homify 360°: O HOUSE – Eine skulpturale Immobilie am Vierwaldstätter See

Annika Freese Annika Freese
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Das O HOUSE der Schweizer Philippe Stuebi Architekten GmbH in Luzern ist ein Meisterstück feinsinniger, zeitgenössischer Architektur und fällt besonders durch seine ausdrucksstarken, ornamentalen Fassaden ins Auge. Doch nicht nur die Architektur ist etwas Besonderes: Die Villa auf einem Wassergrundstück direkt am Vierwaldstätter See wurde fertiggestellt, nachdem eine private Bauherrschaft mithilfe des Schweizer Ingenieur- und Architektenvereins einen Wettbewerb ausgeschrieben hatte, bei welchem das O HOUSE schließlich den 1. Preis gewann – auch das ist Teil der außergewöhnlichen Geschichte und führte zu visionären Ideen, die die Grundlage bildeten für das besondere Projekt. Denn die Wettbewerbsteilnehmer hatten zu Beginn keinerlei Vorgaben, was Kosten oder auch individuelle Wünsche der künftigen Bewohner anbelangte – die Bauherrschaft blieb nämlich lange Zeit anonym. Die Immobilie sollte repräsentativ sein und neben einem Swimmingpool auch über eine große Tiefgarage und ein Bootshaus verfügen. Philippe Stuebi hat – im Gegensatz zu den anderen Entwürfen im Wettbewerb – für das Haus absichtlich einen Standort gewählt, der sich weniger nah an der Straße befindet, sondern an einer Stelle, wo sich das Grundstück zum See hin verengt. Er selbst sagt über den Entwurfsgedanken:  Das Haus nimmt durch seine präzise Position eine Scharnierfunktion zwischen See, Straße und Dorf ein. Zahlreiche weiteren subtile und kreative Inszenierungen, die zwischen Architektur und Landschaft vermitteln sowie die verspielten Ideen und kleinen Überraschungen, die sich innerhalb des Entwurfes fanden, haben die Jury und die Bauherrschaft wohl am Ende von dem Entwurf überzeugt. Das Haus wirde 2007 fertiggestellt und wir werfen heute einen etwas genaueren Blick auf das phänomenale Ergebnis.

Pool für warme und kalte Tage

Das Terrain ist leicht zum Vierstätter See hin geneigt und im Sockelgeschoss wird dies ausgenutzt, um sich mit dem Fitnessbereich und dem 25 Meter langen Schwimmbecken großzügig in Richtung der großen Wasserfläche zu öffnen. Ein besonderes Highlight: Der Pool befindet sich zur Hälfte im Innenraum der Immobilie und er ist beheizt – so ist der Schwimmspaß auch bei widrigen Wetterverhältnissen gesichert! Der Pool ist in eine weiße Terrazzoplatte eingebettet, die von einer Poolbar im Inneren des Hauses, am Rand des Beckens entlang, bis zum Bootshaus führt.

Schöne Fassade

Wie bei einem Renaissance-Palast wurde vor das Haus eine kulissenartige Fassade mit großen kreisrunden Öffnungen gestellt, welche die Geschossigkeit des Hauses optisch verwischt und für das charakteristische Aussehen des Objekts sorgt.

Bootsanlegestelle

Große ausladende Fensterfronten geben den Blick auf die spektakuläre Aussicht sowie die Bootsanlegestelle frei. Das Motiv der Kreise von der Fassade wird in der Deckenkonstruktion des Außenbereiches wieder aufgenommen.

Detail

Das Haus erhält mit dem Kreismotiv einen visuellen Blickfang, der sich in vielen Bereichen der Konstruktion wiederholt und für innere wie äußere Kohärenz sorgt. Auch die Hausecken werden von der Schaufassade umspielt, die aus speziell für diesen Zweck entwickelten, vorgefertigten Betonelementen besteht.

Reduziertes Interieur

Die Einrichtung des gesamten Objekts ist bewusst schlicht gehalten – die Blicke sollen vor allem auf die wunderbare Aussicht außerhalb des Hauses gelenkt werden. Auch auf diesem Bild erkennen wir wieder die Kreiselemente im Innen- wie Außenbereich.

Orangerie

Der Eingangsbereich des Hauses besteht aus einer Orangerie, die sich über zwei Etagen erstreckt und in den nächsten Jahren zunehmend von exotischen Pflanzen bewuchert werden soll. Elemente wie die Glasgeländer an der Treppe unterstreichen den modernen Charakter der Architektur außen wie innen. 

Privatsphäre

Bei der Gestaltung der Innenräume wurde darauf geachtet, dass eine deutliche Trennung zwischen den halböffentlich zugänglichen Bereichen und den Privaträumen der Bauherrschaft existiert. Von der Eingangshalle und Orangerie aus gelangt man entweder in den Lounge- und Bürobereich, um Gäste zu empfangen oder in den offenen Wohnbereich, in welchem man sich dennoch ungestört und ungesehen bewegen kann -  auch wenn sich Besucher im anderen Teil des Hauses befinden.

Funkelnde Loggia

Blickt man durch die teilweise transparente Frontfassade des Hauses, sieht man eine ebenfalls mit runden Glasbausteinen verzierte Loggia, die sich über die der Seeseite zugewandte Fassade zieht und im Dunkeln eine zauberhafte Außenwirkung hat – sie funkelt weithin sichtbar über den gesamten See. Tagsüber erhält man wiederum durch die runden Glaselemente ein faszinierendes Spiel von Licht und Schatten im inneren des Gebäudes.

Skulpturartiges Desin

Die skulpturartige Villa lässt an einigen Stellen den Blick in das Hausinnere zu. Vor allem vom Vorplatz aus kann man die Orangerie von außen sehen – wer sich auf der mit Bambus bepflanzten hainartigen Auffahrt dem Objekt nähert, wird förmlich durch die runden Öffnungen in das Haus hineingesogen. An den Seitenfassaden wurde das Objekt bewusst rauer gestaltet, um einen Kontrast zu den Schmuckelementen zu schaffen.

Tiefgarage

Da schlagen die Herzen eines jeden Autoliebhabers höher: Unter der Auffahrt zum Objekt befindet sich eine großzügige Tiefgarage, in der bis zu 12 Wagen Platz finden. Auch hier wiederholt sich das Kreismotiv in einem Lichtschacht, der neben dem ästhetischen Aspekt auch zusätzlich für Tageslicht in dem Kellergeschoss sorgt.

VIO 302 - Terrasse:  Terrasse von FingerHaus GmbH

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