So bekommt ihr eure Tür-Probleme selbst in den Griff

So bekommt ihr eure Tür-Probleme selbst in den Griff

Isabel Herwig Isabel Herwig
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Türen im Wohnraum bemerkt man eigentlich immer erst, wenn sie nicht mehr richtig funktionieren. Meistens betrachtet man sie als selbstverständlich. Wenn sie allerdings knarren, quietschen, nicht richtig schließen, von allein aufgehen oder über den Boden schleifen, nerven sie. Aber wer kennt es nicht, das Problem wird so lange ignoriert, bis entweder jemand anderes es in die Hand nimmt oder man selbst in den Wahnsinn getrieben wird. 

Dass eure Türen im Haus oder der Wohnung früher oder später das ein oder andere Problemchen aufweisen, ist völlig normal und liegt zum einen an der Häufigkeit der Nutzung, wie im Wohnzimmer, zum anderen aber auch an Material und Luftfeuchtigkeit. Oft wurden schon beim Einbau kleine Fehler gemacht, die später ausgebügelt werden müssen. 

Dabei kann man sich aber in den meisten Fällen einen Fachmann sparen. Viele Tür lassen sich mit wenigen Handgriffen selbst reparieren. Wir haben in diesem Ideenbuch die häufigsten Krankheiten gesammelt, die bei Türen auftreten und liefern euch gleich noch die passenden Medikamente dazu. 

Schleifende Türen reparieren

Jedes Mal, wenn ihr durch eine Tür geht, müsst ihr sie anheben, damit sie nicht über den Boden schleift? Das ist zum einen extrem ärgerlich, zum anderen ruiniert das den Boden. Um das Problem zu beheben, gibt es gleich mehrere Möglichkeiten. 

Am einfachsten kann man die Tür reparieren, wenn man oben im Rahmen noch etwas Luft hat. Dann wird die Tür ausgehängt und die Scharniere werden mit einem Fitschenring unterlegt. Der hebt die Tür an. Funktioniert das nicht, müssen die Scharniere weiter eingeschraubt werden. Achtung: Schraubt ihr das obere weiter ein, hebt sich die Schlossseite der Tür, beim unteren senkt sie sich etwas.  Klappt auch das nicht, muss die Tür gekürzt werden! Aber bitte schneidet nicht einfach mit einer Stichsäge den unteren Rand ab, sondern mit einer Handkreissäge. Andernfalls wird's krumm und schief und ihr habt dasselbe Problem wieder. Wer zur Miete wohnt, ist gut beraten, das vorher mit seinem Vermieter abzusprechen.

Tür fällt ständig zu, weil sie schräg eingebaut ist

Wenn Türen, wie von Geisterhand selbst zufallen oder aufgehen, sind sie in der Regel schief eingebaut. Wenn ihr Glück habt, sitzt nur das Türblatt schief im Rahmen, habt ihr Pech, ist der ganze Rahmen schief eingebaut. 

Die einfachste, aber dennoch mühsame Variante ist, die Tür aus den Scharnieren zu heben und die Angeln am Türblatt zu verdrehen. So reguliert man den Abstand der Türangeln zum Blatt, was die Tür gerade ausrichtet. Man sollte die Tür nach einigen Umdrehungen immer wieder einsetzen, um sie zu testen. 

Wer lieber erst einmal mit einfacheren Mitteln anfangen will, kann versuchen, ein Klebeband um die Scharniere zu machen und die Tür dann wieder einsetzen. Manchmal wirken kleine Handgriffe schon Wunder. Wer eh schon beim Schrauben ist, kann auch an den Scharnieren probieren zu justieren. Einfach das obere oder untere Scharnier weiter hinein- oder herausschrauben und notfalls den Rahmen hinter dem Scharnier etwas abschleifen, um mehr Spielraum zu bekommen. 

Knarrende und quietschende Türen zum Schweigen bringen

Bei knarrenden und quietschenden Türen braucht man sich gar keine Sorgen machen. Dieses Türproblem kann man am einfachsten selbst lösen. Denn wenn's quietscht, muss man nichts weiter tun als ölen! 

Es gibt zwei Arten eine Tür, die Grusel-Geräusche macht, zu ölen. Alte Türen haben dafür oft noch Öllöcher in den Angeln. Sie sind genau zu diesem Zweck da. Öl hinein und fertig. Moderne Zimmertüren haben die Löcher nicht mehr. Aber auch sie braucht man nur auszuhängen, um die Angeln zu schmieren. 

Achtet dabei aber immer auf das richtige Schmiermittel. Handelsübliche Mehrzwecköle aus dem Baumarkt erfüllen nicht immer ihren Zweck. Sie enthalten viel flüssiges Benzin und nur einen geringen Schmieranteil. Am besten nimmt man Fahrradöle, da diese nicht so leicht eintrocknen. Auch Nähmaschinenöl eignet sich gut. 

Und auch wenn Hausmittelchen wie Rasierschaum, Haarspray oder Butter zunächst nach schnellen und einfachen Lösungen klingen, sollte man das besser sein lassen. Sie zeigen zwar Wirkung, aber die ist nur von kurzer Dauer. 

Klemmende Türen zähmen

Das Verlegen eines neuen Fußbodens, falscher Einbau oder die natürlichen Setzbewegungen des Hauses können aus einer Tür ein fast unüberwindbares Hindernis machen. Oft klemmt eine Tür aber auch erst, nachdem ein neues Türblatt in den schon vorhandenen Rahmen eingebaut wurde. Kommt dann noch Feuchtigkeit hinzu, verzieht sich so einiges an der Tür. 

Wenn der Rahmen hingegen bei Kälte und Trockenheit stärker schrumpft oder bei Wärme und Feuchtigkeit stärker wächst als das Türblatt, klemmt die Tür. Langfristig kann man in diesem Fall nur das Türblatt oder eben die Türzarge (den Rahmen) austauschen, am besten mit einem neuen oder guten, gebrauchten Türsystem.

Zugluft stoppen – Tür abdichten

Die einfachste Variante eine zugige Tür abzudichten, ist, sich einen textilen, schlauchförmigen Stopper vor die Tür zu legen. Dieser muss aber den kompletten Türspalt abdecken und extrem gut an der Türkante befestigt sein. Andernfalls sind die Dinger im täglichen Gebrauch eher hinderlich, weil sie sich leicht verkeilen.

Die bessere Möglichkeit lästige Zugluft zu stoppen, bieten Bürstendichtungen unter dem Türblatt. Sie haben den großen Vorteil, dass die flexiblen Borsten gleichzeitig Ungleichheiten im Boden ausgleichen. Man sollte aber zuerst gucken, ob in den Scharnieren Unterlegscheiben drin sind, die die Tür anheben. Kann man diese entfernen, ohne dass die Tür dann auf dem Boden schleift, löst sich das Problem fast von selbst. 

Türblatt, Klinke, Scharniere: Einzelne Teile der Tür austauschen

Kleine Reparaturen an euren Türen vorzunehmen ist ein Klacks. Ihr braucht eigentlich nur einen Schraubendreher und die richtigen Teile dazu. Neue Türblätter bekommt man schon für etwa 50 Euro. Seit 1985 regeln DIN-Normen die Formen und Größen von Türen. Ist die Tür also nicht älter als 30 Jahre kann man problemlos das Türblatt austauschen ohne auch die Zarge zu wechseln. 

Um seiner Tür eine neue Klinke zu verpassen, braucht man nur eine sogenannte Drückergarnitur (komisches Wort – meint aber einfach nur alles, was zu den zwei Klinken gehört) aus dem Baumarkt, Bleistift, Schraubendreher, einen Akkubohrschrauber plus Holzbohrer. Damit die alten Bohrlöcher im Türblatt genutzt werden können, muss zumindest ein ähnlich großes Klinkenmodell benutzt werden. Am besten nimmt man die alte Drückergarnitur mit in den Baumarkt, wenn man eine neue kauft. Die vielen Einzelteile schrecken zunächst ab, sind aber überhaupt nicht schlimm und um Handumdrehen verbaut.  

Das Scharnier tauscht man einfach aus, indem man es erst einmal aus dem Rahmen schraubt – soweit ganz logisch. Dazu braucht man einen Inbusschlüssel. Es geht auch einfach weiter: Dann setzt man nämlich das neue Scharnier wieder in die Zarge und sollte beim Befestigen darauf achten, dass das Scharnier einen Abstand von etwa drei bis fünf Millimeter zur Zarge hat. Fertig. 

Quietschen, klemmen, schleifen, aufgehen - Mit welchen Tricks repariert ihr eure Türen selbst? 
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