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Zehn Beispiele der modernen Architektur

Elisabeth Liebing Elisabeth Liebing
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Den Begriff der modernen Architektur zu definieren, ist heikel. Es ist ein bisschen so, als ob man eine Reportage über den sagenumwobenen Berliner Club Berghain schreibt – Es gibt immer etwas auszusetzen. Denn beide Begriffe sind enorm dehnbar und äußerst schwer zu fassen. Trotz allem wagen wir es und geben zumindest gewisse Einblicke in die Moderne.

Die Moderne bezeichnet in der Architekturgeschichte einen Zeitraum, den man zeitlich kaum abgrenzen kann. Etwa ab Beginn des 20. Jahrhunderts geht man im Allgemeinen davon aus, dass sich die Moderne mit der Arts and Crafts Bewegung (ein Zusammenschluss von Künstlern und Architekten mit der Zielsetzung schöpferische Vollwertigkeit des Kunsthandwerks wiederherzustellen), sowie der Jugendstilbewegung und dem Deutschen Werkbund (ebenso eine Vereinigung von Künstlern, Architekten, Handwerkern und Industriellen) langsam entwickelte. Zentrales Anliegen war die Suche nach einem neuen Verständnis der Architektur und des Designs durch „Zweck“, „Material“ und „Konstruktion“. Die eigentliche Moderne begann dann nach Ende des ersten Weltkriegs und schließt verschiedene Strömungen mit ein, die sich oft nicht eindeutig voneinander abgrenzen lassen.

Allgemeine ästhetische und architektonische Grundsätze der klassischen modernen Architektur, wie wir sie heute kennen, war die Verwendung der Baumaterialien Stahl, Glas und bewehrter Beton. Prägende Leitsätze dieser Zeit stammen von namhafter Architekten, die die Zeit der Moderne bis heute mitbestimmen. „Form Follows Function“ von Louis Sullivan, was soviel heißt wie „die Form folgt der Funktion“, also ein Gegenstand der Architektur muss nicht nur hübsch aussehen, sondern auch immer einen Zweck erfüllen. Von dem Architekten Ludwig Mies van der Rohe stammt der Satz „Less is more“ oder“ weniger ist mehr“. Adolf Loos, ein wichtiger Vertreter der Moderne war ein Feind schnörkelhafter Elemente, die gerade um die Jahrhundertwende die Häuserfassaden und Innenräume zierten. Er verwendete die Überschrift „Ornament und Verbrechen“ in einem selbstverfassten Aufsatz. Charakteristisch ist bei der Gestaltung in der Modere der dringende Verzicht auf dekorative Ornamente und Zierde. Diese strikte Ablehnung rührt aus einer Gegenbewegung der ornamentalen Überladung. Später wurde die Moderne mit dem Bauhaus in Weimar und Dessau zu einer eigenen Stilrichtung der Moderne dazugezählt. Der Begriff und Beginn der Modere wird also nach heutigem Verständnis durch das Bauhaus verstanden, obwohl dies wenn man korrekt ist nicht richtig ist. Das staatliche Bauhaus wurde 1919 von Walter Gropius in Weimar als Kunstschule gegründet. Es war eine bisher noch nie dagewesene Art der Lehre. Denn es verband die Disziplinen Kunst und Handwerk im Unterricht. Das Bauhaus bestand von 1919 bis 1933, davon sieben Jahre in Dessau und das letzte Jahr in Berlin. Im Jahr 1933 wurde das Bauhaus auf Grund des Nationalsozialismus endgültig zur Selbstauflösung gezwungen. Bis heute gilt die Epoche des Bauhauses als weltweit Heimstätte der Avantgarde und der Klassischen Moderne.

Formgebungen der modernen Architektur

Oftmals wird moderne Architektur auf strikte Orthogonalität reduziert und es lässt sich auch nicht bestreiten, dass der rechte Winkel Hochkonjunktur hatte. Andere Architekten entwickelten dagegen eine Vorliebe für geschwungene Formen und nutzten dabei die damals noch neuen Möglichkeiten des Betonbaus aus. Der expressionistische Stil ist durchaus auch der Klassischen Moderne zuzurechnen und verzichtet weitgehend auf die Verwendung des rechten Winkels. Klassische Beispiele für die Verwendung organischer Formen sind Frank Lloyd Wright und später der brasilianische Architekt Oscar Niemeyer.

Obwohl die Architektur der klassischen Moderne auf bestimmten Prinzipien basiert, ist sie doch kein klar definierter Stil im eigentlichen Sinne, sondern eher eine Epoche. Die Haltung zum rechten Winkel bzw. zur geschwungenen Form bestimmt z.B. unterschiedliche ästhetische Positionen. So war das erklärte Ziel für den Architekten Mies van der Rohe der Totale Raum: Die Verbindung des Innen- und Außenraumes. Besonders gut ist ihm das Verschwimmen der Grenzen bei dem Bau der Neuen Nationalgalerie in Berlin gelungen, bei dem völlig auf tragende Wände verzichtet wurde und die Begrenzung lediglich durch Glas erzeugt wurde. Eine andere Tendenz der modernen Architektur war der Brutalismus, der ganz anders als der Entwurf von Mies van der Rohes Museumsbau auf massiven Beton setzt und eine völlig andere Wirkung erzielt. Der Betontrend zieht sich bis in die heutige Gegenwart und ist mittlerweile ein fester Bestandteil der Architektur und Innenarchitektur geworden.

Wir werden euch heute anhand von zehn Beispielen zeigen, wie sich die Anfänge der Moderne weiterhin auf die heutigen Entwürfe auswirken.

Introvertiert

Klare Linien und die Verwendung des Materials Beton prägen die Erscheinung dieses herrschaftlichen Einfamilienhauses. Die Moderne neigt dazu, nicht viel von sich Preis zu geben und auf den Betrachter introvertiert und arrogant zu wirken – dieser Effekt ist dringend erwünscht. Zu kühl ist also ein Kompliment für die Architektur.

Innenraum

Grafische Muster dürfen auch im Innenraum nicht fehlen, um die klaren Kanten eines Raumes zu unterstreichen und ein prägnantes, wiederkehrendes gestalterisches Symbol besonders in Szene zu setzen. Diese Leuchten sind ein wunderbares Exempel für die Innenraumgestaltung: Nützlich und ansehnlich. Sie folgen ganz dem Leitsatz form follows function. Die schlichte Farbgestaltung ist auch ein Indikator für die Moderne und zeigt sich trotz der extravaganten Form wenig aufdringlich. 

Spielerische Moderne

  von Duffy London
Duffy London

Swing Table 8 person

Duffy London

Dieses Möbelstück ist eine wunderbare Umsetzung, die zeigt, wie Design und praktischer Nutzen zu einem Ganzen verbunden werden können. Auch hier finden sich grafische Muster an der Schale des Stuhls, die ein spezielles Merkmal für die Moderne sind. Die Verwendung der schlichten Nichtfarbe Weiß und der kalte graue Boden sind eine klassische Gestaltungsform der Modernen Architektur. 

Glas

 Häuser von KWK Promes
KWK Promes

AATRIAL HOUSE

KWK Promes

Der großflächige Einsatz von Glas ist in der modernen Architektur ein elementares Gestaltungsmittel. Glas muss dabei verschiedene Anforderungen an Funktionalität und Ästhetik erfüllen. Die Verwendung der großen Glasfächen, die oftmals bis zum Boden reichen, soll ein verschwimmen des Innen- und Außenraumes bewirken. Unterstützt wird die klare Gestaltung der Fassade durch dunkle Elemente, die der Transparenz des Glases entgegenwirken. 

Minimalismus

 Häuser von KWK Promes
KWK Promes

AATRIAL HOUSE

KWK Promes

Wie eine Festung gleicht die Ansicht dieses modernen Wohnhauses. Die Gestalt setzt sich aus einzelnen kubischen Elementen zusammen, die einen verschobenen Eindruck erwecken und so Öffnungen und Freiräume lassen. Die Architektur der klassischen Moderne wird häufig als seelenlos kritisiert. Wir aber lieben den minimalistischen Stil und die schlichte Eleganz.

Natürliche Materialien

 Häuser von KWK Promes
KWK Promes

Standard House

KWK Promes

Die Verwendung natürlicher Baumaterialien nimmt seit etwa 20 Jahren kontinuierlich zu und ist nicht nur ein moderner, sondern ebenso intelligenter Schritt. Denn natürliche Rohstoffe wie Holz, aber auch Stein, wirken sich enorm positiv auf das Raumklima aus. Nicht außer Acht zu lassen, ist der ökologische Aspekt und eine witterungsunabhängige, wirtschaftlich zügige Herstellung, sehr gute statische und brandschutztechnische Eigenschaften. Die Verwendung natürlicher Materialien bietet neben den bereits aufgezählten Vorzügen auch bauphysikalische Annehmlichkeiten, die das Material Holz zu einem äußert attraktiven Baustoff der Moderne machen.

Verspielte Raumgestaltung

 Arbeitszimmer von Equipe Ceramicas
Equipe Ceramicas

Rhombus black 14x24

Equipe Ceramicas

Nichts prägt eine baugeschichtliche Epoche wohl so sehr wie seine Möbel. Hier steht er und dort steht er – er steht einfach überall. Die Rede ist von dem Eames Chair, der es trotz seines hohen Alters zu solch sagenhaftem Erfolg gebracht hat. Die Eames Plastic Chairs sind die zeitgemäße Version des legendären Fiberglass Chair. Dieser entstand in Zusammenarbeit mit Zenith Plastics für den Wettbewerb „Low Cost Furniture Design“ des Museum of Modern Art und war der erste industriell gefertigte Stuhl aus Kunststoff. Inzwischen werden die Stühle aus Polypropylen gefertigt und bieten dadurch dem Sitzer einen verbesserten Komfort. Besonders bequem sind sie wegen ihrer organisch geformten Sitzschale. Noch höheren Komfort verschaffen die Stühle mit Armlehen sowie oben im Bild zu sehen. Dank der verschiedenen Farben, Polstervarianten und Untergestelle ergibt sich eine Vielzahl an Kombinationsmöglichkeiten für den individuellen Lieblingsstuhl. Entworfen wurde der Eames Chair von dem Ehepaar Charles und Ray Eames in den 1940er Jahren.

Moderne im Süden

Bei diesem luxuriösen Haus kann man sehr gut den Umgang mit der Integration der Außen- und Innenflächen sehen, hier durch den Pool oder die Terrasse umgesetzt. Sicherlich ist dieses Beispiel nicht für Deutschland repräsentativ, weil geschlossene Räume wegen der klimatischen Bedingungen notwendig sind. Die Fassade des ersten Geschoss wird durch zusammenhängende quadratische Felder geziert, die vertikale und horizontale Verstrebungen haben. Dies ist eine Möglichkeit, dem Gebäude die Strenge zu nehmen und für Auflockerung zu sorgen. Eine zusätzliche Alternative sind die verschiedenfarbigen Fliesentöne, die Raum für Natürlichkeit bieten.

Einfachheit

Schlafzimmer Villa Q:  Schlafzimmer von form.bar
form.bar

Schlafzimmer Villa Q

form.bar

Dass auch in der modernen Architektur geschwungene Formen verwendet werden, sieht man auf diesem Beispiel besonders schön. Die Kombination von Holz und die natürliche Fasson wirken aufgrund der akkuraten Anordnung modern. Bodentiefe Fenster ohne Rahmen strukturieren das klare Bild. Blickbeziehungen in Räumen spielen in der Moderne eine entscheidende Rolle. Nichts wird dem Zufall überlassen: Ziel ist aber dennoch, eine scheinbare Einfachheit zu erzeugen.

Organische Treppenbrüstung

OLS HOUSE - new 4-person family home near Stuttgart:  Flur & Diele von J.MAYER.H
J.MAYER.H

OLS HOUSE – new 4-person family home near Stuttgart

J.MAYER.H

Auf diesem Beispiel sehen wir eine organisch geformte Brüstung der modernen Architektur von unserem Experten Jürgen Mayer. Die Kurven und das klare Weiß erinnern uns an eine verschneite sanfte Hügellandschaft. Die futuristische Anmutung der Treppe versetzt den Betrachter immer wieder in Staunen. 

Ihr seid auf den Geschmack gekommen? Weitere Anregungen findet ihr in dem Ideenbuch: Schwarzes Einfamilienhaus in Berlin

Seid ihr auch Fans des modernen Wohnstils? Hinterlasst uns einen Kommentar!
VIO 302 - Terrasse:  Terrasse von FingerHaus GmbH

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