Behutsame Restaurierung und Umnutzung einer Scheune

Elisabeth Liebing Elisabeth Liebing
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Wer sich für den Schritt entscheidet, ein Bauernhaus zu kaufen und zu restaurieren wird schnell von dieser Entscheidung profitieren, denn der Charme eines solchen Hauses ist einzigartig! Deutschland beherbergt eine Vielzahl alter Häuserschätze, derer sich leider nur wenige Bauherren annehmen. Oftmals muss man zusehen, wie Häuser, insbesondere aus der Jahrhundertwende, regelrecht zusammenbrechen. Für alle, die noch unschlüssig sind, ob sie den Schritt des Hauskaufs und den damit verbundenen Kosten wagen sollen, soll gesagt sein, es winken staatliche Subventionen, wenn das Haus unter Denkmalschutz steht. Die Zahl der Experten, die sich auf Sanierungen, Restaurierungen und Instandsetzungen alter, denkmalgeschützter Häuser konzentrieren, nimmt stetig zu. Ein Projekt solcher Fachplaner stellen wir euch heute vor.

Süd-West Ansicht der Scheune

Die Architektin Gabriele Riesner hat es sich zur Aufgabe gemacht, alte Bauernhäuser, Scheunen aber auch Mehrfamilienhäuser aus dem 19. und dem frühen 20. Jahrhundert zu entkernen, restaurieren und instand zu setzen. In diesem Beispiel hat sich die Diplom Ingenieurin einer Scheune aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts angenommen und dem Schmuckstück wieder zu neuem Glanz verholfen!

Die an der Westseite angebaute Scheune eines 200 Jahren alten Bauernhofes wurde zu einer 150 Quadratmeter geräumigen Wohnung umfunktioniert. Besonders großen Wert wurde auf die behutsame architektonische Sanierung der Außenfassade gelegt sowie auf die städtebauliche Eingliederung der umliegenden Dorfhäuser. Um die Geschosse optisch zu unterteilen, wurde die Außenfassade mit Hilfe unterschiedlicher Materialien verkleidet: Im Parterre hebt sich der weiße Putz von der naturbelassenen Lärchenholzlattung ab, die sich von der ersten Geschossdecke bis hin zum First zieht. 

Kastenfenster sorgen für Licht

Ein signifikantes Gestaltungselement hat dennoch Einzug gehalten: An der Stelle des alten Scheunentores ist ein großzügiges Kastenfenster mit integrierter Tür entstanden, das gleichzeitig auch den Eingangsbereich Richtung Süden markiert. Hinter dem Eingang verbirgt sich der Dielenbereich, der nicht beheizt wird. Das Wohnen wird somit in Kalt- und Warmräume unterteilt. 

Handgeschmiedete Brüstung

Das Balkon-  und Treppengeländer wurde handgeschmiedet und bietet einen filigranen Kontrast zu der konventionellen Bauweise der Scheune. Durch den blaufarbenen Lackanstrich der aufgesetzten Fensterrahmen rücken die Fenster als gestalterisches Element der Fassade in den Vordergrund.

Traditionelle Materialienverwendung

Im Inneren dominiert maßgeblich Holz das gesamte Erscheinungsbild und erzielt auf diese Weise eine warme und natürliche Raumatmosphäre. Das Fachwerk sorgt für ein traditionelles Dekorationselement, das sich stimmig eingliedert. Eingerahmt werden die Kieferndielen von der schwarzen Brüstung, die auch auf dem Balkon montiert ist. Die Wiederaufnahme des handgeschmiedeten Geländers ist stimmig und führt zu einem ganzheitlichen Konzept, welches im Innen- als auch im Außenraum funktioniert. Die Galerie verknüpft das Erdgeschoss mit dem ersten Stock, das großformatige Kastenfenster fungiert als Bindeglied und sorgt für zusätzliche Helligkeit der beiden Etagen.

Kalksteinplatten aus Solnhofen

Im Erdgeschoss der Scheune wurden Solnhofener Kalksteinplatten verlegt, um den rustikalen Charakter zu unterstreichen. Sie sind pflegeleicht und besonders strapazierfähig und dadurch beispielsweise bestens für Küchen geeignet. Die Steinplatten stammen aus der umliegenden Region und wurden von ortsansässigen Handwerksfirmen verlegt. Die Treppe gliedert sich in den einstigen Stil wunderbar ein und unterstreicht mittels der prägnanten Materialien die vorherrschende Natürlichkeit.

Der Herd als Multitalent

Herzstück der Küche ist der zentrale Holzfeuerofen im Erdgeschoss, der sowohl als Herd dient sowie die Warmwasserzuführung für den Pufferspeicher der Fußboden- und Wandheizung übernimmt. Auch hier ist das Fachwerk der Scheune sichtbar und lässt einen nicht vergessen, dass man sich in alten Gemäuern befindet. 

Weißes Badezimmer

Besonders gut ist auch die Einrichtung des Badezimmers gelungen. Weiße, hochglänzende Fliesen schmücken die untere Hälfte der Wand, um den Anstrich vor Spritzwasser zu schützen. Die Form des Waschbeckens erinnert an die Trogform für Tiere und ist eine witzige Anlehnung an die einstige Gebäudenutzung. Im Badezimmer wurden ebenso wie in der Küche die Solnhofer Kalksteinplatten verlegt. Weitere Ideen zur Umgestaltung des Badezimmer mit Natursteinplatten findet ihr hier: Naturstein im Badezimmer

Könntet ihr euch vorstellen, in solch einem Haus zu leben? Hinterlasst uns einen Kommentar!
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