Sieben unterschiedliche Treppen

Elisabeth Liebing Elisabeth Liebing
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Früher war eine Treppe im Innenraum lediglich für eine Funktion bestimmt: das sichere Überwinden von Höhenunterschieden. Heute drückt man mit einer Treppe sehr viel mehr aus und der Stellenwert hat sich extrem verändert. Inzwischen gibt es schier unendlich viele Möglichkeiten an Treppendesigns, die die Wahl zu einer echten Qual werden lassen. Wir möchten euch einige unterschiedliche Varianten zeigen, die sich je nach Modell ganz anders auf den Raum auswirken. Auffällig ist hierbei, dass weniger die Stufen für das Treppendesign relevant sind, sondern viel mehr die Absturzsicherungen, die die einzelnen Stufen von beiden Seiten säumen, oder eben auch nicht.

Mix

Wir beginnen mit einer Treppe, die aus dem traditionellen und natürlichen Werkstoff Holz hergestellt wurde. Die Holztreppe gliedert sich in zwei Teile: Auf der rechten Seite finden wir ein konventionelles Stufenmaß, auf der anderen Seite wurde mit den Volumen gespielt, sodass eine Unregelmäßigkeit entsteht, die Kinder zu gerne dazu verleitet, die linke Seite der Treppe zu verwenden. Auf eine Brüstung wurde hier verzichtet. Die Bauherren milderten das massive Stufengefüge ab, indem sie den zweiten Teil der Treppe in modernem Weiß mit einer Glasbrüstung gestalteten. Bei dieser Form handelt es sich um eine zweiläufige Treppe, das heißt, dass es ein Zwischenpodest gibt, das die beiden Elemente miteinander verbindet. Als Faustregel gilt, wechselt man einmal die Laufrichtung, spricht man von einer zweiläufigen Treppe.

Die Moderne

Äußerst gefragt ist dieser Typ von Treppe, bei dem die Stufen direkt in der Wand verankert werden. Zusätzlich verzichtet man auf eine Setzstufe. Das bedeutet, dass die vertikale Verbindung zwischen den Trittstufen fehlt. Dadurch wird eine enorm luftige Gestalt erzielt. Hier wurde weiterhin auf ein Geländer verzichtet, wodurch die puristische Gestalt nochmals verstärkt wurde. Ebenso wurde viel Wert auf die Gestaltung der Stufen gelegt, diese werden zur Vorderseite hin flacher und dominieren durch die dunkle Färbung den weißen Raum. 

Die Natürliche

Das Design dieser Treppe beruht vor allem auf dem verwendeten Material, das in dem gesamten Haus als Bodenverkleidung verwendet wurde. Das edle und strapazierfähige Eichenholz bietet sich außerordentlich gut für Verkehrsflächen an, die in ständigem Gebrauch sind. Die zweiläufige Treppe weist in der unteren Partie keine Brüstung auf, die wegen der niedrigen Absturzhöhe auch nicht relevant ist. Der abknickende Bereich der Treppe wird von der Wand gesäumt, sodass man eine natürliche Absicherung erhält.

Die Zauberhafte

Wer der Meinung ist, eine Treppe bräuchte immer einen Anfang und ein Ende, hat sich leider getäuscht. Diese Treppe wurde nicht bis zum Boden geführt und scheint so darüber hinweg zu schweben. Zusätzlich stellt die Brüstung ein gestalterisches Element dar. Da es durch das Geländer so wirkt, als würde die Treppe wie eine Marionette an Fäden hängen. Die vertikalen Streben tragen zu einem gewissen Teil zum Halt der Treppe bei und sichern die Benutzung. Durch die weiße Lackierung wirkt das Stück sehr edel.

Die Direkte

Wie eine grafische Skulptur wirkt diese zweiläufige Treppe. Dieser Effekt wird durch die transluzente Wand, die hinterleuchtet, ist natürlich verstärkt. Diese Treppe setzt sich wie folgt zusammen: Der gusseiserne Rahmen dient als Grundkonstruktion und fasst die schlichten Holzstufen ein, die sich optimal in den dafür vorgesehenen Rahmen einfügen. Der Handlauf scheint im Raum zu schweben, wurde aber unauffällig an der minimalistischen Treppenwange fixiert.

Anregungen zu Brüstungen findet ihr in dem Ideenbuch: Moderne Treppenbrüstungen

Die Extravagante

Bei diesem Modell wurde mit der Form der Stufen gespielt. Es entsteht der Eindruck, die Treppe wäre aus einem weißen Marmorstück herausgemeißelt worden. Aufgrund des klaren Weiß erscheint die Treppe sehr modern. Der Lauf der Stufen ist nicht klar ersichtlich und weckt die Neugierde, wie sich das Gefüge weiter entwickeln wird, wenn man höher gelangt. 

Die Verspielte

 Flur & Diele von Jun Yashiki & Associates
Jun Yashiki & Associates

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Jun Yashiki & Associates

In Deutschland gibt es eine DIN-Norm, die die maximale Höhe der Stufen, sowie die minimale Breite der horizontalen Trittstufe vorgibt, allerdings natürlich mit geringen Abweichungstoleranzen. Diese Normierung haben sich aus langjähriger Erfahrungen entwickelt und dient der Sicherheit. In Europa sind im Übrigen die Holländer für ihre waghalsig und steilen Treppen berühmt. 

Diese Treppe befindet sich deshalb aufgrund der geringen Trittfläche nicht in Deutschland. Besonders hübsch finden wir die Aussparungen in dem Holz, sodass durch das Muster ein grafisches Dekor entsteht. Verspielt zeigt sich ebenso das Geländer, das durch ein Stoffnetz, das am Handlauf befestigt ist, für Sicherheit sorgt.

Welche der gezeigten Treppen gefällt euch am besten? Hinterlasst uns einen Kommentar!
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