Wie finde ich den richtigen Haustyp?

Jonas Sudberg Jonas Sudberg
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Wer ein Haus baut, steht nicht selten vor einer Entscheidung für sein ganzes Leben; die Investition ins Eigenheim sollte deshalb gut überlegt sein. Dabei sind viele Parameter zu berücksichtigen: Wie viele Menschen sollen in dem Haus leben? Welches Budget steht zur Verfügung? Will man lieber eine Komplettlösung aus einer Hand, oder traut man sich die Zusammenarbeit mit vielen verschiedenen Dienstleistern und Gewerken zu? Und schließlich: Wie schafft man es, seinen eigenen Geschmack bei der inneren und äußeren Gestaltung seines Hauses zu verwirklichen? 

Heute gibt es viele verschiedene Haustypen, zwischen denen man wählen kann. Neben klassischen Einfamilienhäusern und Doppelhaushälften gibt es die Möglichkeit, ein Haus in Niedrigenergiebauweise errichten zu lassen oder ein Fertighaus in Auftrag zu geben. Jede Variante hat ihre Besonderheiten und ihr ganz eigenes Set an Vorteilen, die in diesem Artikel vorgestellt werden sollen.

Wieder modern: der Bungalow

Eingeschossige Häuser oder Bungalows galten lange Zeit als Notlösung, auf die Bauherren in der Regel nur in Anbetracht eines begrenzten Budgets zurückgriffen. Dass diese Zeiten vorbei sind, hat einen guten Grund: Denn eingeschossige Wohnhäuser haben eine ganze Reihe an Vorteilen. So kommen sie komplett ohne Treppen aus und sind damit auch für ältere Menschen besonders gut geeignet. Auch junge Familien mit kleinen Kindern schätzen diesen Aspekt: Eine wichtige Gefahrenquelle fällt in der eingeschossigen Bauweise komplett weg. Architekten entwickeln deshalb mittlerweile moderne Varianten des klassischen Bungalows, die auch aus gestalterischer Perspektive keine Wünsche offen lassen. Auch bei Anbietern von Fertighäusern kann man in der Regel zwischen verschiedenen attraktiven, eingeschossigen Wohnhäusern wählen.

Das Fehlen eines zweiten Stockwerks hat aber selbstverständlich auch einen gewichtigen Nachteil – nämlich den des begrenzten Platzes. Wenn das Grundstück groß genug ist, mag dieser Aspekt nicht so sehr ins Gewicht fallen – man kann den Grundriss des Hauses schließlich nach Belieben in Länge und Breite ausdehnen. Insbesondere Haushalte, in denen mehr als zwei Personen leben, können auf kleineren Grundstücken allerdings schnell auf ihre Grenzen stoßen.

Haus mit Aussicht: das ausgebaute Dachgeschoss

Wer mehr Platz braucht, ist mit einem Einfamilienhaus mit ausgebautem Dachgeschoss oft besser beraten: Durch die Nutzung der oberen Etage lässt sich die Wohnfläche nahezu verdoppeln. Gerade kleine Familien schätzen diese Bauweise: Oft wird der private Bereich mit Schlaf- und Badezimmer ins Dachgeschoss verlegt, während Küche, Wohn- und Esszimmer im Erdgeschoss Platz finden. Das Dachgeschoss gilt vielen Menschen dabei als Inbegriff wohnlicher Behaglichkeit: Oft bieten sich hier attraktive Möglichkeiten, eigene Ideen umzusetzen – etwa, was die Raumaufteilung oder eine natürliche Beleuchtung durch Oberlichter angeht.

Ein Haus mit ausgebautem Dachgeschoss stellt allerdings auch deutlich höhere bauliche Anforderungen als einfache Bungalows. Durch eine professionelle Dämmung muss sichergestellt sein, dass bei kalten Temperaturen durch das Dach möglichst wenig Wärme entweicht. An heißen Sommertagen kann es unter dem Dach außerdem unangenehm heiß werden. Es ist deshalb ratsam, sich vor dem Bau eines Hauses mit ausgebautem Dachgeschoss von Experten beraten zu lassen.

Mehrgeschossiges Haus

Das mehrgeschossige Haus ist die erste Wahl für Familien mit mehreren Kindern. Reichlich Platz und eine flexible Raumaufteilung geben Bauherren die Chance, eigenen Bedürfnissen Rechnung zu tragen. Auch interessante Extras wie zum Beispiel Balkone lassen sich an der großzügigen Fassade realisieren. Wenn nötig, besteht bei entsprechender Bauweise außerdem die Möglichkeit, das Dachgeschoss auszubauen – und den Wohnraum noch weiter zu vergrößern. 

Einziger Nachteil der mehrgeschossigen Bauweise ist natürlich der höhere Preis: sowohl für den Architektenentwurf, als auch für die tatsächliche Realisierung. Bei Familien kommt deshalb mitunter die Frage auf, ob sich die Investition lohnt – gerade, weil die Kinder ja irgendwann auch ausziehen und ihre Eltern in dem großen Einfamilienhaus zurücklassen. Doch auch, wenn nur noch zwei Menschen das Objekt bewohnen, lässt sich der übrig gebliebene Platz sinnvoll nutzen: So kann man durch überschaubare bauliche Maßnahmen eine Ferien- oder Anliegerwohnung einrichten, um diese zu vermieten – eine praktische Zweitnutzung des großzügigen Wohnraums.

Doppelhaushälfte: überraschend komfortabel

Doppelhaushälften können einen sehr hohen Komfort bieten: Wenn sie gut geschnitten sind und eine genügend große Wohnfläche haben, sind sie mitunter mit klassischen Einfamilienhäusern zu vergleichen. Als Vorteil gilt unter anderem ihre hohe Energieeffizienz: Da die eigene Wohneinheit nicht komplett frei steht, entweicht weniger Wärme. Außerdem fällt der Grundstückspreis bei Doppelhaushälften geringer aus: Diesen kann man sich mit seinen neuen Nachbarn teilen. Und auch, wenn man seine Doppelhaushälfte irgendwann verkaufen will, offenbart sich ein Vorteil: Doppelhaushälften lassen sich in der Regel leichter verkaufen als Einfamilienhäuser. 

Ein Nachteil einer Doppelhaushälfte kann hingegen darin bestehen, dass man seinen Nachbarn sehr nahe ist: Der Kontakt ist enger als in einem frei stehenden Einfamilienhaus. Es kommt deshalb beim Kauf nicht nur darauf an, dass die Immobilie gefällt, sondern auch darauf, dass man sich mit den neuen Nachbarn gut versteht – andernfalls stellt sich möglicherweise schnell Unzufriedenheit ein. Darüber hinaus sollten Hauskäufer bedenken, dass schlüsselfertige Doppelhaushälften meist nur wenig Raum für eigene Gestaltungsideen bieten.

Fertighaus: die All-in-one-Lösung

ELK Comfort 164 Trendline: moderne Häuser von ELK Fertighaus GmbH
ELK Fertighaus GmbH

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Es mag seine unbestreitbaren Vorteile haben, sein eigenes Haus von Grund auf zu planen und mit den Unternehmen der eigenen Wahl umzusetzen. Unerfahrene Bauherren unterschätzen jedoch regelmäßig den zeitlichen und kostenmäßigen Aufwand, den ein solches Projekt mit sich bringt.

Wer sich deshalb lieber eine verlässliche Lösung aus einer Hand wünscht, sollte über ein Fertighaus nachdenken: Viele verschiedene Firmen bieten ein breites Portfolio an modernen und traditionellen Haustypen in Fertigbauweise an. Die Vorteile eines Fertighauses gegenüber Häusern in Massivbauweise liegen auf der Hand: Die Baukosten sind transparent, und die Bauzeit lässt sich perfekt planen. Neue Modulkonzepte erlauben es außerdem, Fertighäuser an die eigenen Bedürfnisse anzupassen. 

Das Argument der mangelnden Individualität zählt deshalb in Hinblick auf die Fertigbauweise schon lange nicht mehr. Gewichtiger fällt der Blick auf den Wiederverkaufswert von Fertighäusern aus: Regelmäßig werden diese, selbst in moderner Modulbauweise, deutlich niedriger bewertet als ähnliche Immobilien, die in Massivbauweise errichtet wurden.

Rentiert sich schnell: das Niedrigenergiehaus

Niedrigenergiehaus in Filsdorf - Haus Kieffer: klassische Häuser von STEINMETZDEMEYER architectes urbanistes
STEINMETZDEMEYER architectes urbanistes

Niedrigenergiehaus in Filsdorf – Haus Kieffer

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Ein Niedrigenergiehaus ist kein eigentlicher Haustyp, sondern ein Standard. Dieser Standard besagt, dass der Heizwärmebedarf maximal 70kWh betragen darf. Niedrigenergiehäuser erreichen dieses Ziel durch eine besondere Dämmung, eine moderne Verglasung und eine spezielle Belüftung. Alle drei Faktoren zusammen bewirken, dass Wärmeenergie in der Wohneinheit besonders effizient genutzt wird: Das spart Heizkosten und trägt einen wichtigen Teil zum schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen bei. Die Dämmung bewirkt außerdem im Sommer wie im Winter ein angenehmes Raumklima.

Viele Besitzer von Niedrigenergiehäusern montieren auf ihren Dächern außerdem Solaranlagen und speisen den gewonnen Strom ins Netz ein, um so Tag für Tag lukrative Gewinne zu erwirtschaften.

Nachteilig wirken allein die höheren Kosten für den Bau eines Hauses nach Niedrigenergie-Standard; Experten zu Folge liegen diese Mehrkosten zwischen drei und acht Prozent der Gesamtbaukosten. Dank der Einsparungen im laufenden Betrieb rentiert sich diese etwas höhere Investition in aller Regel aber bereits nach wenigen Jahren. Egal also, für welchen Haustyp man sich entscheidet: Wer über die nötigen finanziellen Mittel verfügt, sollte im Sinne des Niedrigenergiehaus-Standards bauen.

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