Ratgeber: den perfekten Spiegel finden

Jonas Sudberg Jonas Sudberg
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Spiegel gehören zu den Einrichtungsgegenständen, die aus modernen Wohnungen kaum wegzudenken sind. Dabei erfüllen sie ganz unterschiedliche Funktionen: Neben ihrer Rolle als praktische Alltagshelfer im Bad setzen sie in Flur, Schlaf- und Wohnzimmer eigene Akzente – mitunter können sie kompletten Räumen ein ganz neues Leben einhauchen. Diesen Effekt erzielen sie einerseits aufgrund von Eigenschaften, die allen Spiegeln gemein sind: Spiegel reflektieren das, was vor ihnen stattfindet, und vergrößern so den Raum. Andererseits hat jeder Spiegel aufgrund seiner individuellen Form und der verwendeten Materialien seine einzigartige Wirkung: Mittlerweile gibt es Spiegel in den unterschiedlichsten Varianten. 

Es empfiehlt sich deshalb, Spiegel sehr bewusst zu wählen und aufzuhängen: Raumausstatter folgen ganz bestimmten Regeln, um die jeweils gewünschten Effekte zu erzielen. Bei der Wahl des passenden Modells sollte man sich vergegenwärtigen, welche Varianten zur Verfügung stehen: etwa mit Blick auf Größe, Form, Materialien und Rahmungen.

Verschiedene Formen

Eckige und runde Spiegel gelten als Einrichtungsklassiker. Für welche Spiegelform man sich entscheidet, hat einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die Raumwirkung: Ein senkrecht ausgerichteter Spiegel lenkt den Fokus auf die Höhe eines Zimmers; ein waagerecht gehängter Spiegel hingegen unterstreicht den Raum in seiner horizontalen Ausdehnung. Eckige Formen machen einen geraden, geordneten Eindruck, während runde Spiegel einen eher weichen Akzent setzen. 

Der Spiegel im Beispielbild begeistert durch seine geradlinige Formgebung und die schiere Größe. Locker dient er gleich beiden Waschtischen als spiegelndes Accessoire. Die klaren Linien trifft man zwar häufig bei Spiegeln an, zusammen mit den Ausmaßen und der indirekten Beleuchtung im oberen Bereich entsteht aber dennoch ein absoluter Eyecatcher. 

Übrigens: In verschiedenen Einrichtungshäusern sind bereits Spiegel in diversen abstrakten und gegenständlichen Sonderformen (Wellen, unregelmäßige Vielecke etc.) erhältlich. Kreative Inneneinrichter können außerdem aus verschiedenen Spiegeln an einer Wand ganz eigene Spiegel-Formationen bilden.

Materialien

Auch, was die verwendeten Materialien angeht, haben Einrichter bei Spiegeln heute die Qual der Wahl. Das bezieht sich einerseits auf das Spiegelglas selbst: Unterschiedliche Polierungen und Veredelungen erzeugen individuelle Wirkungen und unterscheiden sich mit Blick auf die Farbwirkung. Entscheidet man sich für einen gerahmten Spiegel, ergeben sich darüber hinaus weitere Gestaltungsmöglichkeiten. Ob aus Metall oder aus Holz, lackiert oder schlicht versiegelt – Spiegelrahmungen stehen in allen denkbaren Varianten zur Verfügung. Der Spiegel aus dem Beispielbild etwa nutzt veredeltes Treibholz als charaktervolle Rahmung, die ursprünglich und zugleich edel-modern wirkt. 

Das Spiegelmaterial sollte natürlich an die Bedürfnisse des Raumes und seiner Bewohner angepasst sein: Für das Bad eignen sich andere Materialien als für das Schlafzimmer. Insbesondere im Wohnzimmer können Experimente lohnenswert sein: Je nach Einrichtungsstil kann ein Spiegel aus Holz für ein Mehr an Wohnlichkeit sorgen, während sich ein Spiegel mit Metallrahmen hervorragend in minimalistisch-moderne Wohndesigns einfügt. Wie so oft, begeistern hier aber auch bewusst erzeugte Kontraste!

Verschiedene Stile

Retro oder modern, klassisch oder minimalistisch? Welcher Spiegel in die Wohnung passt, hängt stark vom jeweils vorherrschenden Einrichtungsstil und vom Geschmack der Bewohner ab. Mit einem neuen Accessoire kann man die bisherige Gestaltung entweder weiter verfeinern – oder sie bewusst durch ein neues Elemente brechen. In diesem Sinne ist es keineswegs unüblich, einen verzierten Vintage-Spiegel wie aus dem Beispielbild mit einem modernen Interieur zu kombinieren – oder mit einem minimalistischen Spiegel einen besonderen Akzent in einem klassisch eingerichteten Raum zu setzen.    

Die verschiedenen Stile, in denen Spiegel erhältlich sind, entsprechen den Designtrends, die auch für andere Wohnobjekte gelten. So sind im Fachhandel aktuell unter anderem Spiegel im barocken Stil (mit Ornamenten nach Art des Manierismus) oder Spiegel im Landhausstil (mit Holzrahmen in Shabby Chic-Optik) erhältlich. Als echte Dauerbrenner gelten jedoch schlichte rahmenlose Spiegel in verschiedenen Formen: Der minimalistische Stil lässt sich einfach perfekt mit verschiedenen Einrichtungsvarianten kombinieren und wirkt so immer wieder neu und inspirierend. 

Unterschiedliche Größen

Gerade bei Spiegeln spielt die Größe eine wichtige Rolle. Soll der Spiegel einen Akzent an einer Wand setzen, oder fungiert er eher als großformatige Dekoration? Ausgehend von diesen Überlegungen gilt es, das passende Format für den eigenen Spiegel zu finden. Dabei sollte man einige grundlegende Aspekte beachten. So ergibt sich die richtige Größe immer relativ aus der Größe und Dekoration der jeweiligen Wand. Auf einer großen leeren Fläche etwa dürfte ein kleiner Spiegel in aller Regel verloren aussehen und nicht die gewünschte Wirkung erzielen. Wird mit einem Spiegel der Zweck verfolgt, einen Raum größer erscheinen zu lassen, so sollte ein besonders großes Format gewählt werden: Hier kann man unter Umständen sogar über einen deckenhohen Spiegel nachdenken. 

Wie bereits erwähnt, besteht außerdem die Möglichkeit, verschiedene kleine Spiegel zu einer großen Spiegelformation zu kombinieren. Auf diese Weise kann man beide Wirkungen zugleich erzielen: Die einzelnen Spiegel setzen jeweils klare Akzente; zusammen bilden sie eine Art Mosaik, das den Raum größer macht. 

Gerahmt oder nicht gerahmt?

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Waren früher die meisten Spiegel aufwändig gerahmt, sind schlichte, ungerahmte Varianten heute mindestens ebenso populär. Beides hat seine Vor- und Nachteile, und ob ein gerahmter oder ein nicht gerahmter Spiegel die richtige Wahl ist, hängt immer stark von der individuellen Raumsituation ab. 

Gerahmte Spiegel eignen sich insbesondere dann, wenn man bewusst Akzente setzen möchte. Ein gerahmter Spiegel etwa hebt sich auch von komplexen Untergründen deutlich ab; auch kleinere Spiegel werden dank einer aufwändigen Rahmung nicht übersehen. Ungerahmte Spiegel sind dagegen grundsätzlich weniger auffällig. Insbesondere großformatige Spiegel, die als Hintergrund fungieren und vor allem auf eine größere Raumwirkung abzielen, verzichten zumeist auf einen Rahmen, der sie von ihrer Umgebung abgrenzt. 

Neben klassisch verzierten Modellen im Vintage-Look gibt es diverse moderne Spielarten des gerahmten Spiegels. Hierzu gehören etwa schlichte lackierte Holzrahmen oder Rahmen aus Metall, die besonders gut zu minimalistischen Einrichtungskonzepten passen. Auch ausgefallene Rahmenmaterialien wie Treibholz oder recycelter Kunststoff sind keine Seltenheit mehr. 

Ungewöhnliche Varianten

Bieten diverse Materialien und unterschiedliche Formate bereits eine Vielzahl an Möglichkeiten, um den passenden Spiegel für sein Wohnprojekt zu finden, gibt es einige Varianten, die besonders außergewöhnlich sind. Einige davon kamen bereits zur Sprache: etwa die Kombination diverser kleinerer Spiegel zu einer größeren Fläche, oder die Nutzung unkonventioneller figurativer und abstrakter Formen. Regelmäßig entwickeln Gestalter außerdem extravagante Spiegelobjekte, die mit ihrer eigenen Räumlichkeit spielen. Nicht selten werden so die Grenzen zwischen Design und Kunstwerk verwischt.

Eine Variante, die sich insbesondere in Badezimmern großer Popularität erfreut, ist der Spiegel mit integrierter Beleuchtung. Ob minimalistische Lichtleisten oder klassische Glühbirnen: Die Wirkung eines beleuchteten Spiegels ist immer besonders exklusiv und erinnert an die Ausstattung moderner Luxushotels. Das liegt einerseits daran, dass Spiegel auf unauffällige wie wirkungsvolle Weise in Szene gesetzt werden (das Licht hat auch die Funktion einer Rahmung); andererseits bietet die Beleuchtung den Vorteil, dass sie den jeweiligen Betrachter automatisch perfekt beleuchtet.

Welcher Spiegel gefällt euch am besten? Wir sind gespannt!
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