Stadtmobiliar – Installation & Skateplatz

Elisabeth Liebing Elisabeth Liebing
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Stellen wir uns folgende Situation vor: Schönes Wetter, Sommer oder so, ja wir wissen, das ist nicht leicht. Es ist also warm draußen und wir möchten den Tag in der Natur verbringen und nicht in der Bude sitzen. Also entscheiden wir uns dafür, mit ein paar Freunden in den Park zu gehen. Im Park angekommen, hält man sogleich Ausschau nach einer passenden Parkbank. Natürlich wurde auch an das leibliche Wohl gedacht. Aber was passiert mit all dem Abfall? In den Müll, natürlich. Wie es das Schicksal so will, steht neben der Parkbank direkt ein Mülleimer…

Die Möbel der Stadt werden städtebaulich unter dem Begriff Stadtmobiliar zusammengefasst und sind eine super Sache. Denn sie verschönern das Stadtbild und haben ein praktischen Nutzen. Oftmals fallen uns diese Möbel gar nicht auf, weil sie wie selbstverständlich in die Stadt integriert wurden. Anders verhält es sich da mit außergewöhnlichem Stadtmobiliar, das aufwendig designt wurde und Menschen eine weitere Freizeitoption bieten soll. Wir möchten euch heute zwei aufregende Projekte vorstellen, die nichts mit einer klassischen Parkbank gemein haben, aber trotz allem zur gleichen Gruppe zählen. 

Crater Lake

  von 24° Studio
24° Studio

Crater Lake

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Das erste Projekt ist in Kobe, Japan und wird Crater Lake genannt. Das Installationsprojekt wurde bereits auf der Kobe Biennale 2011 präsentiert und zählte zu dem Gewinner des Shitsurai Art International Competition PreisesDie Mehrzweckinstallation dient als Treffpunkt, wo jeder Bereich als Sitzfläche verwendet werden kann, um in Ruhe die Umgebung zu betrachten und soziale Interaktion zu fördern.

Das Design wurde maßgeblich von dem verheerenden Hanshin-Awaji Erdbeben von 1995 beeinflusst, das eine unvermeidliche Wirkung auf die Natur um Kobe hatte. Die Installation sollte an den Zusammenhalt und die enge Gemeinschaft erinnern, die die Stadt nach dem Erdbeben zusammenschweißte. Denn die starken sozialen Bindungen zwischen den Menschen halfen ihnen, die Katastrophe zu überwinden und zu verarbeiten. Die Designer wollten allerdings auch für den Alltag im Stadtraum ein Möbelstück entwerfen, das einen Platz schafft, an dem Gespräche und Krisen von Angesicht zu Angesicht in sozialer Interaktion ausgeführt werden können.

Materialität und Design

  von 24° Studio
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Crater Lake

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Crater Lake wurde bewusst an einem Ort platziert, an dem die Menschen ein positives Umfeld genießen. Diese schöne Umgebung soll sich auch positiv auf die Interaktion auswirken. Die Installation befindet sich im Shiosai Park und lässt einen weiten Blick auf das städtische Zentrum Kobes zu. Das Stück soll eine hügelige Waldlandschaft darstellen und von allen Seiten attraktiv und einladend auf den Nutzer wirken. Es sollte eine offene und ungezwungene Situation entstehen. Jeder Bereich kann als Sitzgelegenheiten oder Liegefläche verwendet werden. Zusätzliche Sitzhocker sind in der Mitte des Raumes platziert. Diese geben dem Nutzer die Möglichkeit, die Raumstruktur neu zu organisieren.

Verschiedene Materialien wurden getestet, um die Komplexität der glatten und gewellten Form letztendlich verwirklichen zu können. Man entschied sich schließlich für Holz, da es eine starke strukturelle Kapazität hat und ein natürliches Material ist. Der wichtigste Punkt des Entwurfes bestand darin, eine kontinuierliche und glatte Oberfläche zu erschaffen. Die kreisförmige Oberfläche wurde in radiale Teile aufgeteilt, wobei die optimale Anzahl bei 20 Segmenten lag. Die Struktur der radialen Teile besteht aus Freiformrippen, die aus Zedernholz gefertigt wurden und in Segmentierungen mit horizontaler Unterstützung und Querverstrebungen eine Steifigkeit entstehen lassen, die für die außergewöhnliche Form von Nöten ist. Jedes Segment verfügt über 64 Planken, die auf drei strukturelle Rippen mit horizontalen Stützen verbunden werden. Die Oberflächen, die dem meisten Verkehrsfluss ausgesetzt sind, weisen einen schmaleren Abstand auf, um mehr Stabilität zu gewährleisten. Die ansteigende Kontur, die man deutlich auf der linken Seite des Bildes erkennen kann, resultiert aus den wechselnden jahreszeitlichen Bedingungen. So kann die höhlenartige Welle als Sonnenschutz und Windschutz zugleich dienen.

Skatepark Kenia

Das zweite Projekt seht ihr hier: Ein Skatepark, der ebenso zum Stadtmobiliar zählt. Der Landschaftsarchitekt Ralf Maier ist Gremienleiter der “Skate- und Bikeanlagen” in Deutschland. Allerdings hat er es sich nicht nur zur Aufgabe gemacht, in Deutschland Skatelandschaften zu planen, sondern auch überall  auf der Welt. Die außergewöhnlichen und kreativen Formen lassen die Herzen von Skatern und Bikern höher schlagen!

Strukturierung des Skateparks

Der Skatepark befindet sich in Kenia und wurde im September 2013 fertig gestellt. Geplant wurde der Park für die Skate-Aid Stiftung. Das Projekt erstreckt sich auf zwei Ebenen und beherbergt einen zusätzlichen Fussballplatz. Der höhere Bereich hat einen Kidney Bowl mit Hips. Von dort kann man über Rails und Ledges in den Streetbereich skaten. Im tieferen Bereich kann man sich an einer Pyramide, Legdes, Curbs, Flatrail, kleinen Quartern und Banks austoben. Das Objekt verfügt über alles, was einen gut ausgestatteten Skatepark ausmacht. 

Gibt es in eurer Stadt auch solche besonderen Plätze? Hinterlasst uns doch einen Kommentar!
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