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Das schwarze Haus

Elisabeth Liebing Elisabeth Liebing
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Wer das Glück hat, einmal einem Vortrag des Architekten Peter Haimerl zu lauschen, erfährt keine schnöde Vorstellung über realisierte Projekte, sondern taucht ein in eine andere Perspektive der Architektur. Die Rede ist von Staubmäusen, Matrizen und extravaganten Strukturen, die sich zu einem Ganzen entwickeln. Peter Haimerl betrachtet die Architektur aus vielen verschiedenen Blickwinkeln und hat eine ganz spezielle und originelle Herangehensweise. Wer sich in seine Hände begibt, der bekommt nichts von der Stange, sondern etwas Einmaliges oder eine völlig unkonventionelle Lösung. Die Symbiose des sanften und doch zugleich extremen Umgangs mit bestehender Architektur ist unvergleichbar und voller Spannung.

So gestaltet es sich auch mit dem Haus, das wir euch heute vorstellen werden:

Hierbei handelt es sich um ein Siedlungshaus aus den 1930er Jahren im Stadtteil Krailing, in München. Während des zweiten Weltkrieges boten diese Häuser Familien ein Dach über dem Kopf und dienten in der Nachkriegszeit Ausgebombten oder Flüchtlingen als neuer Wohnraum. Ein Siedlungshaus wirkt auf den ersten Blick nicht sonderlich spannend. Der Aufbau ist unspektakulär: Ein einfacher Grundriss, anderthalb Geschosse und ein Grundstück mit einem relativ großen Garten, der zur Bestellung von Nutzpflanzen verwendet wurde. Die Bausubstanz ist zumeist relativ solide, der Grundriss praktisch und die Lage der Steildachhäuser in zentral gelegenen Teilen von Städten. Deshalb erkennen immer mehr Leute das Potenzial der kleinen Häuser und nehmen sich dieser sorgsam an.

Ansicht

​Die Front des Hauses präsentiert sich auf den ersten Blick durch seine radikale Erscheinung: Dunkles Schwarz und als futuristischer Kontrast dienen die silber metallischen aufgesetzten Fensterkästen. Nichts erinnert mehr an den ehemaligen Siedlungsbau – und genau das war auch erwünscht. Zunächst wurde das Wohnhaus sowie die dahinterliegende Scheune zu einem Gefüge zusammengefasst. Prägnant ist die schwarze Bitumenschicht, die bis auf die Stirnseiten den gesamten Baukörper umhüllt. Dieser Baustoff ist sehr ungewöhnlich für den Hausbau, speziell wenn er für die gesamte Fassadengestaltung verwendet wird. Man kennt Bitumen im Hochbau eher für einzelne Verklebung zum Schutz von Gebäudeteilen gegen Wasser oder zur Abdichtung oder Schalldämmung im Bauwesen. Der Platz vor dem Haus wurde asphaltiert, ein gepflasterter Weg führen in den Garten. 

Im Inneren des Hauses ist nichts mehr übrig von der einstigen Atmosphäre des relativ eng gestalteten Grundrisses.

Im Dunklen

In der Nacht stechen die Lichtquader, die die Front sowie die Dachfläche der Ansicht schmücken, besonders gut hervor. Das Licht des Innenraumes sowie der schwarze Untergrund unterstützen die Wirkung der kleinen Lichttürme. Von weitem betrachtet lässt die Oberfläche des Hauses an den Ausschnitt eines PC Spiels erinnern. In der Dunkelheit übernehmen die Fenster das prägende Gestaltungselement zur sonst klassischen Form des Hauses. 

Stirnseite

Absolut introvertiert präsentiert sich die Rückseite des ehemaligen Siedlungshauses, denn keine Fenster- oder Türöffnungen zieren die Wände. Die Stirnseiten wurden verputzt und weiß gestrichen und bilden einen krassen Kontrast zu der dunklen, fast schwarzen Bitumenhaut, die sich vom Boden über den Dachfirst des Hauses erstreckt. Zu dem Siedlungshäuschen gehört ein vergleichsweise großer Garten, der damals für die Selbstversorgung der Bewohner eine große Rolle gespielt hat. Heute sucht man hier vergebens Beete, denn lediglich eine gepflegte Rasenfläche umgibt das Haus. Trotz der fensterlosen Seiten ist das Innere des Hauses durch die eingelassenen Fensterquader der Vorderseite und des Daches enorm hell und freundlich.

Detail

Die außergewöhnliche Gestalt des kleinen Hauses wird durch zwei prägnante Details gekennzeichnet. Zum Einen die Fenster, die wie kleine Kästen die Fassade schmücken und der gesamten Ansicht einen 3D-Charakter verleihen. Denn nicht wie sonst üblich, verläuft die Glasscheibe bündig zur Wand, sondern ragt hier unterschiedlich weit heraus. Zweites Detail ist die schwarze Hülle, der ein wenig Tradition eingehaucht wurde, indem sie durch die Musterung einen Schiefer ähnlichen Charakter erhält.

Wenn ihr weitere Inspirationen zur eher ungewöhnlichen Fassadengestaltung sucht, schaut in das Ideenbuch: Hausfassade mal anders

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