. Die Ausnahme hat sich jedoch gelohnt, da das Büro einige Preise dafür erhielt. Eingefangen wurde das sogenannte Kirschblütenhaus von dem Fotografen René Lamb. Dieser bietet ein großes Repertoire unterschiedlicher Motive, setzt den Schwerpunkt jedoch auf Architektur, Design und Kunst.

Entwurf

Prägnant sind bei dem Bau die speziellen Platzierungen der Öffnungen. Das Haus orientiert sich in Ost-Westrichtung und so wurden die Fenster der Positionierung angepasst. Die Nordseite blieb völlig frei von Öffnungen. Das Gebäude wurde auf einem abfallenden Hang errichtet und zur nördlichen Seite auf Stützen errichtet. Dadurch entstand ein Freiraum, der als Unterstellplatz für die Autos fungiert. 

Fassade

Die Fassade wurde mit horizontal liegenden Hölzern verkleidet, die dem Haus aufgrund der Ausrichtung der schmalen Hölzer eine spezielle Anmutung verleihen. Die Fenster der ersten Etage wurden bis an die Traufe geführt. Dadurch werden die vorherrschenden Linien der Kubatur aufgegriffen und es entsteht eine geordnete Anmutung. Im Erdgeschoss bedienten sich die Planer dem Thema der Addition und fügten einen modernen Kubus an, der als wunderbare Sitzgelegenheit im Inneren verwendet wird. 

Erscheinung in der Dämmerung

An die Längsseite des Hauses schmiegt sich eine Terrasse an, die im Sommer als zusätzlicher Raum genutzt wird. Aufgrund der raumhohen Schiebetüren entsteht eine Vermischung des Innen- und des Außenraums. 

Weitere Anregungen zu Fenstern findet ihr in dem Ideenbuch: Schöne Aussichten – Lieblingsplätze am Fenster

Eingang

Die Erschließung des Hauses ist unkonventionell. So betritt man zunächst einen hölzernen Steg, der zur rechten Seite von einer großformatigen Fassung eingerahmt wird und die umliegende Landschaft wie ein Bilderrahmen umgreift. Die Verkleidung der Begrenzung ist aus Cortenstahl. Dieser Stahl weist die Oberflächenoptik von Rost auf und ist eigentlich ein phosphorlegierter Baustahl. Anders als man aufgrund der sonst negativen Begleiterscheinungen von Rost denken würde, ist das Material unempfindlich gegenüber Witterungseinflüssen und wird gerne zur Akzentuierung in der Architektur eingesetzt.

Innenraum

Werfen wir einen Blick in den Innenraum, der von dem Fotografen René Lamb zu einer besonders schönen Stunde eingefangen wurde. Auf der Abbildung sieht man einen Teil der Treppe. Diese gliedert sich in zwei markante Abschnitte. Die unteren vier Stufen aus Vollholz wurden wie ein Podest unter die eigentliche Treppe gestellt. Das Thema Holz spielt nicht nur im Außenraum eine große gestalterische Rolle, sondern wird auch im Innenraum konsequent weitergeführt. 

Konzept des Hauses

Bodentiefe Fenster sorgen im Innenraum für lichtdurchflutete und helle Räume, die sich von einer besonders schönen Seite zeigen. Das energieeffiziente Haus wurde in Holzrahmenbau konzipiert und in nur einer Woche errichtet. Das gesamte Gebäude ist mit umweltfreundlicher Zellulose isoliert und mit dreifachverglasten Fenstern ausgestattet. Mit der dachintegrierten Solar- und Photovoltaikanlage in Verbindung mit einer Luftwärmepumpe ist das Haus fast energieautark. Das Kirschblütenhaus wurde mit dem Preis für vorbildliches Design der Architektenkammer in Baden-Württemberg ausgezeichnet.

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VIO 302 - Terrasse:  Terrasse von FingerHaus GmbH

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