6 Dinge, die du über altersgerechtes Wohnen wissen solltest

anne lomberg anne lomberg
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Mit zunehmendem Alter gewinnt das eigene Zuhause an immer größer werdender Bedeutung. Denn wenn die Mobilität aus gesundheitlichen Gründen nachlässt und der Unternehmungsraum eingeschränkt ist, entwickeln sich die eigenen vier Wände zum Zentrum des Geschehens. Um sich bestmöglich einzurichten und sich rundum wohlzufühlen haben wir ein paar Tipps, die ein altersgerechtes Wohnen im eigenen Haus vereinfachen. Einige Auswahlmöglichkeiten von verschiedenen Wohnmodellen stehen älteren Menschen zur Verfügung, sei es mit einem Zusammenleben in einer WG, einem Mehrgenerationenhaus oder im Seniorenheim. Wer sein Haus im Alter nicht verlassen möchte, sollte in jedem Fall über ein paar Umbaumaßnahmen nachdenken, um die Ansprüche anzupassen und eine barrierefreie Umgebung zu gewährleisten. Unsere Experten haben sich mit diesem Thema beschäftigt und Hightech Innovationen für ein altersgerechtes Wohnen erfunden.

Ebenerdiges Haus (ohne Treppen)

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Lopez-Fotodesign

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Ein ebenerdiges Haus oder eine Erdgeschosswohnung eignet sich hervorragend für das Wohnen im Alter. Denn die Treppen können schon schnell zur Last fallen, wenn die körperliche Verfassung nicht mehr das hergibt, was in jungen Jahren problemlos umzusetzen war. Ein Fahrstuhl erweist sich als gute Lösung für das Residieren in höheren Etagen. Ansonsten schafft eine Rollstuhlrampe bei ein paar Stufen schnell Abhilfe. Eine ebenerdige Bauweise bietet allerdings die perfekte Grundlage, um sich mehr Lebensqualität im hohen Alter zu sichern und auf weitere Hilfsmittel verzichten zu können. Denn erwiesenermaßen lässt sich die Zeit in der eigenen Wohnung auf unabhängiger Basis deutlich verlängern. 

Übrigens: Bei einem bestimmten Grad der Behinderung können Förderprogramme vom Staat in Anspruch genommen werden. Dies beinhaltet z.B. das Erweitern von Türöffnungen oder den Einbau eines Treppenlifts. Bei Anspruch auf eine Pflegestufe kann die Pflegeversicherung einen Teil der Kosten übernehmen. Den tatsächlichen Grad der notwendigen Umbauarbeiten klärt allerdings der Pflegebetreuer beim Rundgang durch das Appartement ab.

Garage direkt neben Eingang

Wer im Alter ein Auto besitzt, für den eignet sich ein Garagenstellplatz direkt neben dem Hauseingang. So eine Garage zeigt sich als sinnvolle Investition. Denn diese bietet nicht nur Schutz vor Kriminalität, sondern hier parkt das Auto sicher vor Witterung und Nagerangriffen. Außerdem stellt so eine Garage Stauraum für sämtliche Gartengeräte sowie Werkzeuge zur Verfügung. Um eine Garage barrierefrei zu gestalten, sollte man auf Schwellen oder Stufen verzichten, des Weiteren lohnt sich ein Einbau von einem Garagentorantrieb. Mit einem Knopfdruck per Fernbedienung öffnet sich das Tor für eine mühelose Einfahrt. Ein weiterer Vorteil von einem Garagenanbau direkt neben dem Hauseingang zeigt sich bei der kurzen Wegbestreitung. Denn das Schleppen von Einkaufstüten kann sehr mühselig sein, mit einer kurzen Strecke, eventuell sogar direkt von der Garage ins Haus, werden solch lästige Wege vermieden. Eine gute Ausleuchtung in der Garage selbst sollte gegeben sein, um Unfallgefahren zu vermeiden. Dafür eignen sich z.B. Beleuchtungen mit Bewegungsmelder, die sich bei Annäherung des Benutzers selbst einschalten. Als praktisch erweist sich auch ein integrierter Laserstrahl als Parkhilfe. Einmal auf die richtige Position eingestellt, macht er es einfacher, das Fahrzeug immer genau so abzustellen, dass die nötigen Bewegungsräume frei bleiben. 

Hier alle wichtigen Vorkehrungen für einen barrierefreien Garagenanbau im Überblick:

- eine direkte Verbindung vom Haus in die Garage schaffen

- keine Schwellen und Stufen auf dem Weg aus der Wohnung ins Fahrzeug

- Garagenraum groß genug für Bewegungsflächen neben dem Kfz planen

- Garagentorantrieb fürs Öffnen und Schließen installieren

- Gute Beleuchtung vorsehen – Schaltung über Bewegungsmelder oder Fernbedienung

Alles auf einer Höhe bei der Innengestaltung

#Landhausdiele, #Parkett:  Wände von Hain Parkett
Hain Parkett

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Ein weiterer wichtiger Aspekt bei der Gestaltung einer altersgerechten Wohnung zeigt sich in der Inneneinrichtung. Hier sollte vor allem Wert auf leicht zugängliche Möbelstücke in greifbarer Höhe gelegt werden. Außerdem bringt ein aufgeräumtes Ambiente immer weniger Gefahren mit sich. Stolperfallen können z.B. durch den Wegfall von Teppichen vermieden werden. Wer auf Teppiche bei der Inneneinrichtung nicht verzichten mag, für den sorgt die rutschfeste Alternative oder ein Selbstverkleben an der Unterseite des Teppichs für mehr Komfort und Wohnlichkeit. Eine offene Wohnweise eignet sich hervorragend für das Wohnen im Alter, denn diese birgt weniger Gefahren und wirkt zudem sehr modern. Mit viel Platz und wenigen Gegenständen entsteht eine Art Loftatmosphäre, die viel Spielraum zur kreativen sowie persönlich geschmackvollen Einrichtungsgestaltung bietet. 

Bei der barrierefreien Küchenplanung sollte darauf geachtet werden, dass Herd, Spüle und Kühlschrank an die individuell bequemste Arbeitshöhe angepasst werden. Freiraum für die Beine in sitzenden Tätigkeiten, gut erreichbare Inhalte von Oberschränken sowie die Anschaffung von einer Spülmaschine erweisen sich weiterhin als besonders ergonomisch für die Umgestaltung einer leicht zugänglichen Küchenplanung im Alter.

Im Wohnzimmer empfiehlt sich eine Möbeleinrichtung mit nicht zu tiefen und weichen Sitzpolstern. Besser sind Sessel mit Armlehnen, die sich mit Knopfdruck in verschiedene Positionen verstellen lassen. Auf diese Weise lässt sich auf einfache Art verhindern, dass man bei längerem Sitzen stets in derselben Stellung verharrt und sich nach einiger Zeit verspannt fühlt. Eine von der Körperlänge abhängige Sitzhöhe von etwa 50 cm erleichtert darüber hinaus das Aufstehen. Mit leichten Tricks und komfortablen Möbelstücken kann man seine Wohnung mühelos zu einer altersgerechten Wohnung umgestalten, ohne dabei auf Gemütlichkeit und Modernität verzichten zu müssen. Unsere Inneneinrichtungsexperten liefern dafür hilfreiche Inspirationen für die Umgestaltung von Küche, Badezimmer und Co. 

Schiebetüren

Schiebetüren sind eine wunderbare und nützliche Idee bei der altersgerechten Gestaltung einer Wohnung. Denn sie überzeugen nicht nur mit ihrer schlichten Optik, sondern sind gleichzeitig besonders praktisch. Zum einen spart man mit dem Einbau von Schiebetüren Platz und zum anderen kann man diese leicht und fast geräuschlos bedienen. Mit Schiebetüren aus Glas offenbart sich ein weiterer Vorteil: Licht! Die Wohnung wirkt heller und dadurch gemütlicher. Außerdem entsteht automatisch mehr Raum und verleiht dem Ambiente einen modernen Charakter. Schiebetüren trumpfen mit Übergängen frei von Schwellen, so gestaltet sich ein hinein und austreten von Zimmer zu Zimmer mit Rollstuhl oder Gehilfe mühelos. Auch Holzschiebetüren haben ihren Reiz und erfreuen sich größter Beliebtheit, gerade in Altbauwohnungen wirken sie doch sehr klassisch und zugleich mondän. Attraktiv sind auch schwebende Türen ohne Führungsschiene auf dem Boden für ein barrierefreies Wohnen. Der Verzicht auf die Führungsschiene verhindert lästiges Klappern der Türen bei Zugluft. Auch gern gesehen sind Schiebetüren nach dem Prinzip des Teleskops. Das geteilte Türblatt schiebt sich sanft ineinander. Alles in allem bietet der Einbau von Schiebetüren im eigenen Haus oder Appartement eine sichere Lösung für das Wohnen im Alter. Für welche Form man sich auch entscheiden mag, obliegt ganz allein dem individuellen Geschmack. 

Rollstuhl geeignetes Badezimmer

Im Hinblick auf die Gestaltung unseres Badezimmers sollten wir ein paar relevante Vorkehrungen treffen, die uns zum einen eine moderne Einrichtung ermöglicht, welche zu unserem aktuellen Lebensstil passt, und zum anderen höchste Funktionalität sowie Sicherheit bieten kann. Altersgerechtes Wohnen  bedeutet auch im Badezimmer sich mit einer durchdachten Gestaltung Geborgenheit und Komfort leisten zu können, die den persönlich ästhetischen Ansprüchen gerecht wird. Denn barrierefreies Wohnen heißt schlichtweg Ein Leben frei von Hindernissen ohne dabei Krankenhausatmosphäre zu suggerieren. Bei der Planung von einem Rollstuhl geeignetem Badezimmer braucht man erst einmal genügend Platz für maximalen Bewegungsfreiraum. Da das Durchschnittsbad eher klein ist, lohnt es sich dies vorab zu checken. Ansonsten gilt für Rollstuhlfahrer die DIN 18025. Dort sind die im Bad verfügbaren Bewegungsflächen genau definiert. Die Tür muss mindestens 90 Zentimeter breit sein und sich nach außen öffnen lassen, damit sie in einem Notfall nicht blockiert. Das Waschbecken sollte unter dem Becken genügend Platz für Oberschenkel und Knie zur Verfügung stellen, damit ein Waschen im Sitzen möglich ist. Die Frage, ob man lieber eine Dusche oder Badewanne hätte, ist nicht nur eine Frage der persönlichen Vorliebe, sondern immer auch eine Frage des verfügbaren Platzangebotes. Egal wie man sich entscheidet, wichtig ist, dass die Armaturen leicht zu bedienen sowie gut zu erreichen sind. Außerdem sollten Bodenbeläge vor Wanne oder Dusche aus rutschfesten Materialien bestehen, um eine Verletzungsgefahr auszuschließen.

Übrigens: Die perfekte Sitzhöhe einer barrierefreien Toilette liegt zwischen 48 und 55cm und sollte bei der Installation beachtet werden. Mit zusätzlichen Halterungen an der Wand wird ein Hinsetzen und Aufstehen erleichtert. 

Angemessener Grundriss

Die Silver Society erlebt einen besonderen Trend. Wir werden nicht nur alle älter, sondern werden später alt. Deshalb wundert es nicht, das heutzutage manche 50-Jährigen mit einem erneuten Hausbau beginnen, um sich zu verändern oder um das eigene Domizil altersgerecht umzubauen. Der Wunsch dieser Altersgruppe: Möglichst lange eigenständig in gewohnter Umgebung wohnen und den Alltag selbst bestimmen. Daher lohnt sich bei der Planung die Anfertigung eines exakten Grundrisses, damit alle sonderangefertigten Wünsche geäußert werden können und ein genauer Entwurf der neuen Wohnung entsteht. Bewusst auf Treppen verzichten, die Bäder mit einer ebenerdigen Duschkabine oder Badewanne ausstatten und die Türen so breit anfertigen, dass selbst Rollstühle hindurchpassen. Den Garten lieber klein halten, um den Aufwand für Gartenarbeit und Haushalt  gering zu halten. Ein offener Grundriss dagegen bringt viel Platz zum Selbstverwirklichen, mehr Licht und somit erfrischende Lebensenergie. Viele Möglichkeiten sowie Inspirationen bieten Raum für eine grundlegende Veränderung in einer entspannten altersgerechten Wohnatmosphäre. Denn es ist nie zu spät für ein neues Abenteuer und der Blick in eine unabhängige Zukunft für ein barrierefreies Leben im Alter.  

Welche Tipps findet ihr am wichtigsten bei der Gestaltung einer barrierefreien Wohnung?
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