Haus mit tausend Fenstern

Elisabeth Liebing Elisabeth Liebing
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Wie sehr sich der Neubau eines Anbaus auf die Wirkung des bestehenden Gebäudes auswirken kann, möchten wir euch heute an einem Beispiel zeigen. Verantwortlich für die Planung des Baus war das erfahrene Architekturbüro Wilhelm und Hovenbitzer und Partner. Das Büro besteht seit über vierzig Jahren und deckt alle Leistungsphasen der Planung ab. Etliche namenhafte Preise belegen den Erfolg von kleinen bis hin zu großen Bauten. Wir schenken heute einem Anbau unsere volle Aufmerksamkeit. 

Ansicht

Zwei völlig konträre Gestaltungstypen offenbaren sich von der Ansicht und bilden einen spannungsreichen Entwurf. Der Bestand wurde in den 1950er-Jahren erbaut und weist viele Eigenschaften dieser Bauepoche auf. Die Bauherren wünschten sich eine Erweiterung des Grundrisses, der sich einem gegensätzlichen Gewand präsentieren sollte. 

Im Zuge des Neubaus wurde das bestehende Wohnhaus energetisch saniert. Das Dach wurde neu isoliert sowie die Fenster und Türen isolierverglast und die Wände mit einer 16 Zentimeter dicken Mineralwollschicht versehen. Zusätzlich erhielt das Gebäude eine Heizanlage, die dem neusten Energiestandard entspricht.  

Integration

Der zweigeschossige, kubische Baukörper schließt sich an den Bestand an und stellt bewusst eine Grenze zwischen dem neuen und alten dar. Der Anbau ist Teil der energetischen Sanierung, da die vier Außenwände die Funktion der Wärmedämmung übernehmen. Zudem fungiert er ergänzend als massive Aufwertung des gestalterischen Konzepts. Das extrovertierte Raumkonzept lässt eine kommunikative Beziehung zwischen dem Außen- und Innenraum entstehen und schafft vertikale Bezüge zwischen dem Hang- und Erdgeschoss. Obwohl beide Gebäude keine Wiederholungen in der Farb- und Materialgestaltung aufweisen, wird dennoch ein Gefühl der Zusammengehörigkeit hervorgerufen. Markante schwarzrote Kolorierungen in Kombination mit Sichtbetonflächen kontrastieren den weiß-beigen Anstrich des Altbaus. 

Innenraum

Beim Betreten erkennen wir den vorherrschenden Stil im Handumdrehen. Die Wände aus Beton in Kombination mit Stäbchenparkett verströmen einen rauen Charme, der dem eines Lofts ähnelt. Verantwortlich dafür ist auch die Deckenhöhe sowie die großformatigen Fenster, die den bereits erwähnten Bezug zum Garten herstellen. Die Möblierung präsentiert sich minimalistisch und besinnt sich auf das Wesentliche. 

Fenster

Auf der gegenüberliegenden Seite wurde ein bodentiefes Fenster in den quadratischen Ausschnitt eingeplant. Der Außenraum wird somit auch von dieser Partie stark in das Innere einbezogen. Eine Vielzahl unterschiedlicher Öffnungen wurden in den Anbau eingeplant und verströmen dadurch einen ganz individuellen Charakter. Auf der rechten Seite der Fotografie erkennt man ein rundes Oberlicht, das in das Flachdach eingelassen wurde und nun die Aufgabe der natürlichen Belichtung für das Treppenhaus übernimmt. 

Treppe

Über die Treppe gelangt man in das tiefer liegende Geschoss des Neubaus, in dem sich das Büro anordnet. Die Treppe schlägt gestalterisch eine formschöne Brücke von der ersten Etage zum tieferliegenden Geschoss. Die Stufen aus Vollholz wirken wie gefalten und auf den schwarzen Unterbau gesetzt. Die Mischung der beiden Farben wirkt lebendig. Unterhalb der Stufen wurde ein Schranksystem eingeplant, sodass der Platz an dieser Stelle ideal ausgenutzt werden kann. 

Arbeiten

Im Untergeschoss des Anbaus befindet sich ein Arbeitszimmer. Auch hier macht man Gebrauch von raumhohen Öffnungen, um ein helles Ambiente sicherzustellen. Der Schreibtisch ist von dem Architekten und Designer Egon Eiermann. 

Fenster in die Vergangenheit

Der Bezug zum Bestand wird an dieser Stelle des Hauses bestens hergestellt. Ein Fenster verbindet den Neubau mit dem Einfamilienhaus aus den Fünfzigern und liefert heimelige Einblicke in das Esszimmer. Dadurch wirkt diese Partie wie der Ausschnitt eines Museums, in dem ein besonders kostbarer Stück ausgestellt wird. 

Weitere Anregungen zu Fenstern findet ihr in dem Ideenbuch: Fenster in allen Variationen

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