Wohnhaus in München

Elisabeth Liebing Elisabeth Liebing
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Bevor ihr euch den Text durchlest, würde ich euch empfehlen, erstmal die ersten vier Bilder des Ideenbuchs anzusehen ohne dabei den geschriebenen Text zu beachten, wenn ihr das getan habt, könnt ihr gerne von vorne mit dem Lesen beginnen. Denn es handelt sich bei den ersten vier Fotografien um ein und dieselbe Seite eine Hauses.

Ziel war es, den Charakter der bestehenden Nachbarhäuser in einem Stadtteil in München modern zu interpretieren und die Satteldächer der dort vorherrschenden Bebauung aufzugreifen. Es ist ein Haus entstanden, dessen Fassade wandelbar ist, schnell Abwechslung verspricht und niemals Langeweile aufkommen lässt. Wie scheinbar einfach es ist, Leben in ein Haus zu hauchen und ein gestalterisches und funktionales Element in den Mittelpunkt zu rücken und dadurch einen solch großen Mehrwert zu erzielen, werden wir euch heute zeigen.

Geschlossene Fassade

An ein bestehendes Siedlungshaus aus den 40er Jahren wurde ein äußerst puristischer Anbau angefügt. Die Giebelfassade wurde nahezu vollständig verglast und mit einem homogenen Screen aus horizontal verlaufenden weißen pulverbeschichteten Quadrathohlprofilen aus Aluminium verkleidet. Im Laufe des Tages und während der vier Jahreszeiten ergibt sich ein immerzu veränderliches grafisches Licht- und Schattenspiel im Innenraum.

Wenn die Lamellen die Fassade gänzlich bedecken wird eine geschlossene und minimalistische Erscheinung erzielt. Das moderne Gefüge wirkt wie ein kleine Festung, die sich von den benachbarten Häusern abhebt, jedoch nicht absondert.

Zugang zum Garten

Im Erdgeschoss des modernen Anbaus lassen sich bis zu drei Elemente verschieben und im Zwischenraum der Doppelfassade verstecken, um Sicht und einen Durchgang zum Garten zu ermöglichen. So kann sich die Fassade den Bedürfnissen der Bewohner flexibel anpassen und wird spielerisch aufgelockert. Je nach Intensität der Sonneneinstrahlung kann der Vorhang auf die Seite geschoben werden.

Falt-Hebel-Mechanismus

Besonderer Clou ist das Fenster des ersten Geschosses: Ein Falt-Hebel Mechanismus legt das mittlere Feld frei und sorgt für eine dreidimensionale Wirkung der Fassade und erzeugt das Gefühl von Lebendigkeit. Großformatige Steinplatten wurden für die Terrasse verwendet und unterstreichen die minimalistische Gestalt des Komplexes.

Offene und freundliche Seite

Das Gesicht des Hauses verändert sich vollständig und präsentiert sich nun offen und freundlich. Im Inneren des Hauses wurde der minimalistische Stil der Fassade aufgegriffen. Nur wenige Möbel schmücken den Innenbereich, knallrote Dekorationselemente dienen als Hingucker und dominieren den Raum.

Fuge des Wohnhauses

Verbunden werden der Neubau und das bestehende Gebäude durch einen schmalen gläsernen Zwischenraum. Das einfallende natürliche Licht sorgt für eine Extraportion Helligkeit von allen Himmelrichtungen und unterstreicht das rahmende Gestaltungselement.

Wirkung in der Nacht

In der Dunkelheit grenzt sich der moderne Anbau durch den Lichtschlitz des bestehenden Gebäudes ab, einzige Konstante in der Nacht ist die sehr ähnliche Außenform der beiden Häuser, wobei das Satteldach prägnant ist. Am Tag setzt sich der Neubau, hier links, durch seine Materialität deutlich vom Bestand, dessen Fassade aus Ziegeln und Putz ist, ab. Die Dachflächen des Anbaus gehen nahtlos in die Wände über und bilden eine homogene Gebäudehülle aus dunkelgrauen Faserzementplatten. Wenn ihr mehr zu Sonnenschutzsystemen erfahren wollt, schaut euch das Ideenbuch: Fixierte Lamellenschutzsysteme an Häuserfassaden an!

Wäre diese Art der Fassadengestaltung etwas für euch? Hinterlasst uns gerne einen Kommentar!
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