Das Traumpaar: Altbau trifft modernen Anbau

Mandy Markwordt – homify Mandy Markwordt – homify
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Die Familie hat Zuwachs bekommen oder das Haus, das einst riesig erschien, bietet nun nicht mehr den gewünschten Wohnkomfort? Dann wird es Zeit für einen Anbau! Das dachte sich auch eine Familie im schweizerischen Hinwil und beauftragte das Architekturbüro MMARCH – Mader Marti Architektur ETH damit, den perfekten Anbau für ihr bisheriges Zuhause zu kreieren.

Das Ensemble

Aus der Ferne betrachtet, bilden die beiden Gebäude trotz des Höhenunterschieds und der unterschliedlichen Farbigkeit ein harmonisches Ensemble. Der Altbau zieht jedoch zweifellos zuerst die Blicke auf sich. Der Anbau wurde bewusst so gestaltet, dass er sich diesem unterordnet.

Während der Altbau in der dichten Bebauungsstruktur die heute vorgeschriebenen Mindestgrenzabstände sogar unterschreitet, besteht dank der cleveren Platzierung des Anbaus die Möglichkeit einer hangseitigen Erweiterung und damit die bestmöglich ökonomische Nutzung des nur 520 Quadratmeter großen Grundstücks.

Altbau trifft Anbau

Bei dem Bestandsgebäude, hier links im Bild, handelt es sich um ein Stickerhaus. Was so einen außergewöhnlichen Namen trägt, ist nichts weiter als ein Haus, das bereits 1890 als Gewerbebau für Stickereien errichtet wurde. 

Der Altbau präsentiert sich in einem schlichten Altbau mit verputztem Mauerwerk, Holzdecken und einem Ziegeldach. Im Zuge der Planung und Umsetzug des Anbaus wurde auch der Bestand saniert. So erhielt das zweigeschossige Haus eine moderne Außendämmung. 

Der neue Anbau wurde eingeschossig und nicht unterkellert geplant und als Holzbau umgesetzt. Die Fassade setzt sich aus einer lasierten Verkleidung von Holzzementplatten zusammen. Der Innenraum besteht wiederum aus einem weiß lasierten „Edelrohbau“ in Fichte-Dreischichtplatten.

Bei den Fenstern sieht man doppelt

Im Zuge der Außenwärmedämmung achtete man darauf, die Fensterlichter nicht zu verkleinern. Daher wurden die neuen Dreifach-IV-Fenster wie die vorherigen Fenster von außen an die bestehenden Steingewände angeschlagen und sind ebenfalls nach außen öffnend. Ein besonderer Clou: Die alten, originalen Fenster wurden im Bau belassen und lediglich etwas aufgefrischt. Von außen sind sie durch die neuen Fenster hindurch weiterhin sichtbar. Mit Holz wurde ein feingliedriger Leibungsabschluss für alle Fenster geschaffen.

Wohnen im Neubau

Werfen wir nun einen Blick in den Anbau. Auf der Fotografie sehen wir den großen Wohnraum, der von einer Küche, einer Garage und einem zusätzlichen Zimmer umgeben ist. Die Küche und das weitere Zimmer lassen sich mittels Schiebetüren mit dem Wohnraum verbinden. 

An der Südfassade wurde eine große Terrasse eingeplant. Direkt an die mit Bodenrosten aus Lärchenholz verkleideten Terrasse schließt sich eine metallene Pergola an. Diese soll in der nächsten Zeit kräftig begrünt werden.

Der Fokus liegt auf den Fenstern

Im Altbau galt es, einige Modernisierungen vorzunehmen und zugleich den traditionellen Charakter zu erhalten. Daher wurden die Räume weitgehend im ursprünglichen Bauzustand renoviert. Um den Altbaucharme zu bewahren, restaurierten die Architekten sogar die 120 Jahre alten Holzfenster mit Einfachverglasung und gusseisernen Griffen, obwohl sie wärmetechnisch gar keine Funktion mehr haben. Die Gestaltung und Proportionierung der Fenster ist ein Element, das die beiden Gebäudeteile miteinander verbindet. Denn die verschiedenen Öffnungen haben eine identische Konstruktion, dasselbe Material und dieselbe Farbe. 

Vom Haus aus kann man übrigens einen unverbauten Blick auf einen Teil des Zürcher Oberlands und den Alpenkamm genießen.

Neue Nutzung der Räumlichkeiten

Hier sehen wir den Raum, der früher als Küche genutzt wurde. Nach der Renovierung befindet sich hier nun ein modernes Badezimmer. Wo früher noch die separate Toilette war, ist heute die Waschküche. Der von der Straße via Außentreppe erreichbare und nicht beheizte Keller dient als Lager und beinhaltet sämtliche haustechnischen Anlagen.

Die Treppe als Herzstück

Treppe als verbindendes Herzstück:  Flur & Diele von Mader Marti Architektur ETH SIA
Mader Marti Architektur ETH SIA

Treppe als verbindendes Herzstück

Mader Marti Architektur ETH SIA

Diese Treppe befindet sich im Übergangsbereich zwischen dem Alt- und dem Neubau und stellt das verbindende Herzstück dar. Von dieser Position aus ergeben sich spannende Blickachsen durch das gesamte Gebäudeensemble. Doch nicht nur die Platzierung der Treppe ist besonders smart, auch ihre Konstruktion ist wohl überlegt. Denn man gestaltete sie als begehbares Möbel und so kann sie im unteren Teil als Bücherregal, Garderobe und Schuhschrank genutzt werden. 

Ihr seid auf der Suche nach einem schönen Anbau für euer eigenes Haus? Dann werdet ihr hier fündig.

Was gefällt euch besser: Der Altbau oder der Anbau?
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