Fließende Grenzen: Wie sich innen und außen am schönsten verbinden lassen

Karlyn Karlyn
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Das Zusammenspiel von Haus und Natur inspiriert Architekten zu wahren Meisterleistungen. Harmonisch fügen sich viele Häuser organisch in die Natur ein und verschmelzen förmlich mit ihr. In der modernen Architektur werden auch die Grenzen zwischen den Innen- und Außenbereichen immer mehr aufgelöst. Mit Hilfe von ausladenden Glasflächen wie großen Panoramafenstern oder raumhohen Glasschiebetüren wird der Blick in die Natur frei. Der Raum wird visuell vergrößert, es entsteht ein völlig neues Raumgefühl. 

Doch nicht nur die Orientierung von innen nach außen hat erstaunliche Effekte – auch auf umgekehrtem Weg kann man sich im Innenbereich von außen inspirieren lassen und sich ein Stück Natur ins Haus holen. Optische Raumvergrößerungen durch täuschend echte Outdoormotive auf Tapeten oder innovative Naturelemente jenseits der Pflanzentöpfe – die neuen Trends eröffnen hier völlig neue Möglichkeiten. 

Wie sich die Grenzen zwischen innen und außen am schönsten miteinander verbinden lassen, zeigen die folgenden Tipps.

1. Panoramafenster

Der Bungalowstil mit seinen flächendeckenden Panoramafenstern ist das Paradebeispiel für die Verschmelzung von innen und außen. Die durchgängige Fensterfront löst die Grenzen fast vollständig auf. Der Blick auf die umgebende Natur ist unverstellt und ermöglicht das hautnahe Erleben von Naturschauspielen und den Jahreszeiten mitten im Wohnbereich. 

Neben der Auflösung der Grenzen bestechen Panoramafenster durch maximale Helligkeit in den Räumen und eine offene und großzügig wirkende Raumatmosphäre. Panoramafenster sind dazu noch überaus flexibel: Sie lassen sich in Dach- oder Wandflächen einsetzen und auch über Eck führen, sie können bodentief sein oder erst weiter oben beginnen. Schön ist es natürlich, die feststehenden Fensterflächen gleich mit Schiebetüren zu kombinieren. 

Ganze Wände durch Fenster zu ersetzen, erfordert ein besonderes Augenmerk auf Wärmeschutz: Gut isoliertes Glas, z.B. in Form von Dreifachverglasung, verhindert, dass die Heizenergie über die Fensterflächen verloren geht. Für den Sommer sollten auch Verdunklungsmöglichkeiten bedacht werden. Als besonders praktisch erweisen sich hier automatisch gesteuerte Rollläden, um der Hitze Herr zu werden und trotzdem keine Minute zu lang auf Licht und Ausblick zu verzichten . 

2. Komplett öffenbare Fensterfronten

moderner Wintergarten von Le Verande srls
Le Verande srls

Vetrata peighevole

Le Verande srls

Die Steigerung einer schönen Glasfront ist, wenn sich diese auch noch komplett öffnen lässt. Mit Glasfaltwänden findet tatsächlich die Auflösung der Bereiche statt: außen ist innen und innen ist außen. Abgesehen von der Ästhetik wird der gesamte Bereich auf einen Schlag barrierefrei. Der Nachteil von Glasfaltwänden ist, dass es sich im geschlossenen Zustand nicht mehr um eine komplett durchsichtige Fläche handelt wie beim Panoramafenster, sondern schmale Fensterrahmen – für die Faltecken – in Kauf genommen werden müssen.

Trotzdem sind Glasfaltwände eine Kunst für sich. Aus fünf Meter Glasfläche bleibt im geöffneten Zustand gerade mal 50 cm Faltfläche übrig. Die häufig verwendete Edelstahllauftechnik verspricht dabei eine einfache Handhabung. Innovative Verglasungen sorgen für beste Wärmedämmung und sorgen für Schall- und Einbruchsschutz. Glasfaltwände halten auch extremen Wetterbedingungen stand.

Ein Kompromiss aus Panoramafenstern und Glasfaltfronten sind Hebeschiebetüren, bei denen nur ein Balken den freien Blick stört, aber dafür auch nur zur Hälfte zu öffnen ist.

3. Lichtdurchflutete Räume

Licht! Licht! Licht! Für die Stimmung, die ein Raum vermittelt, sind die Fenster entscheidend, denn sie bilden den Übergang zwischen drinnen und draußen. Helligkeit hebt die Laune spürbar, sogar messbar und haucht den Wohnbereichen echtes Leben ein. Lichtdurchflutete Räume schaffen eine Wohlfühlatmosphäre und heißen Gäste willkommen. 

Speziell Sprossenfenster geben Fenstern einen besonderen Charakter. Sprossenfenster sind ein beliebtes architektonisches Instrument, bei dem die Scheibe in Abschnitte eingeteilt wird. Mit dieser Technik können außergewöhnliche Fensterdesigns entstehen, die jedem Raum eine individuelle Note geben. Neben echten Sprossen, bei denen das Glas durch Holz-, Metall- oder Kunststoffsprossen geteilt wird, gibt es auch die Möglichkeit, Sprossen einfach aufzukleben. Diese Variante ist wesentlich kostengünstiger und kann an jedem beliebigen Fenster angewendet werden.

4. Gartenbeleuchtung

Festival International des Jardins 2009 "La couleur des éléments": ausgefallener Garten von Planungsbüro STEFAN LAPORT
Planungsbüro STEFAN LAPORT

Festival International des Jardins 2009 La couleur des éléments

Planungsbüro STEFAN LAPORT

Was hilft der schönste Blick nach draußen, wenn es dunkel ist? Hier kommt das Thema Außenbeleuchtung ins Spiel. Der gesamte Außenbereich, ob Garten oder Mauerwerk, ist für offene Wohnkonzepte essenziell. Darum spielt auch die Wirkung im Dunklen eine besonders große Rolle. Lichtplaner haben da die spannendsten Lösungen parat. 

Ein professionelles Beleuchtungskonzept macht die Schönheit der Umgebung auch bei Dunkelheit sichtbar und sorgt ganz nebenbei auch noch für mehr Sicherheit. Dezent beleuchtete Schwerpunkte schaffen dabei eine ganz neue Atmosphäre. Das Spiel mit Farben ist dabei besonders effektiv.

Von der Inszenierung von Pflanzen, dem harmonischen Beleuchten von Terrassen, einzelnen Möbeln, Wasserläufen oder Skulpturen bis zur szenischen Beleuchtung von Fassaden– Licht im Außenbereich hat viele Facetten. Tagsüber sind die Lichtanlagen nahezu unsichtbar. Moderne Beleuchtungssysteme mit Dämmerungsschaltern oder die Fernbedienung per App vom Smartphone oder Tablet machen die Handhabung dabei leicht und bequem.

5. Indoor-Naturelemente

Wandgestaltung Green:  Raumbegrünung von Freund  GmbH
Freund  GmbH

Wandgestaltung Green

Freund GmbH

Wem der Blick nach außen für ein Naturerlebnis zu wenig ist, für den empfiehlt sich die Verwendung von Naturelementen bei der Raumgestaltung. Und das heißt mehr als ein paar Pflanzen in den Raum zu stellen.

Der neueste Renner sind lebende Pflanzenwände. Die Vorteile liegen auf der Hand: das Raumklima lässt sich nachhaltig verbessern, frischer Sauerstoff wird direkt im Raum produziert, Schadstoffsubstanzen werden aus der Luft gefiltert und der Umgebungslärm wird reduziert. Ein in punkto Anschaffung und Pflege oft nicht kostengünstiges Spektakel, aber auch hier gilt: Vergleichen lohnt sich!

Ein weiteres klassisches Element für den Innenbereich ist natürlich Holz. Ob Eiche, Buche, Esche, Kiefer oder Tropenhölzer – Holz ist und bleibt eines der schönsten und vielfältigsten Naturmaterialien. Es sorgt für ein gutes Raumklima, duftet gut und ist immer eine gute Wahl. Neben Holzparkett kann Holz in Form von Möbeln, Wanddekorationen, Säulen und vielem mehr eingesetzt werden. Es gibt auch Holz als Kunst – geschnitzte Baumstämme oder ein ganzer Wurzelstock als zentrales Dekoelement haben in entsprechenden Räumen eine wahrlich belebende Wirkung.

6. Fototapeten für den Outdoor-Effekt

ambienda. Raumgestaltung von morgen.:  Wände von ambienda
ambienda

ambienda. Raumgestaltung von morgen.

ambienda

Und zuletzt wieder ein Trick für die Optik: Mit Fototapeten kann nicht nur ganz hervorragend die Grenze zwischen außen und innen aufgelöst werden – die Räume sehen viel größer aus und bekommen ein völlig neues Raumgefühl. Hier im Bild ist der besondere Clou die Fenstersprossenästhetik, die den Blick über New York fast wirklich erscheinen lässt. Schwelgen Sie lieber mit Ihren Gedanken über der Großstadt oder sitzen Sie lieber im Wald? Bei Fototapeten sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt!

VIO 302 - Terrasse:  Terrasse von FingerHaus GmbH

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