Die richtige Farbe für eure Fassade – das müsst ihr wissen

Catherina Bernaschina Catherina Bernaschina
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Braucht eure Hausfassade einen neuen Anstrich? Oder habt ihr einfach Lust, eurem Haus einen anderen farblichen Look zu verpassen? Ein neuer Fassadenanstrich ist wie eine Gesichtsmaske: Manchmal bringt die aufgetragene Schicht ein bisschen Erfrischung, doch manchmal ist die Rundumerneuerung einfach bitter nötig. Bei der Fassadengestaltung ist der persönliche Geschmack das entscheidendste Kriterium. Doch nicht alles, was einem selbst gefällt, ist auch erlaubt und im Rahmen des Machbaren. Zu berücksichtigende sind u.a. auch Faktoren wie die Umgebung, die Wahl des richtigen Farbsystems sowie die Größe und Lage des Gebäudes. Bei uns erfahrt ihr Schritt für Schritt, worauf ihr bei der Farbwahl achten müsst, damit der neue Anstrich möglichst lange hält und eure Nachbarn beim Anblick eurer Fassade grün vor Neid werden.

Die Umgebung einplanen

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Der Farbton einer Hausfassade bestimmt nicht nur wesentlich den Charakter eines Gebäudes, sondern prägt auch die Nachbarschaft bzw. seine Umgebung mit. Wenig falsch machen kann man, wenn man Weiß als Grundton wählt. Bei auffälligen Farben wie etwa Pink oder Blau ist große Vorsicht angebracht, da die Gefahr besteht, dass das bunte Gebäude die ganze Nachbarschaft dominiert und total aus dem Rahmen fällt. Die persönliche Farbwahl sollte immer mit dem Kontext harmonieren, also zum Gesamtkonzept passen. Dies beinhaltet, dass der Hausanstrich einerseits im Hinblick auf die angrenzenden Häuser nicht zu sehr hervorsticht. Andererseits sollte die Farbe auch im Einklang mit den Gebäudeteilen wie Balkon, Garage und Dach gewählt sein. Welche Fassadenfarbe zum eigenen Haus und dessen Umgebung passt, lässt sich heutzutage mit der Hilfe von Farbsimulatoren und 3D-Planern herausfinden, die das Durchprobieren von verschiedenen Farbvarianten des Hauses ermöglichen. Viele Gemeinden schreiben übrigens vor, was gesetzlich erlaubt ist, weshalb ihr euch am besten direkt auf dem zuständigen Amt informiert, bevor mit euren Arbeiten loslegt.

Wirkung von Farbe und Material

Es gibt Farben wie zum Bespiel Gelb und Orange, die Wärme und Geborgenheit vermitteln. Dann gibt es wiederum Farben wie Blau oder Türkis, die eher Kälte ausstrahlen. Dasselbe gilt auch für die unterschiedlichen zur Verfügung stehenden Fassadenmaterialien: Rötlich-orange bis erdbrauner Cortenstahl oder Holzfassaden werden häufig mit Natürlichkeit und Wärme assoziiert, während graues Aluminium und Faserzement die Fassade kalt wirken lassen. Behaltet also bei der Farb- und Materialwahl immer im Hinterkopf, welchen Effekt der neue Anstrich haben soll. Selbstverständlich sind bei der Farb- und Materialwahl noch weitere Aspekte zu berücksichtigen. Solltet ihr euren Wunschfarbton an der Hausfassade nicht durch einen neuen Farbanstrich oder Putz, sondern durch ein bestimmtes Material realisieren wollen, dann müsst ihr euch über die jeweiligen Materialeigenschaften inkl. Instandhaltungsaufwand und Kosten der entsprechenden Fassadenverkleidung umfassend informieren. Holt euch bei der Farb- und Materialwahl auf jeden Fall Rat beim Fachmann. Er wird euch sagen können, welches der vielen Fassadensysteme am besten zur Beschaffenheit eurer Hauswand passt.

Farbqualität

Für einen bunten Fassadenanstrich müsst ihr wissen, dass dieser nicht nur schön aussehen muss, sondern in erster Linie auch das Bauwerk schützen soll. Die Qualität von Fassadenfarben hängt maßgeblich von den Eigenschaften des enthaltenen Bindemittels ab. Fassadenfarben mit einem hohen Bindemittelanteil wie z.B. Reinacrylat gelten als besonders farbbeständig und widerstandsfähig. Fertig angemischte Dispersions-Silikatfarben sind ebenfalls beliebt, da sie leicht zu verarbeiten sind und über einen guten Regenschutz verfügen. Zu den Allroundern unter den Fassadenfarben gehören die Dispersionsfarben. Sie sind feuchtigkeitsabweisend, wasserdampfdurchlässig und darüber hinaus in vielen (auch kräftigen und ausgefallenen) Farben erhältlich. Zur Luxusklasse der Fassadenfarben gehören die Silikonharzfarben. Sie sind extrem wasserdampfdurchlässig, wasserabweisend und schützen wirksam gegen Pilz- und Algenbefall.

Größe und Lage

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Es macht schon einen großen Unterschied, ob man nur eine Hauswand oder die gesamte Hausfassade neu gestaltet. Denn Farbe bzw. Material kostet. Ein Kompromiss kann es sein, mit dem Anstrich von der exponiertesten Hausseite einen schönen Akzent zu setzen. Behaltet dabei im Auge, dass die Hausgröße und Form auch Einfluss darauf hat, wie die Farbe wirkt. So ist von der Verwendung von knalligen und auffälligen Farben für das gesamte Gebäude abzuraten, da sie kontextuell sehr aufdringlich wirken. Auch die Lage des Hauses spielt eine wesentliche Rolle bei der Farbwirkung, da die Farbe je nach Sonneneinstrahlung wortwörtlich in einem anderen Licht erscheint. Zudem bewirkt eine ständige und intensive Lichteinstrahlung – beispielsweise an Südwänden – ähnlich wie bei Regen, dass bunte Fassadenfarben mit der Zeit verblassen.

Vorbereitung

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Wenn ihr beim Fassaden streichen selber Hand anlegt, müsst ihr den Untergrund vor dem Anstrich entsprechend vorbereiten. Achtet darauf, dass dieser sauber, trocken, ohne Risse und tragfähig ist. Für ein dauerhaft schönes Resultat müsst ihr eine sogenannte Sichtprüfung durchführen, d.h. Mängel wie Verfärbungen, lose Farbe, alten Putz, Schmutz, Algen und Mose entfernen. Das geht am besten mit Wasser und Bürste oder noch effizienter, mit einem Hochdruckreiniger. Für einen gleichmäßigen und saugfähigen Untergrund tragt ihr anschliessend einen Fassadengrund auf. Klebt davor alle Fenster, Türen und andere Öffnungen, die schmutzig werden könnten, mit Abdeckfolie ab. Vor dem Hauptanstrich tragt ihr noch mit einen Fassadenroller einen mit 10 bis 15 Prozent verdünnten Voranstrich auf, damit die Farbe anschliessend satter erscheint und besser haftet. Den zweiten und abschließenden Fassadenanstrich könnt ihr dann unverdünnt auftragen.

Was ihr sonst noch beachten müsst

Der erste Eindruck zählt. Diese Weisheit gilt auch für ein Haus. Wirkt das Gebäude von außen verlottert, hat man wenig Lust, sich das Hausinnere anzusehen. Ein attraktives Äußeres wirkt hingegen einladend. Eine Hausfassade braucht ca. alle zehn Jahre einen neuen Anstrich. Natürlich hängen die Zeitintervalle auch davon ab, wie angegriffen und verschmutzt die Hauswandoberfläche ist. Wartet bei größeren Schäden nicht zu lange ab, denn je mehr Zeit ihr vergehen lässt, desto teurer wird die gesamte Fassadenrennovation für euch. Plant auch die Witterungsverhältnisse beim Streichen ein: Zu heißes, zu kaltes oder zu nasses Wetter schadet der Farbe. Dasselbe gilt für eine direkte Sonneneinstrahlung beim Streichen, da die Farbe zu schnell trocknet. Für ein optimales Farbergebnis streicht man am besten im Frühling oder im Herbst bei lauen Temperaturen und klarem Himmel. Und nicht vergessen: Vor dem Auftragen die Farbe immer gut umrühren!

Welche Farbe hat euer Haus und worauf basiert eure Farbwahl?
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