Wenn der Wohnraum im eigenen Haus knapp wird, ein neuer Anbau, Keller- oder Dachausbau aber nicht infrage kommt, bleibt oft nur noch eine Möglichkeit, neue Perspektiven und zusätzlichen Platz zum Wohnen zu schaffen: ein Garagenumbau. Immer öfter werden alte Garagen in den Wohnraum integriert und zu Schlafzimmern, Küchen, Gästezimmern und Co. umfunktioniert. Dabei gibt es jedoch sowohl technisch als auch rechtlich einiges zu beachten.
Wer seine Garage ins Wohnhaus integrieren oder zu einem Wohnraum umbauen möchte, der bei jeder Wetterlage nutzbar ist, muss sie mit einer komplett neuen Dämmung, mit Heizkörpern und Strom versehen. Und auch warmes Wasser sollte – je nach angestrebter Nutzungsform – vorhanden sein. Gerade in Sachen Dämmung kann sich dieses Vorhaben durchaus kompliziert gestalten, denn häufig haben Garagen aufgrund ihres alles andere als optimalen Oberflächen-Volumen-Verhältnisses einen um ein Vielfaches höheren Wärmebedarf als normale Wohngebäude. Und: Durch die geringe Raumhöhe kann es schwierig werden, den Fußboden zu dämmen.
Ein sehr wichtiger Punkt beim Garagenumbau stellen neue Zugänge und die Versorgung mit natürlichem Licht dar. Das alte Garagentor muss raus und die verbleibende Öffnung wird zugemauert und mit einer Tür versehen. Außerdem werden neue Fensteröffnungen notwendig, wenn die ehemalige Garage nun als attraktiver Wohnraum genutzt werden soll. Übrigens: Alte Garagentore lassen sich in der Regel gut verkaufen. Je nach Zustand und Modell liegt der Wiederverkaufswert zwischen 200 und 900 Euro.
Bevor man überhaupt über Aspekte wie Fenster, Türen, Dämmung und Stromversorgung nachdenkt, sollte man sich mit der rechtlichen Seite des Garagenumbaus befassen. Das deutsche Baurecht setzt Bauherren für jede Art von Um- oder Ausbau enge Grenzen, die sich allerdings von Bundesland zu Bundesland erheblich unterscheiden können. Wer sich böse Überraschungen und rechtliche Konsequenzen ersparen will, muss also unbedingt den offiziellen Weg gehen und einen Bauantrag bei der zuständigen Behörde stellen.
Von der Dämmung bis zur Stromversorgung und von Wasserleitungen bis zu Fenstern und Türen – so ein Garagenumbau kann ganz schön aufwändig und somit auch teuer werden. Deshalb empfiehlt es sich, vor Baubeginn genau zu kalkulieren und alle Eventualitäten durchzurechnen, auch was den Innenausbau und das Interior Design angeht.
Natürlich ist es wichtig, sich bereits vor dem Umbau genau zu überlegen, wie der neue zusätzliche Wohnraum genutzt werden soll. Anhand dessen kann man dann planen, ob wirklich Fensteröffnungen nötig sind, oder ob der Anbau durch einen Durchbruch zum Haus bereits mit genügend Tageslicht versorgt wird, ob man in diesem Teil des Hauses tatsächlich fließendes Wasser braucht und wo die Elektroleitungen verlaufen sollen.
Ein Architekt kann euch in jedem Fall weiter helfen, wenn ihr Ideen braucht, wie ihr eure Garage umbauen und in euren Wohnraum integrieren könnt.
Habt auch ihr ein Haus oder eine Wohnung mit Garage? Immer mehr Menschen, insbesondere in der Stadt, entscheiden sich gegen ein Auto und wollen stattdessen lieber ihre Garage ausbauen. Falls auch ihr den so freigewordenen Platz einer Garage dämmen und anschließend nutzen wollt, war dieser Artikel sicher interessant für euch.
Ihr habt jetzt schon einige Tipps und Ideen erhalten, wie ihr den Umbau eurer Garage planen und umsetzen könnt. Kreative Möglichkeiten, eine außergewöhnliche Garage zu bauen und einzurichten, gibt es viele. Egal, wie ihr eure Garage aufstocken möchtet, der neu gewonnene Wohnraum wird sich mit Sicherheit auszahlen.
Vergesst – wie bereits erwähnt – nicht, alle rechtlichen Aspekte zu prüfen, bevor ihr mit den Baumaßnahmen beginnt. Eine Garage umbauen sollte man erst dann, wenn eine Baugenehmigung vorliegt – sonst kann es teuer werden.