Mein eigenes Haus gebaut mit 39.500 €

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Mittlerweile sagt der Trend tiny houses – zu deutsch: winzige Häuser – wohl jedem etwas. Es geht darum, sich von pompösen Eigenheimen zu verabschieden und das kleine wertzuschätzen. Statt in riesigen Zimmern richtet man sich auf kleinstem Raum ein und beschränkt sich auf das Nötigste. Und was wäre für diese Art des Wohnens besser geeignet als Seecontainer? Sie bringen schon eine akzeptable Grundfläche, Seitenwände und ein Dach mit. Etwas verzwickt war bisher nur der Ausbau, denn wer weiß schon genau, wie er aus einem Transportbehälter eine Wohnung machen kann. Genau hier kommt Stefan Brandt mit seiner Idee Pocketcontainer ins Spiel. Er liefert eine detaillierte Anleitung zum Selbstausbau des Containers. So kann sich jeder ganz leicht sein eigenes Mikrohaus im Seecontainer schaffen. Wie das genau aussieht, schauen wir uns jetzt an.

Der Container

Bevor es mit dem Ausbau losgeht, muss natürlich ein Container organisiert werden. Die aus Cortenstahl gefertigten Behälter sind äußerst stabil, immerhin sollen sie lange Schiffsreisen auf Frachtern überstehen, auf denen sie Wind und Wetter ausgesetzt sind. Aus diesem Grund sind die Überseecontainer auch ziemlich witterungsbeständig und rosten so gut wie nicht. Für den Ausbau zum Minihaus eignen sich 20- und 40-Fuß-Container. Erstere haben eine Fläche von knapp 15 Quadratmetern. Wem das nicht ausreicht, der kann es sich auch auf knapp 30 Quadratmetern gemütlich machen und wählt die nächst größere Variante. Neue Container bekommt man mit etwas Glück ab etwa 3000 Euro. Wen Schrammen und Dellen nicht stören, der kann auch auf gebrauchte Modelle zurückgreifen, die günstiger zu haben sind. Als Ausgangsbasis für den Pocketcontainer eignen sich beide Varianten.

Die Möglichkeiten

Hat man seinen Wunschcontainer gefunden, wird dieser mit Hilfe von LKW und Kran an gewünschter Stelle abgeladen und aufgestellt. Stefan Brandt sieht für die Einraumwohnungen vielerlei Nutzungsmöglichkeiten. Sei es als Ferienhaus, als zusätzliches Kinderzimmer, Studentenbude, Büroraum oder Hobbyzimmer. Dabei kann das Minihaus autark als abgeschlossener Raum genutzt werden oder mit einer entsprechenden Öffnung und Abdichtung mit bereits vorhandenem Wohnraum verbunden werden. Ebenso lassen sich mit etwas Geschick auch mehrere Container verbinden, hier muss jedoch besonders auf die Abdichtung geachtet werden. 

Der Lieferumfang

Hinter der Idee vom Pocketcontainer steckt ein Handbuch zum Selbermachen. Wie beim Thema Hilfe zur Selbsthilfe, bietet Stefan Brandt eine Schritt für Schritt-Anleitung zum Ausbau eines Überseecontainers zum Mikrohaus an, der nahezu komplett allein gestemmt werden kann. Wichtig ist zu wissen, dass die Lieferung keinerlei Materialien umfasst, lediglich der 370-seitige digitale Bauplan in Form einer CD ist im Preis von 59,00 € enthalten. Wie auch den Container muss man sich alle benötigten Materialien selbst besorgen, bekommt aber alles unkompliziert in Baumarkt und Fachhandel. Für Container, Dämmung aus speziellem Polyurethanschaum, Holz und Fenster sowie der klappbaren Terrasse schätzt der Experte einen Preis von etwa 10.000 €. Voll möbliert, mit Bad und WC versehen sowie autark betrieben, kommen noch etwa 10.000 € dazu. 

Der Grundriss

Werfen wir nun einen Blick auf den Grundriss eines 20-Fuß-Containers. Die Anleitung vom Pocketcontainer beschreibt auch die Umsetzung der Fensteraussparungen an einer der Stirnseiten und der Öffnung für die Terrasse. Für diese Ausschnitte holt man sich am besten die Hilfe eines Fachmannes, der restliche Ausbau kann aber auch von Laien in Eigenregie übernommen werden. Die Fenster lassen sich mit Klappen aus der eigentlichen Containerwand versehen, wodurch sie zum Beispiel bei längerer Abwesenheit optimal geschützt sind. Je nach Nutzung lässt sich in den Container auch ein Bad integrieren: Dusche, Waschbecken und WC finden an einer Stirnseite des Containers Platz, wobei das WC mit Regenwasser gespeist wird. Man kann natürlich ein normal großes Bett in den neugewonnenen Wohnraum stellen, cleverer geht es jedoch mit Multifunktionsmöbeln, wie wir später noch sehen werden. 

Der Innenausbau

Jetzt wollen wir aber endlich wissen, wie der fertige Container aussehen kann! Nach erfolgreichem Ausbau präsentiert sich die Kleinstwohnung herrlich luftig und überaus modern. Die raumhohen Fenster bzw. Glastüren versorgen den Container mit Tageslicht und Frischluft, eine helle Holzverkleidung an der Decke verleiht dem Mikrohaus wohnliches Flair. Materialien für Wände und Boden sind je nach Geschmack und Budget frei wählbar. Eingelassene Deckenspots sorgen für eine platzsparende Beleuchtung. Der dafür notwendige Strom kommt entweder aus dem herkömmlichen Netz oder von an der Außenseite verbauten Solarzellen inklusive Pufferbatterie. Natürlich kann der Container auch beheizt werden, mit einer Kleinstzentralheizung und einem 40 Liter Warmwasserboiler lässt es sich angenehm wohnen. Während im Sommer einfach die Fenster geöffnet werden können, muss im Winter eine zusätzliche Belüftung benutzt werden, damit der CO2-Gehalt nicht zu stark ansteigt und dem Bewohner einen unruhigen Schlaf beschert. 

Multifunktionale Möbel

Die Möbel sind natürlich Geschmackssache. Aufgrund des begrenzten Raumangebotes empfiehlt es sich jedoch, auf platzsparende und multifunktionale Möbel zurückzugreifen. In Stefan Brandts Privatcontainer, den wir hier sehen und in welchem er stets an seiner Idee feilt, kommt daher ein Sessel zum Einsatz, der sich mit wenigen Handgriffen zu einem bequemen Bett umwandeln lässt. Als Arbeitsplatz entschied er sich für einen überaus schmalen Sekretär mit ausklappbarer Tischplatte, dazu kommt ein Rollcontainer mit Polster, der Stauraum und Sitzfläche zugleich bietet. 

Einmal ausgebaut, hält der Seecontainer etwa 25-30 Jahre und kann danach einfach entsorgt werden, da alle Materialien recyclingfähig sind. 

Noch mehr über Wohnen im Container erfahrt ihr hier

Käme es für euch infrage in einem Container zu wohnen? Schreibt uns gern, wir sind gespannt!
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