Vom Gruselkabinett zum Stimmungshaus

Elisabeth Liebing Elisabeth Liebing
Sanierung Bauernhaus in Aichtal, Architekturbüro Gahn Architekturbüro Gahn
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Einem alten Haus neues Leben einhauchen und hierbei respektvoll mit der Geschichte des Gebäudes umgehen, das war die Aufgabe des Architekturbüros Gahn

Wir zeigen euch heute die spannende Verwandlung der Immobilie anhand von einigen Vorher-Nachher-Bildern.

Pure Idylle

Beginnen wir unseren Rundgang auf der Terrasse, die nach der Renovierung zu einer Wohlfühloase geworden ist. Viele Pflanzen säumen den Außenraum und unterstreichen authentisch das ländliche Bild der Fassade. Bis es jedoch soweit kommen konnte, mussten die Architekten in enger Zusammenarbeit mit den Bauherren einige Hürden nehmen, da das Bauernhaus vollständig entkernt werden musste, um es bewohnbar zu machen. 

Vorher: Bauernhaus

Machen wir einen kleinen Sprung in die Vergangenheit und sehen uns die Ausgangslage des Bauernhauses an. Der Bau kann bereits auf eine lange Geschichte zurückblicken, da es bereits im Jahr 1923 errichtet wurde. Der Gebäudekomplex integrierte neben einem Wohnhaus auch eine Scheune. 

Größtes Problem stellten bei dem Projekt die feuchten Räume dar. Grund dafür sind die Wände des Untergeschosses sowie des Gewölbekellers, die aus Kalksteinmauern errichtet wurden. Denn das Material ruft eine sogenannten Kapillarwirkung hervor, die die Erdfeuchte bis in die höherliegenden Geschosse transportiert. 

Ansicht

Überaus sorgsam ging die Renovierung vonstatten, wie auf dieser Fotografie zu sehen. Das gesamte Gebäude wurde entkernt und von Grund auf saniert. Um den Charme des Hauses zu wahren, die Energieeffizienz jedoch zu maximieren, wurden die alten Doppelfenster entfernt und gegen neue Holzfenster mit einer Dreifachverglasung ausgetauscht. Die Fensterläden erhielten einen frischen Anstrich in Blau und werten nun das gesamte Fassadenbild auf.  

Sanierungsmaßnahmen

Im Erdgeschoss wurden die Wände aus einer 24 Zentimeter starken Backsteinmauer errichtet. Das Ober- und Dachgeschoss bestehen aus einem Holzfachwerk. Um den muffigen Geruch und die Feuchte aus den Wänden herauszubekommen, entschied man sich, den alten Gips abzuschlagen und gebürsteten Kalkputz zu verwenden. 

Um eine energetische Sanierung sicherzustellen, erhielt die Fassade ein Wärmedämmsystem aus Mineralwolle, die im Anschluss mit einem dampfdiffusionsoffenen Putzsystem versehen wurde. Von größter Wichtigkeit war die Integration einer Verdunstungszone im Sockelbereich, die das Ablüften der aufsteigenden Feuchtigkeit gewährleistet.

Nachher: Wohnraum

Für den Boden setzte man einen Gussasphaltestrich ein, da er relativ leicht ist, sehr gute Schalldämmwerte aufweist und sich deshalb außerordentlich gut für Altbausanierungen eignet. Zusätzlich wurden die gesamten Elektroinstallation und die Badezimmer modernisiert. Für behagliche Wärme sorgt nun ein modernisiertes Heizungssystem mit einer thermischen Solaranlage. 

Die Küche weist eine niedrige Deckenhöhe auf und versprüht dadurch Behaglichkeit. Selbstverständlich wurden auch die Decken saniert und Mineralwolle als Dämmung eingebracht. Die Untersichten wurden mit Gipskarton- Platten als Unterkonstruktion neu aufgebaut.

Nachher: Dachgeschoss

Werfen wir einen Blick in die höchste Etage des Hauses. Hier ist der alte Muff vollständig gewichen und es ist zeitgemäßes Wohnambiente eingezogen. Der geölte Parkettboden greift das Holz der Fensterrahmen auf und sorgt im Handumdrehen für eine heimelige Atmosphäre. Das spitze Dach sorgt für Gemütlichkeit und lässt uriges Flair einkehren.

Weitere Anregungen zu Dachformen findet ihr in dem Ideenbuch: 10 originelle Dächer

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