Was sollte ich vor dem Bau eines Fertighauses wissen?

Jonas Sudberg Jonas Sudberg
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Fertighäuser sind heute vielseitiger denn je: Neben klassischen Einfamilienhäusern und kompakten Pavillions stehen interessierten Bauherren mittlerweile auch extravagante Designs und ansprechende Holzkonstruktionen zur Auswahl. Durch eine modulare Bauweise können Anbieter außerdem den unterschiedlichen Bedürfnissen verschiedener Auftraggeber Rechnung tragen und Raumaufteilungen individuell gestalten. 

Ein Vorteil eint dabei alle Fertighäuser: Ihre Bauzeit ist oft relativ kurz. Außerdem sind die Kosten transparenter als bei einem Haus in Massivbauweise, bei dessen Bau meist mehrere Unternehmen beteiligt sind.  

Trotzdem bleibt beim Bau eines Fertighauses viel zu beachten. Gerade, wenn man Architektur- und Baulaie ist, sollte man über einige wichtige Aspekte Klarheit verschaffen: Wie kalkuliere ich sämtliche Kosten in meine Finanzplanung ein? Welche Grundstücke kommen in Frage? Welcher Anbieter ist der richtige für mich? Und welche bürokratischen Hürden sind eigentlich zu nehmen, damit der Traum vom Fertighaus nicht aus formalen Gründen platzt?

Alle Kosten einkalkulieren

VIO 302 - Traufansicht mit Garten und Terrasse:  Fertighaus von FingerHaus GmbH
FingerHaus GmbH

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Die Fertighaus-Preise, die von Anbietern in ihren Katalogen angegeben werden, beinhalten in der Regel nur die reinen Material- und Baukosten. Häufig kommen jedoch Vorleistungen hinzu, die ebenfalls der Auftraggeber bezahlen muss. Dazu gehören beispielsweise die fachmännische Untersuchung des Baugrundes, das Anlegen eines Weges, den Schwertransporter des Bauunternehmens nutzen können, sowie die Bereitstellung von Containern, Strom und sonstiger Infrastruktur. Ebenfalls nicht enthalten sind die Kosten für das Grundstück sowie die so genannten Erschließungskosten (Anschluss des Grundstücks an Kanalisation, Elektrizität, Gasnetz etc.). Als Auftraggeber kommt man also nicht umhin, das Kleingedruckte sorgfältig zu lesen, sämtliche Unsicherheiten vorab mit dem Vertragspartner zu klären und Informationen bei den zuständigen Behörden einzuholen.

Übrigens: Wer auf ausgefallene Extras wie eine eigene Raumaufteilung, besondere Fenster und Türen oder ausgefallene Materialien verzichtet, kann die Kosten für den Hausbau ausgesprochen niedrig halten – denn die Fertighaus-Anbieter können ihre Standardmodelle besonders kostengünstig herstellen und errichten. Außerdem bieten die Kataloghäuser oft die beste Energieeffizienz und helfen ihren Bewohnern so dabei, bei den Heizkosten über viele Jahre deutlich zu sparen.

Das richtige Grundstück finden

Neubau Einfamilienhaus mit Doppelgarage in Düsseldorf: klassische Häuser von Architekturbüro J. + J. Viethen
Architekturbüro J. + J. Viethen

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Zu einem Traumhaus gehört nicht nur eine tolle Architektur, sondern auch das passende Grundstück. Hier hilft es, vorab einige grundsätzliche Fragen zu klären: Soll das Fertighaus in der Stadt gebaut werden oder kommt auch ein ggf. kostengünstigeres Grundstück am Stadtrand in Frage? Wie hoch ist das Budget für das Bauland? Und wie groß sollte die Fläche mindestens sein? Einen guten Überblick über die angebotenen Flächen liefern die gängigen Online-Börsen sowie der Anzeigenteil der Lokalzeitung. Vorab sollte man mit dem Hersteller des gewählten Fertighauses abklären, ob das geplante Fertighaus besondere Ansprüche an Grund und Boden stellt. 

Erscheint ein bestimmter Baugrund interessant, empfiehlt es sich, das Gelände vor Ort zu besichtigen. Einerseits erhält man so einen authentischen Eindruck von den räumlichen Gegebenheiten vor Ort; andererseits kann man bei dieser Gelegenheit auch schon einmal seine möglichen Nachbarn kennenlernen. Darüber hinaus gibt eine Begehung einen Einblick in die Infrastruktur: Sind Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe vorhanden? Wie weit ist die nächste Schule für die Kinder entfernt?

Bürokratische Hürden

Il giardino: minimalistische Häuser von homify
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Wie bei Häusern in Massivbauweise, so müssen auch bei Fertighäusern bestimmte bürokratische Hürden genommen und gesetzliche Vorschriften beachtet werden. An erster Stelle kommt in diesem Zusammenhang der Bebauungsplan. Er gibt darüber Aufschluss, wie ein bestimmtes Grundstück bebaut werden darf: vor allem mit Blick auf die Gebäudehöhe, aber oft auch hinsichtlich der Dachform oder der Gebäudeausrichtung. Interessiert man sich für ein Baugrundstück, kann man den entsprechenden Bebauungsplan beim Bauplanungsamt einsehen, um zu prüfen, ob es für das geplante Projekt geeignet ist. 

Außerdem muss der Bauherr einen Bauantrag bei der für das Grundstück zuständigen Behörde stellen. Diese prüft anhand von Plänen und Unterlagen, ob das Projekt den Vorgaben im jeweiligen Bebauungsplan entspricht. Ist dies der Fall, kann die Genehmigung recht schnell im Rahmen des so genannten Freistellungsverfahrens erteilt werden. Ansonsten vergehen oft mehrere Monate, bis die Genehmigung offiziell erteilt wird.

Darüber hinaus ist es bei jedem Bauprojekt empfehlenswert, über eine Gebäudeversicherung nachzudenken.

Den passenden Partner finden

ELK Comfort 164 Trendline: moderne Häuser von ELK Fertighaus GmbH
ELK Fertighaus GmbH

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Mittlerweile sind so viele Fertighaus-Anbieter auf dem Markt, dass es schwierig sein kann, sich einen Überblick über das gesamte Angebot zu verschaffen. Glücklicherweise gibt es aber immer wieder Rankings in Fachzeitschriften, denen Befragungen von Bauherren zu Grunde liegen. In die Bewertung der diversen Fertighaus-Anbieter fließen verschiedene Faktoren ein: Haben die Materialien eine gute Qualität? Wurde pünktlich geliefert und gebaut? Wie ist die Beratung? Sind die Angebote transparent und entsprechen sie den tatsächlichen Kosten? Auf diese Weise werden regelmäßig die fairsten Anbieter ermittelt.

Neben der Qualität spielt bei der Auswahl natürlich auch der persönliche Geschmack eine Rolle. Hier wirkt sich die Mannigfaltigkeit des Fertighaus-Marktes positiv aus: Für besonders energiesparende Häuser gibt es ebenso Spezialisten wie für minimalistisches Design oder individuell anpassbare, modulare Objekte. In diesem Zusammenhang helfen Rankings natürlich nur bedingt weiter – zukünftigen Bauherren bleibt nichts anderes übrig, als über Kataloge und das Internet zu recherchieren, welcher Anbieter am ehesten den favorisierten Stil verwirklich kann.

Verschiedene Haustypen

Während vor 30 Jahren nur wenige verschiedene Fertighaus-Varianten angeboten wurden, ist heute auf dem Markt nahezu jeder Haustyp erhältlich. Bungalows etwa sind besonders kostengünstig und für kleinere Haushalte geeignet; Häuser im Landhausstil überzeugen durch einen rustikalen, klassischen Charme; Kubushäuser erinnern an den Stil des Weimarer Bauhauses und der klassischen Moderne. Holzhäuser spiegeln die gegenwärtige Sehnsucht nach natürlichen Wohnkonzepten wider, während hochwertige Energiesparhäuser einem neuen ökologischen Bewusstsein Rechnung tragen; Allergikerhäuser schließlich sind mit Blick auf die verwendeten Materialien auf die Bedürfnisse von Allergikern ausgerichtet. Wer bei seinem Fertighaus Wert auf eine individuelle Raumaufteilung oder außergewöhnliche Elemente legt, sollte mit einem Anbieter zusammenarbeiten, der sich auf die Modulbauweise spezialisiert hat: Hier können gegen Aufpreis oft diverse Extrawünsche realisiert werden.

Darüber hinaus gibt es mittlerweile auch Mehrfamilien- und Mehrgenerationenhäuser auf dem Markt. Fertighäuser eignen sich damit auch als Investitionsobjekte, die man als Eigentümer selbst nutzen und zugleich teilweise vermieten kann. 

Der Aufbau

Il giardino: minimalistische Häuser von homify
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Fertighäuser sind für Bauherren insbesondere deshalb interessant, weil ihr Aufbau deutlich zügiger vonstatten geht als der von klassischen Häusern in Massivbauweise. Da die Wände und andere Elemente bereits vorgefertigt geliefert werden, steht ein Fertighaus häufig bereits nach einigen Tagen; ein Einzug ist oft schon nach wenigen Wochen möglich. 

Bei den meisten Fertighäusern werden die einzelnen Wandelemente mit Hilfe eines Krans in ihre Position gebracht und durch Holzträger miteinander verbunden. Auf diese Konstruktion setzen die Monteure anschließend das Dach auf. Zeitraffer-Videos im Internet zeigen, wie schnell und Präzise fachkundige Tischler und Monteure auf diese Weise Fertighäuser aufstellen.  

Ein Keller verlängert den Bauprozess in der Regel um einige Wochen, da er vor der eigentlichen Fertighaus-Montage ausgehoben und befestigt werden muss. Auch für den Innenausbau, der im Anschluss an die Montage realisiert wird, sollte man ein bis zwei Wochen Zeit einplanen.

Dieser Ratgeber gibt einen Überblick!
VIO 302 - Terrasse:  Terrasse von FingerHaus GmbH

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