Die zweite Chance für ein Bauernhaus

Elisabeth Liebing Elisabeth Liebing
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In idyllischer Lage sanierten Heim + Müller Architekten für eine Familie ein Gebäudeensemble, das bereits über 300 Jahre alt ist. Grundlage bei der Planung stellten die Aspekte des Denkmalschutzes und die Erhaltung der Gebäudestruktur dar. Daher entschied man sich, die prägnante Fassade weitestgehend zu erhalten, jedoch wesentliche Eingriffe der thermischen Hülle vorzunehmen, um das Haus den heutigen Ansprüchen anzupassen. Die Bauherren zeigten bei der Planung viel Offenheit und Verständnis, sodass ein architektonisches Gesamtwerk mit höchster Qualität entstand. 

Ansicht

Um den traditionellen Charakter zu wahren, wurden für die baulichen Elemente lediglich unbehandelte Hölzer verwendet. Die Satteldächer sind ein typisches Indiz der Bauzeit. Gedeckt wurden die Dächer mit Biberschwanzziegeln, um den ursprünglichen Charakter und die Qualität des Ortsbildes beizubehalten. Betritt man den Eingang des sanft sanierten Wohnhauses, gelangt man zuvor durch den sogenannten Söller, einer auf Stützen lagernden Loggia, der die Fassade schwungvoll gliedert.  

Geschichte

Das Häuserensemble stammt aus dem 17. Jahrhundert und liegt im Schweizer Ort Häfenberg. Das Grundstück findet sich an einer Geländekante und fällt Richtung Süden und Westen steil ab. Die außergewöhnliche Lage stellte eine wichtige Voraussetzung für die einstige Bebauung dar. Insgesamt zählen vier unter Denkmalschutz stehende Häuser zu dem Bau. 

Innenraum

Neben einer behutsamen Sanierung standen auch gehobene Anforderungen an eine moderne Haustechnik im Fokus der Planung. Man entschied sich, im Kellergeschoss einen Technikraum mit einer Pelletheizung zu integrieren. Für viel Komfort sorgt eine Fußbodenheizung in den Bädern.

In der Stube wurde der Kachelofen, der noch von damals stammt, saniert und stellt somit eine Verbindung zur Vergangenheit dar. Auch im Flur und in den Verkehrsflächen dominiert Holz das Innenleben und verströmt einen urigen Charme. An der Brüstung wurde eine vertikale Glaswand eingesetzt, die die historische Wand an der Treppe in Szene setzt. 

Wohnprogramm

Unter dem ausgebauten Dachstuhl ordnet sich der offene Wohnraum an, der die drei Zonen Wohnen, Essen und Kochen integriert. In der ersten Etage finden sich das Bad und das Schlafzimmer. Spiel- und Arbeitszimmer liegen im Erdgeschoss. Dieser Bereich kann im späteren Verlauf mit wenigen Mitteln als Einliegerwohnung umgenutzt werden.

Wohnen

Der Wohnraum beherbergt eine moderne Küche, die sich in zwei Zeilen gliedert und in den Nichtfarben Schwarz und Weiß gestaltet ist. Die historischen Balken der Dachkonstruktion fungieren als Hauptakteur und lassen die Bewohner nicht vergessen, in welcher ehrwürdigen Kulisse sie sich befinden.

Der Boden aus Eichendielen wurde aufwendig gereinigt. Zunächst wurde das Holz gebürstet und im Anschluss mit Aschenlauge gewaschen. Das ist tatsächlich ein Gemisch aus Asche und Wasser. In Kombination ergeben die beiden Komponenten eine Lauge, die eine besonders schonende Variante der Reinigung darstellt.  

    

Unterm Dach

Zuletzt möchten wir euch eine wunderbare Ecke im Haus zeigen, die direkt unter dem Dach liegt und zum Träumen einlädt. Viel Wert wurde auf ein spezielles Beleuchtungssystem gelegt, das viel Rücksicht auf die bestehende Raumstruktur nimmt. Mithilfe von verdeckten Linienleuchten und LED-Leuchtbändern schuf man eine Akzentuierung der Kanten, die sich dezent auf den Raum auswirkt. 

Weitere Anregungen zu Leuchten findet ihr in dem Ideenbuch: Schöne Leuchten und ein DIY-Tipp

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