8 tolle Materialien für einen modernen Boden im Flur

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Zu den am meisten frequentierten Bereichen einer Wohnung oder eines Hauses gehört der Eingangsbereich. Er fungiert als Trenner zwischen dem Außenbereich und der Wohnwelt und sorgt dadurch für ein gewisses Maß an Privatsphäre für die Bewohner. Erwartete und unerwartete Besucher werden an dieser Stelle willkommen geheißen. Im Gegensatz zu Freunden, die man gerne hereinbittet, ist für fremde Personen - als Beispiel seien hier mal Lieferanten genannt – an dieser Stelle Schluss, ein tieferer Einblick in private Gemächer bleibt ihnen normalerweise untersagt. 

Für die Bewohner bedeutet der Hausflur auch der erste Schritt in den heimischen Wänden – man kommt richtig Zuhause an, wenn man erst einmal die Straßenschuhe gegen die Hauspuschen gewechselt und seine Jacke an die Garderobe gehängt hat. Auch dient er oftmals als Zwischenlagerstätte: die volle Mülltüte, Sperrgut, das entsorgt werden soll oder eben die oben genannten Lieferungen – alles landet zunächst einmal auf dem Boden des Flurs, von wo es seinen weiteren Weg innerhalb der Wohnung oder nach draußen nimmt. Und wie das nun mal so ist mit den oft frequentierten Orten, bedarf auch der Flurboden auf Grund seiner hohen Beanspruchung eines passenden, robusten und leicht zu säubernden Bodenbelages. Im Folgenden zeigen wir euch einige Optionen für entsprechendes Fußbodenmaterial sowie deren Vor- und Nachteile.

Holz

schwebende Treppenstufen an einer Sichtbetonwand mit Glasabtrennung:  Flur & Diele von Marcus Hofbauer Architekt
Marcus Hofbauer Architekt

schwebende Treppenstufen an einer Sichtbetonwand mit Glasabtrennung

Marcus Hofbauer Architekt

Foto: Lennart Wiedemuth / Fotografie

Holz als einer der am ältesten genutzten Werkstoffe findet natürlich auch als Bodenbelag Verwendung – und das schon seit Jahrhunderten. Im Gegensatz zu einfachem Laminat, welches aus verleimtem Span besteht, sind solche Böden selbstverständlich aus reinem Vollholz hergestellt und entsprechen höchsten Qualitätsstandards. Mit einer schützenden Lackierung versehen bestechen Dielen oder Parkettböden durch ihre natürliche Optik, lassen sich aber bei Wunsch auch in jeder gewünschten Farbe streichen – unter Umständen sollte jedoch vorher eine Grundierung aufgetragen werden. 

Eine ordentliche Versiegelung des Holzbodens ist sinnvoll, ist er so doch äußerst widerstandsfähig und hält auch stärkeren Belastungen problemlos stand. Auch Schäden lassen sich leicht beheben, kaputte Elemente kann man einfach austauschen, oder, bei kleineren Makeln, abschleifen und neu lackieren. Handelsübliche Putzmittel sind hier die beste Option zur Reinigung, wer es gerne glänzend mag, kann auch auf Möbelpolitur zurückgreifen. Doch Vorsicht vor Fertigparkett – ähnlich wie Laminat ist es nur bedingt reparabel.

Dielen oder Parkett?

 Flur & Diele von Arquimia Arquitectos
Arquimia Arquitectos

Casa J+S ARQUIMIA ARQUITECTOS

Arquimia Arquitectos

Also, welche Art von Holzboden darf es sein? Dielen oder Parkett – beides sind natürlich wunderschöne Bodenbeläge, doch trotz des gleichen Materials gibt es doch feine Unterschiede. Es beginnt ja schon bei der Optik: Das Muster von Parkett liegt an dessen Konstruktion, wird es doch aus vielen kleinen Elementen zusammengesetzt. Das erschwert unter Umständen den Aufbau – das Ergebnis sieht dafür umso gelungener aus. Deshalb hat es auch in punkto Design leicht die Nase vorne, denn die Auswahl an verschiedenen Parkettmustern ist fast unendlich  

Dielen hingegen bestehen aus massiven Brettern, ab einer Stärke von 4 cm auch Holzbohlen genannt. Auf Grund ihrer Konstruktion benötigen sie nicht unbedingt einen tragfähigen Untergrund, sondern können – beispielsweise bei Holzhäusern – direkt verarbeitet werden, indem man die Dielen einfach auf den Deckenbalken des darunterlegenden Stockwerkes befestigt. Doch Hobbyhandwerker sollten in solchen Fällen trotz der massiv wirkenden Statik einen Fachmann konsultieren, sonst kann es zu schweren Unfällen kommen! 

Parkett hingegen wird normalerweise auf einer tragenden Schicht angebracht, dafür ist er aber durch seine gesteckte Bauweise ähnlich robust wie Dielenboden. Dielen oder Parkett – beide Bauweisen haben sich zurecht etabliert und beide bestechen durch ihr gelungenes Äußeres. Jetzt liegt es an euch: Welche Variante darf es sein?

Fliesen

Zweiholmtreppe Landau:  Flur & Diele von lifestyle-treppen.de
lifestyle-treppen.de

Zweiholmtreppe Landau

lifestyle-treppen.de

Zu einer der minimalistischen und gleichzeitig pflegeleichtesten Optionen gehört mit Sicherheit der altbewährte Fliesenboden. Vor allem in moderneren Wohnobjekten finden wir diesen strapazierfähigen und robusten, gleichzeitig jedoch wenig atmosphärischen Bodenbelag. Wenig atmosphärisch – nicht bei Wohnungen mit Fußbodenheizung! Während Holz eher isolierend wirkt, leiten Fliesen sehr gut die Wärme weiter, weshalb es in diesen Fällen gerne zum Einsatz kommt und jeder, der barfuß über warme Fliesen läuft, genießt dieses wohlige Gefühl. Wer jedoch keine Fußbodenheizung hat, wird einen der Nachteile von Fliesen im Winter an der eigenen Haut erleben können, denn diese Böden werden besonders bei ebenerdigen Hausfluren sehr kalt. Dem kann man mit einem kleinen Teppich entgegenwirken. Dafür ist die Reinigung gar kein Problem: Der Fliesenboden kann einfach mit einem Feudel gereinigt werden.

Kommen wir zu einem weiteren Nachteil, genauer gesagt der Reparatur, die ist nämlich leider ein springender Punkt: Trotz ihres robusten Äußeren können Fliesen nämlich durch die altersbedingte Abnutzung oder zu harter Belastung, vielleicht weil etwas sehr Schweres auf sie fällt, brechen. In diesem Fall ist eine kleine kosmetische Korrektur meist nicht möglich, der Fliesenleger muss ran und das Element fachgerecht austauschen. Deshalb sollte man schon beim Kauf auf eine entsprechende Qualität achten und nicht auf die günstigste Variante zurückgreifen. So hat man möglichst lange Freude daran.

Vinylfliesen

moderne Küche von MG&AG.ARQUITECTOS

Entgegen des Namens haben wir es hier nicht wirklich mit einer Steinfliese zu tun, sondern vielmehr mit einem Kunststoffbelag in der entsprechenden Fliesenoptik. Ähnlich wie herkömmliche Fliesen zeichnet sich dieser durch seine leichte Reinigung aus, wird jedoch im Gegensatz zu Fliesen nicht so kalt. Einer der absoluten Vorteile ist das vielfältig erhältliche Design: Vinylfliesen sind in zahlreichen verschiedenen Modellen erhältlich! Ob Holzoptik, im klassischen Fliesenlook oder etwas extravaganter mit einem ungewöhnlichen Muster – bei Vinylfliesen ist für jeden was dabei. Für Vinylböden spricht allerdings auch der Anschaffungspreis, denn dieser Bodenbelag ist als Rollen erhältlich und alles andere als teuer.

Vinylböden sind sie sehr pflegeleicht und herkömmlicher Dreck ist einfach abwaschbar. Aufpassen muss man allerdings bei chemiehaltigen Putzmitteln – sie können den Belag nachhaltig beschädigen. Auch können sie nicht wie eine normale Fliese brechen, der Kunststoffbelag ist äußerst widerstandsfähig und belastungssicher. Dem entgegen stehen mögliche Abdrücke, die schwere Gegenstände auf dem Material hinterlassen. In diesem Fall kann das betreffende Stück nicht einfach repariert, sondern muss ersetzt werden, was nachhaltig die Optik stören kann. 

Keramikfliesen

Jugendstil Mehrfamilienhaus Zürich-Seefeld:  Flur & Diele von Fastarch Architekturbüro eth/sia
Fastarch Architekturbüro eth/sia

Jugendstil Mehrfamilienhaus Zürich-Seefeld

Fastarch Architekturbüro eth/sia

Wer es gerne verspielt hat, kann seine Passion auch mit einem entsprechenden Bodenbelag Ausdruck verleihen. Besonders in älteren Wohnungen finden wir bis heute einen Bodenbelag, der schon seit dem Mittelalter genutzt wird: Keramikfliesen. Diese wirken im Gegensatz zu modernen Steinfliesen schon bei einer kurzen Berührung hochwertiger, strahlen mehr Wärme aus und erinnern nicht selten an die schöne Kindheit im Haus der Großeltern. 

Was die Robustheit angeht sind jedoch Abstriche zu machen: Keramikfliesen sind weniger hart als Steinfliesen und auch kostenintensiver in der Anschaffung bzw. Reparatur. Dafür sind sie gerade bei Allergikern beliebt, leicht zu pflegen und durchaus langlebig – nur vor zu schwerer Belastung sollte man sie schützen.

Mosaikfliesen

Exotisches Vintage - Mosaikfliesen fürs Bad:  Wände & Boden von Guru-Shop
Guru-Shop

Exotisches Vintage – Mosaikfliesen fürs Bad

Guru-Shop

Fliesen sind in einer Vielzahl an Variationen und Modellen erhältlich, inzwischen, und das ist kein Witz, gibt es sie sogar in Holzoptik. Hier soll es jetzt jedoch kurz um eine wesentlich gängigere Variante gehen, die guten alten Mosaikfliesen. In vielen verschiedenen Größen erhältlich ist sie vor allem bei kreativen Bauideen eine willkommene Option. 

Ganz ehrlich, von Mosaikfliesen im Hausflur ist aber eher abzuraten. Zwar sind sie ähnlich hart wie herkömmliche Fliesen, dabei aber bei weitem nicht so robust, und wer möchte schon das schöne Bodenmuster durch Kratzer zerstört sehen. Ein Bodenbelag sollte sich vielmehr durch seine Funktionalität auszeichnen – wieder ein negativer Punkt für das Mosaik. Mosaikfliesen sind ästhetische Elemente und nicht für dauerhafte Belastung gemacht – dafür haben wir doch andere Optionen. 

Naturstein

Rustikaler Landhaus-Charme mit Travertin Noce-Fliesen: rustikale Wohnzimmer von jonastone
jonastone

Rustikaler Landhaus-Charme mit Travertin Noce-Fliesen

jonastone

Neben Holz ist wohl der Einsatz von Stein mit die natürlichste Option bei der Wahl eines passenden Bodenbelages. Der größte Unterschied zwischen den beiden Materialien ist die Atmosphäre: Während ein Holzboden zumeist eine gewisse Wärme ausstrahlt, besticht ein Boden aus Stein durch seine Klarheit und seine Kälte – ist also nichts für dauerfrierende Bewohner. Dabei ist kaum etwas so vielfältig wie ein Boden aus Naturstein! Im Gegensatz zu vielen anderen Materialen sind Kratzer, Unreinheiten & Co. bei diesem Bodenbelag kein Problem, sondern machen vielmehr den Reiz von Natursteinen aus. Rustikal und trotzdem pflegeleicht – diese beiden Begriffe beschreiben wohl am besten, weshalb Natursteinböden sich solcher Beliebtheit erfreuen.

Doch auf den Kalkgehalt des Materials muss geachtet werden: Kalkhaltige Steinsorten, beispielsweise Marmor, bedürfen einer anderen Pflege, sonst werden sie stumpf oder trüb. Deshalb muss man hier immer einen Blick auf den neutralen pH-Wert des Reinigungsmittels werfen. Spezielle Reiniger sind jedoch ohne Probleme im Fachhandel erhältlich. Wer wirklich lange Freude an seinem Marmorboden haben möchte, sollte über eine schützende Hartwachsschicht nachdenken.

Beton

Die mit Abstand widerstandsfähigste Variante für den Bodenbelag befindet sich in annähernd jedem Haus: eine Schicht aus Zementbeton, uns auch unter dem Begriff Estrich bekannt. Gerade in der letzten Zeit ist der auch in Privatwohnungen immer mehr anzutreffen und bei den Bewohnern durch seine Optik, seine leichte Pflege sowie die einfache Reinigung beliebt. Apropos Reinigung: Trotz seiner harten Struktur sollte ein Betonboden versiegelt werden, denn gerade bei fettlastigen Verschmutzungen kann es sonst zu unschönen Flecken kommen. Dieser Vorgang sollte je nach Belastung des Bodens alle 2-4 Jahre wiederholt werden, was aber kein Problem sein dürfte.

Kommen wir zur Optik, denn Beton bedeutet nicht automatisch eine graue Farbgebung – verdichtet und geschliffen kann er mit einer Lackierung in einer Farbe ganz nach den Wünschen der Bewohner gestaltet werden. Hier spielt jedoch der Zeitfaktor keine unerhebliche Rolle, denn ein toller Betonboden ist nicht über Nacht realisierbar, sondern benötigt bis zur kompletten Aushärtung unter Umständen mehrere Wochen. Dafür ist er in der Anschaffung wesentlich billiger als vergleichbare Böden aus Holz oder Stein.

Fliesen, Holz oder Stein - was wäre euer Favorit?
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