Das zweite Leben eines alten Bauernhauses

Sabine Neumann Sabine Neumann
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Alte Bauernhäuser haben durchaus ihren ganz eigenen, besonderen Charme, aber leider entsprechen sie oft nicht mehr den heutigen Vorstellungen von modernem Wohnen. Kleine Fenster und niedrige Zimmer sorgen für ein düsteres und beengtes Raumgefühl. Außerdem sind diese Häuser meist auch technisch nicht mehr auf dem neuesten Stand und auch die Bausubstanz wurde im Laufe der Jahrzehnte in Mitleidenschaft gezogen. Genauso ging es dem verlassenen Bauernhaus mit angrenzendem Stall, das unsere Experten vom Joep van Os Architectenbureau in den Niederlanden für ihre Kunden saniert, umgebaut und in ein modernes Zuhause mit jeder Menge Persönlichkeit und Style verwandelt haben.

Vorher: Backstein und Balken

Das Vorher-Foto zeigt das Potenzial, das im alten Bauerngebäude steckte: Die freiliegenden Holzbalken und Teile der Backsteinwände sollten auf jeden Fall erhalten bleiben, denn sie verleihen dem Haus genau den rustikalen Charakter, der auch nach der Renovierung im Mittelpunkt stehen sollte. Darüber hinaus musste aber eine Menge passieren, damit aus diesem alten Bau ein modernes Wohlfühlhaus werden konnte.

Vorher: Eine Menge Arbeit

Im Zuge der Sanierungsarbeiten wurden das Ziegeldach komplett erneuert und die Außenwände neu gedämmt. Im Inneren haben die Architekten neue Böden, Röhre und Leitungen verlegt. Einige Wände wurden eingerissen, andere verputzt und an wieder anderen Stellen kamen neue Trennwände zum Einsatz. Außerdem wurde in einem Bereich eine Decke eingezogen, sodass ein weiteres Geschoss unter dem Dach entstand.

Nachher: Öffnung unter den Giebel

Der Großteil des Hauses wurde bis unter den Giebel geöffnet. Auf diese Weise kommen die freigelegten Holzbalken, die als charaktergebendes Stilelement erhalten blieben und im Mittelpunkt des neuen Zuhauses stehen, besonders gut zur Geltung. Das Wohnzimmer verfügt so über eine Deckenhöhe von fast acht Metern, was das Raumgefühl besonders großzügig, weitläufig und luftig wirken lässt. Das Erdgeschoss folgt einem offenen Grundriss, in dem die Funktionen Wohnen, Kochen und Essen nahtlos ineinander übergehen. Im Zentrum steht die Treppe, die ins Obergeschoss führt und gleichzeitig als Raumteiler zwischen den einzelnen Bereichen fungiert. Sie befindet sich hinter der Wand mit dem Fernseher.

Nachher: Rustikal trifft auf modern

Die Küche wurde zwischen Ess- und Wohnbereich installiert und passt genau in den Zwischenraum der Balkenstruktur, was ihr einen sehr rustikalen, individuellen Look verleiht. Die Fronten selbst sprechen hingegen eine durch und durch moderne Sprache und bilden mit ihrer klaren Schnörkellosigkeit, der dunklen Farbe und den Hightech-Geräten einen spannenden Kontrast zum rustikalen Balkengebilde.

Nachher: Ein Hauch Industrial Flair

Das markanteste Merkmal im Essbereich ist die freigelegte Backsteinwand, die genauso wie die Holzbalken eine Hommage an die frühere Funktion des Gebäudes als Bauernhaus darstellt und einen gewissen Industriecharme ins Spiel bringt. Die komfortablen Lederstühle und der massive Holztisch sowie die charakteristische Hängeleuchte unterstreichen dieses Flair zusätzlich. Im Hintergrund führt eine offene Tür in den Eingangsbereich.

Nachher: Lichtdurchfluteter Innenraum

Diese Perspektive zeigt sowohl die Treppe, die im Zentrum des offenen Erdgeschosses ins Obergeschoss führt, als auch die großen Fensterflächen, die den Entwurf bestimmen. Sie fluten den gesamten Innenraum mit natürlichem Licht, gewähren grandiose Ausblicke auf die idyllische Umgebung und lassen Innen- und Außenbereich verschmelzen. Die Betonsockel bilden einen Schutz für die alten Holzbalken und lassen gleichzeitig einen fließenden Übergang zum fugenlosen Betonboden entstehen.

Nachher: Highlight unterm Dach

Das Highlight des Hauses befindet sich unter dem Dach: Auch hier wurde auf Trennwände und einen kleinteiligen Grundriss zugunsten eines einzigen großen Raumes verzichtet, in dem Schlafzimmer, Ankleide und Bad nahtlos ineinander übergehen. Der Nassbereich mit freistehender Badewanne und Doppelwaschtisch wurde dabei auf einem Podest errichtet, das mit sich mit einem grauen Fliesenbelag vom Eichenparkettboden abhebt, welcher im Schlaf- und Ankleidebereich ausgelegt wurde. Dusche und WC befinden sich in einem separaten Raum. Für eine gemütliche Note sorgen sowohl die freigelegten Deckenbalken als auch der moderne Kamin.

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