Welche Dachmaterialien gibt es?

Marie Carstens Marie Carstens
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Das Dach ist wohl das wichtigste Element unseres Hauses. Es schützt uns und den Innenbereich nicht nur vor Regen und Wind, sondern auch vor Sonne und anderen eindringlichen Einflüssen. Neben vielen verschiedenen Dachvarianten gibt es auch viele verschiedene Materialien, die das Innere des Hauses vor Wind und Wetter schützen. Je nach Budget, gibt es unterschiedliche Materialien, die sich in Qualität, Preis und Leistung unterscheiden. Auch der optische Effekt spielt eine Rolle. Die Farbe, sowie das Material mit dem unser Dach gedeckt wurde, trägt enorm viel zum Gesamtbild eines Hauses bei. Hier spielt nicht nur der eigene Geschmack eine Rolle, sondern auch der Bebauungsplan der Umgebung. Bevor ihr euch in einen bestimmten Haustypen mit einem speziellen Dach verliebt, solltet ihr abklären, welche Freiheiten ihr beim Bau habt. Auch wer sein Haus bzw. sein Dach renovieren möchte, findet in diesem Ideenbuch einige wichtige Informationen, die euch bei der Auswahl des Materials helfen sollen.

Reet

Das Reetdach verleiht einem Haus einen ganz besonderen Look. Reet war das erste Material, welches die sesshafte Bevölkerung im europäischen Raum zur Dachdeckung verwendete. Die lokale Wasserpflanze wird getrocknet und in großen Bündeln zum Dachdecken verwendet. Im Mittelalter wurde das Decken mit Reet im Stadtraum verboten, da das trockene Material für eine schnelle Brandentwicklung sorgte. In ländlichen Gebieten jedoch wurden die Häuser aufgrund der großen Abstände weiterhin mit Reet gedeckt und sind noch heute Sinnbild der ländlichen Architektur. Besonders im Nord- und Ostseegebiet sind Reet- beziehungsweise Schilfdächer weit verbreitet und erfreuen sich maritimer Eigenschaften. Reet ist mit 100 Euro pro Quadratmeter das teuerste Dachmaterial. Doch nicht nur die Anschaffung, auch die Wartung und Instandhaltung ist aufwendig und teuer. Der große Vorteil ist, dass das Material enorm gut dämmt und für eine optimale Akklimatisierung des Hauses sorgen kann. Unser Fazit ist, das Reetdächer wunderschön aussehen, jedoch relativ kosten- und pflegeintensiv sind. Wer es sich leisten kann (und möchte) wird mit einem Reetdachhaus im Landhaustil jedoch viel Freude haben und kann sich stets an einer Augenweide erfreuen.

Dachziegel

Mediterranes Wohnhaus in Deutschland: mediterrane Häuser von Rimini Baustoffe GmbH
Rimini Baustoffe GmbH

Mediterranes Wohnhaus in Deutschland

Rimini Baustoffe GmbH

Dachziegel sind ein traditionelles Material, das seit Jahrhunderten zum Dachdecken genutzt wird. Dachziegel werden aus Ton hergestellt, und sind in verschiedenen Varianten erhältlich. Neben den in Norddeutschland weit verbreiteten Hohlpfannen, die ohne Pfalz und durch eine geschwungene Form enorme Beliebtheit erlangten, sorgen die „Mönch und Nonnen“ Ziegel für mediterranes Flair. Die halbzylindrische Röhre wird hierbei zum einem mit der Höhlung nach oben, zum anderen mit der Höhlung nach unten aufeinander gelegt. Der Vorteil an Tonziegeln ist das geringe Gewicht und die hohe Witterungsbeständigkeit. Zudem sorgen unzählige Farben und auch Formen für große Gestaltungsfreiheit. Der Preis für normale Tondachziegel liegt zwischen 25 und 50 Euro pro Quadratmeter. Mit 80 bis 100 Jahren Haltbarkeit sind Dachziegel die robusteste Form der Dachdeckung. Einfache Wartung und Instandhaltung sprechen Außerdem für die Dachdeckung mit Tonziegeln.

Zink und Metall

Metalle verschiedenster Art, besonders Zink, werden im Bereich der modernen Architektur immer beliebter. Die große Gestaltungsfreiheit und die individuelle Verarbeitung machen Metalle zum Lieblingsmaterial vieler Architekten. Besonders Zink ist durch hohe Verformbarkeit das Trendmaterial, mit dem sich vor allem ausgefallene Formen und extravagante Bauweisen realisieren lassen. Zink ist zudem rostfrei, lange haltbar und sehr witterungsbeständig. Neben Dächern werden auch Fassaden mit dem Metall verkleidet. Mit Titanzink können außergewöhnliche Verzierungen geformt werden, die als Highlight auf Dach und Fassade eingesetzt werden können. Zink und Metall wird außerdem gerne bei Fassaden- und Dachrenovierungen eingesetzt, bei denen das schicke Material zu Dekorationszwecken verwendet wird. Selbst älteren Häusern kann so ein schickes Äußeres verliehen werden, das durch modernes Material und angesagte Formen besticht.

Schiefer

Schindeleindeckung nach der Sanierung:   von Rimini Baustoffe GmbH
Rimini Baustoffe GmbH

Schindeleindeckung nach der Sanierung

Rimini Baustoffe GmbH

Schiefer ist als Naturstein für seine vielfältigen Einsatzgebiete bekannt. Auch im Bereich des Dachdeckens hat sich das natürliche Material einen guten Ruf verschafft. Schiefer soll bereits seit 2000 Jahren als Baumaterial zum Einsatz gekommen sein, da das Material durch  mehrere Lagen besonders witterungsbeständig ist. Heutzutage spricht vor allem die vielfältige Einsatzmöglichkeit für das Material, das durch unterschiedliche Oberflächenstrukturen und Farben überzeugt. Mit etwa 80 bis 100 Euro pro Quadratmeter ist Schiefer ein relativ teures Material. Wer beim Hausbau auf einen edlen Look setzt, der für langjährige Freude sorgt, kann mit Schiefer jedoch nichts falsch machen. Die dezenten Schindeln lassen sich auf unterschiedliche Art und Weise verlegen, was für individuelle Muster auf dem Dach sorgt. So wird das Material nicht nur nützlich, sondern hat einen großen visuellen Effekt auf das Aussehen des Hauses.

Dachsteine

Im Gegensatz zu Dachziegeln aus Ton sind Dachsteine aus Beton um einiges günstiger. Mit etwa 18 Euro pro Quadratmeter und einer hohen Frostbeständigkeit sind sie eine gute Wahl für jeden, der Wert auf ein einfaches und unkompliziertes Verlegen legt. Die Maschinell hergestellten Dachsteine bestehen aus einem Gemisch aus Zement und quarzhaltigem Sand, und sind als Endprodukt kaum von echten Tonziegeln zu unterscheiden. Der Nachteil bei Betondachsteinen ist, dass sie meist nicht komplett durchgefärbt sind. Im Laufe der Zeit kann die Farbe durch Umwelteinflüsse verblassen und durch Bewuchs von Algen und Flechtgewächsen ein ungepflegtes Äußeres annehmen. Aus diesem Grund sollten Dachsteine immer in guter Qualität gewählt, oder nach einiger Zeit ausgetauscht werden. Die nachhaltige Herstellung sowie die Recyclingmöglichkeit der Dachsteine ist jedoch ein großer Vorteil, der sich immer größerer Beliebtheit erfreut.

Kunststoff

Kunststoff ist ein geeignetes Material, wenn es um die Bedachung von Terrassen, Hauseingängen und Carports geht. Vielfältige Farben und Formen machen die Anpassung an das Haupthaus möglich, sind jedoch deutlich günstiger. Egal, ob Kunstschindeln oder Profilplatte – das Material ist robust, wetterfest, UV-beständig, langlebig und manchmal kaum von den Originalen zu unterscheiden. Zudem kann das Material mit ein wenig handwerklichem Geschick einfach selbst montiert werden.

Da es bei der Auswahl des Daches nicht nur um das Material, sondern auch um die Form geht, könnt ihr euch  in diesem Ideenbuch informieren, welche Dachformen es überhaupt gibt.

Welches Material spricht euch am meisten an?
VIO 302 - Terrasse:  Terrasse von FingerHaus GmbH

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