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Energieeffizient Bauen für einen grüneren Fußabdruck

Isabel Herwig Isabel Herwig
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Überzogene Heizungskosten, hoher Stromverbrauch, stickige Luft und dann auch noch eine schlechte Ökobilanz? Schon beim Bau oder spätestens bei der Sanierung kann man bei seinem Haus darauf achten, dass man energieeffizient plant. Das bedeutet auf lange Sicht nämlich nicht nur geringere Kosten, sondern auch einen grüneren Fußabdruck. 

Wie das geht? Das Gebäude soll sich in den natürlichen Stoffkreislauf eingliedern. Dazu nutzt man einfach Materialien, die am Ende der Lebensdauer des Hauses leicht entsorgt werden können. Dazu sollte es auch während des Betriebs ressourcenschonend und effizient sein. 

Am besten fängt man mit der Minimierung des Wärmeverlustes an, indem man ordentlich dämmt und das Ausweichen warmer Luft nach Außen verhindert. Dazu zeigen wir euch in diesem Ideenbuch auch, welche Fenster ihr am besten einbaut. Energiekosten spart man auch durch die Nutzung passiver solarer Einstrahlung und durch eine gute Belüftungsanlage. Auch, wer auf natürliches Licht setzt, spart und zwar nicht nur Energie, sondern auch ein schlechtes Gewissen.

So könnt ihr quasi dabei zugucken, wie euer ökologischer Fußabdruck immer grüner wird und ganz nebenbei spart ihr auch noch jede Menge Geld.

Energieverbrauch senken durch gut isolierte Wände

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Wer von Anfang an gut isoliert, hat später keine Probleme mit eindringender Kälte oder ausdringender Wärme. Etwa um 18 Prozent lässt sich der Energieverbrauch an einem klassischen Wohnhaus aus den 70er Jahren senken, wenn die Wände isoliert sind.

Für die positive Ökobilanz sollte bereits bei der Wahl der Baumaterialien auf Herkunft, Umweltfreundlichkeit und gesundheitliche Verträglichkeit geachtet werden. Als Naturbaustoffe gelten neben Holz, Ziegel und Naturstein auch Kalk und Lehm. Wer etwas Neues ausprobieren möchte, dämmt mit Stroh.

Je kompakter die Gebäudeform des Hauses ist, desto besser ist das energetische Verhalten eines Gebäudes. Flachbauten, aber auch viele Vor- und Rücksprünge wirken sich hierbei negativ aus und müssen ausgeglichen werden.

Zusätzlich zu einer guten Isolierung kann das Haus beim Bau so ausgerichtet werden, dass möglichst viel Wärmeenergie durch die Sonneneinstrahlung gewonnen werden kann – Hauptfassade dazu einfach nach Süden ausrichten. 

Dach und Untergeschoss richtig isolieren

ENERGETIKhaus100® cube: klassische Häuser von FASA AG
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Wärme steigt nach oben. Das heißt, über ein schlecht gedämmtes Dach gehen schon einmal 15 bis 20 Prozent der Wärmeenergie des Hauses verloren. Dem kann man aber ganz einfach entgegenwirken, indem man – bei höherem Budget – gleich das ganze Dach dämmt oder aber erstmal nur die oberste Geschossdecke. 

Das bringt aber nur etwas, wenn das Dachgeschoss nicht bewohnt ist, sonst muss direkt am Dach angesetzt werden. Ist es bewohnt, müsste auch die Dämmschicht in der Geschossdecke dicker und stabiler sein, z.B. aus Platten aus Hartschaum und Mineralwolle. 

Mit ähnlich wenig Aufwand kann man auch die Kellerdecke dämmen. Vor allem im Winter wird es an den Füßen frisch, wenn die Bodenkälte durch einen schlecht isolierten Keller nach oben in das Haus kriecht. Wird der Keller nicht beheizt und auch nicht teilweise als Wohnraum genutzt, reicht es unter Umständen auch schon, die Kellerdecke von unten zu dämmen.

Wer seinem Haus gleich noch einen traumhaft schönen Anblick von außen verpassen möchte, kann mit einer Dachbegrünung arbeiten. Die schützt das Dach vor Witterung, Wärme und Kälte und liefert der Natur gleich noch ökologische Ausgleichsflächen.

Diese Fenster solltet ihr einbauen

Anbau Glashaus ab exklusives Doppelhaus: minimalistischer Wintergarten von Metallbau Beilmann GmbH
Metallbau Beilmann GmbH

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An den Schleusen nach draußen geht häufig Wärme verloren. Das kann auf Dauer verdammt teuer werden. Bei Fenstern ist deshalb eine Dreifachverglasung mittlerweile zum Standard geworden. Durch die drei Scheiben bleibt die empfindliche Beschichtung im Inneren der Fenster auch beim Putzen unbeschädigt. Das ist wichtig, denn sie sorgt dafür, dass Sonnenlicht den Innenraum erwärmt, während die Wärme in das Innere des Hauses reflektiert wird. Das funktioniert ähnlich wie bei einer Heizung, nur eben ohne teure Wärmezufuhr, sondern durch Nutzung der natürlichen Ressource Sonnenlicht. 

Wer von Anfang an ökologisch bauen möchte, wählt Fenster und Türen so, dass der U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) möglichst gering ausfällt, sodass möglichst wenig Wärme verloren geht. 

Solarenergie – Grüner Strom vom eigenen Dach

Photovoltaik - Strom von der Sonne:   von Solarsysteme Sachsen GmbH
Solarsysteme Sachsen GmbH

Photovoltaik – Strom von der Sonne

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Naturstrom ist absolut auf dem Vormarsch, denn heutzutage denken viele Hausherren an ihren ökologischen Fußabdruck. Wind, Wasser, Sonne: sie alle liefern grünen Strom für euer Haus. 

Die Sonne stellt ein riesiges und vor allem kostenloses Energiereservoir dar, das sich immer mehr Menschen mit der richtigen Technik zur Strom- und Wärmeerzeugung zu Nutzen machen. Strom und Wärme kann durch Solarzellen auf dem Dach dort gewonnen werden, wo sie auch direkt verbraucht wird. Es geht also keine Energie vom Kraftwerk zum Haus verloren. Verbraucher stehen durch die Nutzung der Solarenergie außerdem in einer geringeren Abhängigkeit zu großen Energieunternehmen. Heißt, sie unterliegen weniger den schwankenden Energiepreisen. 

Durch Solarkollektoren auf dem Dach ist das Gebäude im Sommer angenehm kühl und im Winter wohlig warm. Um den größtmöglichen Effekt zu erzielen, wird das Gebäude zur Sonne hin ausgerichtet, auf der Südseite werden ausreichend große Glasflächen geplant. 

Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung

auf die lange Bank geschoben...: moderne Wohnzimmer von Raumagentur - ArteFakt
Raumagentur – ArteFakt

auf die lange Bank geschoben…

Raumagentur - ArteFakt

Was eine gute Lüftungsanlage alles kann, wissen die meisten Hausherren gar nicht so recht. Denn sie arbeitet ganz nebenbei und sorgt für frische und saubere Luft, aber vor allem auch für geringe Energiekosten und Emissionen. 

Das leistet eine Lüftungsanlage im Idealfall: Sie leitet die Abluft mit CO2 und Feuchtigkeit galant nach draußen und überträgt bis zu 98 Prozent der darin enthaltenen Wärme auf die frisch einströmende Luft. Heißt für euch im Umkehrschluss: Tief durchatmen und weniger zahlen, denn eine sorgfältig geplante Anlage liefert nicht nur gute Luftqualität, sondern beugt auch Schimmelbildung vor. Erhöhte Luftfeuchtigkeit wird ja abtransportiert. 

Am besten ist eine Belüftungsanlage eingestellt, wenn man sie gar nicht wahrnimmt, also weder Zugluft noch Strömungsgeräusche bemerkt. 

Die richtige Beleuchtung für euren Innenraum

Wintergartentraum: moderner Wintergarten von Friedrich Ahlers GmbH
Friedrich Ahlers GmbH

Wintergartentraum

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Knapp 20 Prozent des weltweiten Bedarfs an elektrischer Energie gehen heutzutage zur Erzeugung künstlichen Lichts drauf, Tendenz steigend. Die ideale Kombination aus Tageslicht und intelligent installierten Beleuchtungssystemen macht das Zuhause aber zu einem energieeffizienten und wohligen Heim. 

Am besten nutzt man soweit es geht das Tageslicht aus, das durch Fenster in den Innenraum fällt. Hierbei sollte man auch die Reflexionseigenschaften des Raumes kennen und ideal zur Lichtverteilung einsetzen. Da, wo künstliches Licht benötigt wird, sollte man Systeme aus Lampe und Vorschaltgeräten einsetzen, um Energie zu sparen. Außerdem sollte schon bei der Anordnung der Lampen auf eine geeignete Lichtverteilung geachtet werden. Am Schreibtisch ist oft künstliches Licht unverzichtbar, an anderen Stellen braucht man wiederum gar keins, da reicht das Tageslicht.

An welchen Stellen seht ihr in eurem Haus noch Energiespar-Potenzial? Und warum?
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