Fassaden streichen selbstgemacht: Tipps und Tricks für den perfekten Look

Thomas Hauser | Copywriter | Editor Thomas Hauser | Copywriter | Editor
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Von Zeit zu Zeit sollten Besitzer eines Eigenheimes an ihrem Wohnobjekt Renovierungsarbeiten durchführen, was nicht nur aus optischen Sicht Sinn macht, sondern auch zur Erhaltung beziehungsweise unter Umständen sogar der Wertsteigerung des Anwesens beiträgt.

Natürlich trifft das auch auf das Äußere, genauer gesagt die Fassade des Hauses zu. Sie gehört zu den am meisten beanspruchten Teilen eines Gebäudes: Wind und Wetter stumpfen die ursprüngliche Farbe aus, Staub und Dreck setzten sich an ab und lassen das Haus ergrauen, unerwünschter Moosbefall oder Reste von Kletterpflanzen hinterlassen unschöne Spuren – wir merken schon, dass die Beeinflussung vielfältigen Ursprungs sein kann. 

Wohl dem, der sein Haus vorausschauend mit einer Steinfassade versehen hat: Das Material ist für gewöhnlich sehr witterungsbeständig und farbecht, behält also am ehesten sein Couleur. Zur Reinigung genügt in diesem Fall oftmals schon ein Hochdruckreiniger, die Steine halten dem druckvollen Strahl normalerweise problemlos stand. Fassaden aus Holz wiederum benötigen etwas mehr Aufwand bei der Renovierung, müssen sie doch aufwändig abgeschliffen und im Anschluss mit speziellem Fassadenlack oder -Öl neu gegen die stetige Wetterbelastung imprägniert werden. Heute beschäftigen wir uns jedoch hauptsächlich mit der am häufigsten genutzten Variante beim Hausbau, den verputzten Fassaden. 

Gestaltungsmöglichkeiten und die Kostenfalle

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Spezielle, auf Witterungsbeständigkeit und Farbschutz ausgelegte Fassadenfarbe, ist im entsprechenden Fachhandel erhältlich, der normalerweise so ziemlich jede Farbgebung vorrätig hat, beziehungsweise diese auf Kundenwunsch anmixt. Aktuell voll im Trend sind gemischte Fassaden, deren Elemente zum Teil aus verschiedenen Gestaltungstypen und Materialien – im unserem Beispiel klassischer weißer Verputz zusammen mit naturbelassenem Holz – bestehen. Hier ist selbstverständlich bei der Neugestaltung die entsprechende Vorgehensweise zu beachten.  

Besonderes Augenmerk liegt ebenfalls auf der Finanzierung des Projektes, besonders unbedarfte oder unerfahrene Eigentümer können sich bei den anfallenden Kosten schnell verschätzen und  landen so schnell in der Kostenfalle. Deshalb sollte man im Vorhinein immer einen Fachmann aus dem Malergewerbe zu Rate ziehen. Er kann nicht nur mit einem Kostenvoranschlag die Bedenken zerstreuen, sondern kennt auch alle Tricks und Kniffe und kann bestimmt wichtige Tipps geben.

Vorbereitung und Grundierung

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Zunächst sollte erst einmal der perfekte Zeitpunkt für die Ausbesserung gefunden werden. Die klimatischen Bedingungen sind entscheidend für das spätere Ergebnis. Deshalb sollten Fassadenrenovierungen immer bei gemäßigtem Wetter, also in Frühling oder Herbst durchgeführt werden, wenn keine extremen Temperaturausfälle zu erwarten sind. Auch wichtig sind die Wetterverhältnisse. Sollte sich also akut Regen ankündigen, verschiebt man das Projekt am besten um einige Tage, denn Feuchtigkeit und Malerarbeiten gehen sicher nicht Hand in Hand. Trotzdem sollte die Außenfläche des Hauses gereinigt sein, am besten mit einem sanften Wasserstrahl und einer Bürste. Direkt auch dem dreckigen Untergrund zu malen ist wenig erfolgversprechend, da die frische Farbe nicht optimal kleben bleibt.

Auch Farbreste sollten zu Beginn entfernt werden, unter Umständen macht sogar eine Grundierung des Hauses Sinn. Sie hilft dabei, besonders beanspruchte Bereiche der Fassade schon vor dem eigentlichen Auftragen der Farbe entsprechend vorzubereiten, bei Holzfassaden zum Beispiel ist eine Grundierung immer Pflicht. Dabei ist auch auf die Art der Grundierung zu achten: sie muss auf die spätere Wandfarbe abgestimmt sein – wer Latexfarbe nutzt, braucht also auch die entsprechende Grundierung für Latexfarben. Der Fachhandel hält eigentlich immer eine Auswahl bereit.

Schutz der Umgebung

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Zu einem der am häufigsten begangenen Fehler beim Streichen gehört mit Sicherheit der Mangel an entsprechender Vorbereitung. Wo gehobelt wird, fallen Späne lautet ein altbekanntes Sprichwort, dass sich auch auf unsere Renovierungspläne problemlos adaptieren lässt – Farbspritzer gehören bei dieser Art von Arbeit quasi dazu, sind fast unvermeidbar. Hier sollte der praktische Nutzen vor der eigenen Bequemlichkeit stehen, denn natürlich muss alles mit Farbe verdreckte im Anschluss gereinigt werden. Eine müßige Angelegenheit, besonders wenn Farbreste, im schlimmsten Fall schon eingetrocknet, von Holzmöbeln oder dem Steinfußboden der Terrasse entfernt werden müssen. Abdeckplanen müssen also her, zum Glück gibt es sie in vielen Größen im Fachhandel.

Beim Aufbau eines Baugerüstes ist besonders auf den Untergrund zu achten: Kies kann unter der Konstruktion verrutschen und dem Aufbau den Halt nehmen, ja im schlimmsten Fall verliert das Gerüst sogar den Stand und kippt um, was lebensgefährlich werden kann. Billige Holzplatten unter der Konstruktion – zum Beispiel aus MDF – verteilen das Gewicht gleichmäßig und schaffen da Abhilfe. Auch bei einer Holz- oder Steinterrasse sind sie sinnvoll als Unterlage: Gerüste aus Metall sind nicht unbedingt leicht, zusammen mit der Arbeitsbelastung sowie dem menschlichen Eigengewicht kommt da ganz schön was zusammen. Die Pfosten können sich unter diesem Gewicht in den Untergrund bohren und das Material irreparabel beschädigen. Die Befestigung des Untergrunds macht also in jedem Fall Sinn.

Materialien: Farbrolle und Pinsel

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Auch wenn die Gesamtkosten immer im Blick bleiben sollten, an dem entsprechenden Werkzeug zu sparen ist nicht angebracht. Dieser Faktor trifft natürlich auch auf die Malutensilien zu, die zu besorgen sind: Mit minderwertigen Farbrollen und Pinseln ist der Ärger fast schon vorprogrammiert! Billige Produkte nehmen die Farbe nur unzureichend auf und geben diese auch unregelmäßig beim Streichen ab! Zudem verlieren sie durch die mangelhafte Verarbeitung schnell ihre Borsten, die dann – mit Farbe getränkt – an der Außenwand kleben und nicht nur optisch unschön sind, sondern auch die Beständigkeit des Wetterschutzes negativ beeinflussen.

Die Folgen sind mehr Arbeitsaufwand und unter Umständen ein unbefriedigendes Ergebnis, in extremen Fällen muss der Arbeitsvorgang komplett wiederholt werden. Also lieber gleich zu Qualitätsprodukten greifen, da weiss man, was man hat. Man arbeitet dabei beim Malen immer nach einem sinnvollen Prinzip: Farbe senkrecht aufstreichen, waagerecht verteilen, zum Abschluss nochmals senkrecht über die Stelle streichen – ein optimales Ergebnis ist die Folge.

Aber nicht vergessen: Pinsel und Rollen gehören nach getaner Arbeit gereinigt! Man sollte sie am besten in einen Eimer Wasser legen und am nächsten Tag gründlich saubermachen. Aber bitte kein Spülmittel oder ähnliche Reiniger verwenden, da die Utensilien sonst unbrauchbar werden können.

Von oben nach unten arbeiten

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Wie auch bei Malerarbeiten im Innenraum gilt auch bei der Renovierung der Fassade eine uns wohlbekannte Grundregel: Das Haus sollte immer von oben nach unten gestrichen werden! Die Vorteile dieser Arbeitsweise sind klar ersichtlich, Farbspritzer könnten sonst die bereits bearbeitete Fläche verunreinigen und somit, besonders bei mehrfarbig gestalteten Häusern, für mehr Arbeitsaufwand sorgen. Deshalb beginnt man bei der Neukolorierung der Fassade immer vom obersten Rand und arbeitet sich von dort nach unten.

Ein wunder Punkt sind hier die Türen und Fenster, deren Glas, die Rahmen und die dazugehörigen Fensterbretter: Sie sollten fachmännisch mit Malerkrepp abgeklebt werden, damit sie nicht bei der anfallenden Arbeit durch Farbreste und Spritzer verdreckt werden. Je nach Ort des Gebäudes sowie dem Aufwand der Malerarbeiten ist zudem der Passantenschutz zu beachten – man muss eine schützende Plane auf Höhe der ersten Arbeitsstufe anbringen. Entsprechende Regelungen sind beim zuständigen Bauamt zu erfragen.

Auf der Schattenseite arbeiten

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Noesser Padberg Architekten GmbH

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Ein anderer Kniff bei der Fassadenmalerei ist nicht so leicht ersichtlich: Man arbeitet wenn möglich von der der Sonne abgewandten Seite des Hauses. Der Grund ist relativ einfach: Farbe im nicht getrockneten Zustand ist durch das warme Sonnenlicht sehr angreifbar! Der Trockenvorgang wird unnötig beschleunigt, bestimmte Farben können so ihre Struktur verändern. Die Folgen sind schnell zu sehen: Das Ergebnis kann beispielsweise fleckig und unregelmäßig werden, die Farbgebung kann sich um einige Nuancen verändern, die ganze Arbeit war möglicherweise umsonst. Fassaden, die konstant dem Sonnenlicht ausgesetzt sind, sollten also nicht zum Höchststand der Einstrahlung gegen Mittag, sondern zu gemäßigten Zeiten wie am frühen Vormittag oder gegen Abend bearbeitet werden.

Das waren sie, unsere Tipps und Kniffe bei der Fassadenrenovierung. Viel Spaß bei der Arbeit!

Überlegt ihr eure Fassade selbst zu renovieren? Erzählt uns doch davon!
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