So werden hohe Decken zum absoluten Blickfang

Thomas Hauser | Copywriter | Editor Thomas Hauser | Copywriter | Editor
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Die atmosphärische Gestaltung eines Raumes ist immer zu einem gewissen Grad abhängig von dessen Größe: Aus engen, verwinkelten Zimmern wird man leider auch mit dem höchstmöglichen Aufwand kein luftiges und lichtdurchflutetes Refugium machen können. Wohl dem, der über den entsprechenden Platz verfügt, um sich kreativ ausleben zu können. Der absolute Traum einer Wohnung bietet wohl für jeden – ob Mieter oder Eigentümer – die größtmögliche Gestaltungsfreiheit in Sachen Möblierung und Dekoration. 

Ein in vielen Wohnungen oftmals unbeachteter Bereich der Räume, obwohl er aus gestalterischer Sicht unglaubliches Potential besitzt, sind die Decken der Zimmer. Um ebendiese Decken soll es hier nun auch gehen, denn bei der Dekoration des Zimmers bleibt die riesige Fläche über unseren Köpfen meist ungenutzt. Dabei ist es mit ein wenig handwerklichem Geschick nicht so schwer, das Optimale aus einem Raum herauszuholen! Wer sich selbst an die Arbeit macht, sollte jedoch ein paar wichtige Dinge beachten!

Hohe Räume machen´s möglich

Alles beginnt mit einer Idee: Wie schon erwähnt, sollte man die Entscheidung für eine abgehängte Decke immer von der vorhandenen Raumstruktur abhängig machen, abgehängte Deckenelemente verändern das Aussehen des Zimmers nämlich ungemein. Natürlich machen abgehängte oder dekorierte Decken auch nur dann Sinn, wenn das Zimmer über die entsprechende Höhe verfügt – den Wohnraum kleiner Zimmer weiter zu beschränken, macht wenig Sinn.  Ist eine ausreichende Raumhöhe gegeben, ist dem kreativen Output jedoch keine Grenzen gesetzt. Manchmal ist weniger aber auch mehr: Bevor man flächenübergreifend die komplette Zimmerdecke verkleidet, sollte man sich überlegen, ob nicht ein einzeln platziertes Element als Eyecatcher ausreichend erscheint. Sollte es bei der Planung zu Unklarheiten kommen oder offene Fragen bestehen, hilft ein Anruf beim Experten.

Was sollte man zu Beginn beachten?

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Bevor die nötigen Materialien für die selbstentworfene Konstruktion eingekauft werden, ist zunächst ein prüfender Blick nötig, ob die Decke insgesamt über die nötige Tragkraft verfügt. Besonders in Altbauten kann die Decke durchaus solide erscheinen, beim ersten Bohren kommt es dann jedoch zur faustdicken Überraschung: Der Putz blättert großflächig ab oder die Dübel rutschen ohne Halt wieder aus dem Beton. In diesem Fall ist von einer besonders schweren Konstruktion abzuraten. 

Bei Decken aus Holz oder mit Holzbalken als tragendem Element sollte darauf geachtet werden, dass keine großen Risse zu sehen sind. Diese könnten sich bei der Bohrung weiter vergrößern und im schlimmsten Fall zu Instabilität führen. In jedem Fall sollte man sich im Vorhinein über die Größe und das Gewicht des Elementes – inklusive der tragenden Aufhängung – Gedanken machen. 

Verankerungen aus Metall

Ist der Test bestanden kann mit dem Aufbau der Verankerung begonnen werden. Für den perfekten Halt in der Decke bieten sich sogenannte Deckendübel aus Metall an, die speziell für solche Aufbauten entwickelt wurden und meist über eine entsprechend große Tragkraft verfügen. Wie immer gilt auch hier die Prämisse: Lieber einen Dübel zuviel als zuwenig! Dabei sollten sie sinnvoll angeordnet sein, so dass kein Ungleichgewicht entsteht und ein Dübel einen Großteil des Elementes tragen muss. Aus gestalterischer Sicht ist zudem darauf zu achten, dass die Aufhängung der Konstruktion unsichtbar bleibt, um ein möglichst stimmiges Gesamtbild zu erhalten.

In die Dübel werden dann passende Aufhängungen, beispielsweise mit Ösen oder Haken, geschraubt. Diese sollten fest in der Decke sitzen und nicht wackeln, denn sie geben später der Konstruktion den entscheidenden Halt. Zusätzliche Stabilität und Gewichtsverteilung liefern entsprechende Querverstrebungen, ebenfalls aus Metall, die einfach durch die Ösen gesteckt und fest mit ihnen verbunden werden. Sämtliche Teile der Aufhängung sind normalerweise beim Fachhändler erhältlich.

Gipskarton als Alternative

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STUDIO ANDRE LENZA

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Bei einem minimalistischen Raumkonzept ist Gipskarton eine sinnvolle Option. Dieser ist als Platten erhältlich, lässt sich leicht und millimetergenau verarbeiten und hat sich als Grundmaterial für abgehängte Decken vielfach bewährt. Verspachtelt und bemalt trägt eine Deckenverkleidung aus Gipskarton perfekt zu einer klar definierten Raumstruktur bei.

Gipskarton ist nicht nur sehr dünn und dadurch relativ platzsparend, durch sein geringes Gewicht ist er zudem universal einsetzbar. Gipskarton ist nebenbei sehr feuersicher, nur in feuchten Räumen ist Vorsicht geboten: Durch das Grundmaterial Gips kann es zu Schimmelbildung kommen! Den Werkstoff also bitte nur im Innenbereich und dort in trockenen Räumen verwenden.

Unsichtbare Verkabelung

minimalistische Wohnzimmer von SANSON ARCHITETTI
SANSON ARCHITETTI

SANSON ARCHITETTI

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Hinter Deckenelementen aus Gipskarton lassen sich perfekt elektrische Leitungen und Kabel verbergen. Gerade für ein Raumkonzept mit indirekter Beleuchtung eine optimale Sache. Ein Nachteil ist jedoch die geringe Stabilität des Materials. Schwere Lampen oder Leuchter sollten also nicht am Element, sondern wie üblich direkt in der Decke verankert werden. Dabei ist ein Kontakt zwischen dem Werkstoff und den Kabeln kein Problem, beim Verlegen können die Leitungen also direkt auf den Platten abgelegt werden. Leichte Halogenstrahler oder ähnliche Beleuchtungsmittel hält das Material jedoch mühelos.

Bei Elementen aus Holz oder anderen Materialien ist der Kontakt mit dem Kabel ebenfalls problemlos möglich. Jedoch sollten die Verbindungen der aus der Decke reichenden Kabel mit der Lampe geschlossen sein, um einer möglichen Brandgefahr vorzubeugen.

Nicht die passende Beleuchtung vergessen!

Überhaupt ist die Beleuchtung bei Deckenelementen ein wichtiger Faktor, trägt sie doch unmittelbar zur gemütlichen Wohnatmosphäre bei. Ob indirektes Licht mit warmen Leuchtmitteln oder eine direkte Beleuchtung des Deckenobjektes – beide Varianten erhöhen die Wohnqualität ungemein. Praktisch, wenn das Element selbst durch eingebaute Lampen als Lichtquelle dient! Wie immer, so gilt auch hier: Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt! Jetzt fehlen nur noch die passenden Möbel und fertig ist die Raumgestaltung!

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