Schadstoffe im Haus – wie du Krankmacher vermeiden kannst

Nora Heinz Nora Heinz
Loading admin actions …

Es gibt ganz verschiedene Schadstoffe und Schadstoffquellen, die beim gesunden Bauen vermieden werden sollen. Ungesunde Faktoren in Häusern können biologischer bzw. mikrobieller, chemischer, physikalischer oder elektromagnetischer Art sein. Pilze, Bakterien oder Allergene können das Wohnen unangenehm gestalten und sogar starke gesundheitliche Beeinträchtigungen zur Folge haben. Auch chemikalische Faktoren, die das Wohnen ungesund machen, gibt es leider viele; so sind etliche Schadstoffe in Baumaterialien, Möbeln, Farben und Lacken enthalten. Um wirklich gesund zu bauen, muss man beim Kauf sehr genau hinsehen. Wer sensibel auf verschiedene Arten von Strahlungen reagiert, wird beim Bau seines Hauses auch auf elektromagnetische und physikalische Faktoren achten müssen, damit das Haus wirklich zu einem Ruheort für den Körper und die Seele wird. Wir haben einige Tipps für euch, mit denen das Bauen und Wohnen gesünder wird.

Bodenbelag

Unversiegeltes Parkett braucht Öl:   von BOOK A TIGER
BOOK A TIGER

Unversiegeltes Parkett braucht Öl

BOOK A TIGER

Gesundes Bauen geht oft Hand in Hand einher mit umweltfreundlichem Bauen. Naturbelassene Bodenbeläge aus umweltschonender Herstellung, wie zum Beispiel Holz aus FSC-zertifizierten Forstwirtschaften, können daher eine umweltfreundliche als auch gesunde Lösung sein. Insofern keine Allergien gegen Bio-Öle oder -Lacke zur Behandlung der Hölzer bestehen, schont dieser Bodenbelag eure Gesundheit. Auch Böden aus Naturstein sind eine gesunde Variante. Bei Teppichböden könnt ihr auch auf Naturmaterialien setzen, wie z. B. Jute, Sisal, Kokosfasern oder Wolle.

Soll es ein Bodenbelag oder Teppich aus Kunststoff sein, dann achtet darauf, dass möglichst wenig gesundheitsschädliche Farben, Lacke, Weichmacher etc. enthalten sind. Teppich aus Polypropylen ist beispielsweise synthetisch aber gesundheitlich unbedenklich. Händler und Verkäufer müssen euch in jedem Fall über die Herkunft und Zusammensetzung der Baustoffe Auskunft geben. Sucht am besten auch gleich nach Produkten mit Gesundheitszertifikaten.

Wände und Decken

Natursteinfassade - Stein auf Stein: moderne Häuser von Jahn Gewölbebau
Jahn Gewölbebau

Natursteinfassade – Stein auf Stein

Jahn Gewölbebau

In Tapeten und Tapetenkleister können viele gesundheitsschädigende Stoffe enthalten sein. In vielen Produkten findet man giftige Binde- oder Lösemittel. Einige Zertifikate können dabei helfen, Produkte zu finden, die wenige Schadstoffe enthalten. Auch Tapeten aus Recycling Papier oder Naturfasern aus ökologischem Anbau wie Seegras, Kork, Bambus, Sisal usw. können gesunde Alternativen darstellen.

Stein oder Lehm sind ebenfalls gesunde Baumaterialien für eure Wände und Decken. Lehm sorgt sogar für ein gesundes Raumklima, da er Schadstoffe binden und die Luftfeuchtigkeit regulieren kann. Mehr zum gesunden und ökologischen Baustoff Lehm und seiner Verwendung für Wandputz, Dachziegel, Backsteine und mehr, erfahrt ihr in diesem Ideenbuch.

Wärmedämmung

Pflanzenfasern wie Hanf, Flachs, Schilf oder Stroh können als natürliches Dämmmaterial verwendet werden. Die trockenen Halme werden zu Ballen zusammengepresst und erzielen eine erstaunliche Isolierwirkung. Diese Form der Wärmedämmung ist nicht nur gesund, sondern auch nachhaltig, da zum Beispiel Stroh als Nebenprodukt bei der Ernte anfällt. Stroh ist außerdem ein sehr preiswerter Dämmstoff für Wände, Decken und Böden und sorgt für ein gesundes, schadstofffreies Raumklima. Gerade während des Bauprozesses kann die Handhabung von herkömmlichen Dämmstoffen sehr gesundheitsschädlich sein. Natürliche Materialien sind daher eine gut gesundheitschonende und umweltfreundliche Alternative.

Farben und Lacke

Gesundheitsschädigende Lösemittel und Konservierungsstoffe sind oft in Farben und Lacken versteckt. Leider sind die Hersteller von Wandfarben nicht verpflichtet, alle Inhaltsstoffe zu deklarieren – was das gesunde Bauen in diesem Fall nicht gerade leicht macht. Deshalb ist es am besten, auf Zertifikate und Produkttests zu achten.

Der Blaue Engel oder Schadstoffzertifikate des TÜV weisen auf Produkte hin, die auf Schadstoffe verzichten oder diese nur in geringen Mengen beinhalten. Eine weitere Möglichkeit ist das Einsetzen von Ökofarben, die aus natürlichen Stoffen zusammengesetzt sind. Einige dieser Farben können allerdings auch viele flüchtige organische Verbindungen natürlichen Ursprungs besitzen oder Allergene beinhalten. Eine gute Beratung durch Experten hilft weiter sowie der Test der Farben und Lacke auf vorerst kleinen Flächen. Setzt Farben und Lacke außerdem möglichst sparsam ein und lüftet Wohn- und Schlafräume nach dem Anstrich mehrere Tage bevor ihr sie wieder bewohnt!

Möbel und Dekoration

In Möbeln und Deko-Elementen sind es vor allem die Klebstoffe, Lacke, Lösemittel oder Weichmacher, die gesundheitsschädigend sein können. Diese und weitere schädliche Stoffe gehen als Gase in die Raumluft über und können uns krank machen. Achtet auch beim Kauf von Möbeln und Accessoires auf Labels und Gütezeichen und fragt den Hersteller oder Verkäufer im Zweifelsfall nach den Eigenschaften des Produkts. Ein schlechter oder stechender Geruch ist oft ein erster Hinweis auf gesundheitsschädigende Materialen. Nehmt eurer Gesundheit zuliebe von solchen Produkten gleich Abstand.

Zertifikate

Wohngesundes Raumklima im Ökohaus: moderne Häuser von Bau-Fritz GmbH & Co. KG
Bau-Fritz GmbH & Co. KG

Wohngesundes Raumklima im Ökohaus

Bau-Fritz GmbH & Co. KG

Zertifikate und Labels können als Orientierungshilfe für gesundes Bauen dienen. Es gibt mittlerweile allerdings eine Vielzahl an Labels, die auf unterschiedliche Aspekte achten: gesundheitliche, ökologische oder soziale Aspekte oder mehrere dieser Faktoren gleichzeitig. Wer gesund bauen möchte und dementsprechend die richtige Produktwahl treffen will, muss sich mit den verschiedenen Zertifikaten und Labels etwas auseinandersetzen. Einige Hersteller versuchen sogar mit Eigenlabels ihre Produkte attraktiv zu präsentieren. 

Ein besserer Anhaltspunkt sind amtliche Labels oder die von Verbänden und Vereinen vergebenen Auszeichnungen. Hilfreich sind außerdem Produkttest und -vergleiche, die in Magazinen und im Internet zu finden sind, wie z. B. der Öko-Test oder die Tests der Stiftung Warentest. Gute Zertifikate und Labels prüfen die Produkte im Vergabeprozess nach transparenten Kriterien und durch ein unabhängiges Institut. Besonders glaubwürdig und nützlich sind die Tests, bei denen die Prüfergebnisse öffentlich einsehbar sind. Bekannte Prüfzeichen sind beispielsweise das RAL-Gütezeichen für Holzschutzmittel, Tapeten, Möbel und weitere Produkte oder das Goldene M für Möbel sowie das Eco-Label für verschiedenste Produkte.

Auf welche Materialien und Methoden setzt ihr, wenn es um gesundes Bauen geht?
VIO 302 - Terrasse:  Terrasse von FingerHaus GmbH

Sie suchen einen Architekten? Schreiben Sie uns! Wir helfen Ihnen gerne.

Nach passenden Wohnideen stöbern