Studio Mexiko

Elisabeth Liebing Elisabeth Liebing
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Wer sich zu der Berufsgruppe der Künstler zählt, wird das Problem kennen, nicht den passenden Arbeitsraum zu finden. Einfacher gestaltet es sich dann natürlich, wenn man bereits einiges Kleingeld zusammengekratzt hat und sich das geeignete Atelier einfach bauen lässt. 

So geschah es in Mexiko: Auf einem kleinem Grundstück wurde in eine schmale Baulücke ein Atelier eingesetzt, das sich von den umliegenden Häusern extrem abhebt. Auf den ersten Blick verwirren die Bilder den Betrachter und es benötigt ein wenig Zeit, sich in dem Grundriss zurecht zu finden. Wir wünschen euch viel Freude bei diesem Projekt.

Eingangsbereich

Auf der linken Seite des Raumes wird der Eingang durch eine blaue, fast unscheinbare Tür markiert. Die Farbe Blau dominiert diese Etage und erstreckt sich über den gesamten Boden. Insgesamt hat das Studio lediglich eine Grundfläche von 27 Quadratmetern. Die größte Herausforderung bestand darin, keine direkte Sonneneinstrahlung von Süden in das Gebäude einfallen zu lassen. Hierbei wollten die Bauherren allerdings nicht auf den Blick Richtung Garten verzichten. Um diesen Wunsch zu erfüllen, wurden große Terrassenfenster eingefügt und zusätzlich in die geknickte Dachform Oberlichter, die für eine natürliche und sanfte Belichtung sorgen.

Möblierung

Die Bedeutung der Farbe Blau spielt in der Kunst eine große Rolle: Blau wird unter anderem als die Kolorierung der Ferne verstanden. So zeigt eine Beobachtung, dass beispielsweise eine Bergkette am Horizont einen bläulichen Ton annimmt und in diesem Zusammenhang als Symbol für Sehnsucht und Weite zu verstehen ist. Oft wird die Kolorierung auch in der Verbindung zum Himmel und zum Göttlichen betrachtet. Bei der Planung in der Architektur bewirken Blautöne, dass räumliche Darstellungen an Weite gewinnen – sie beruhigen das Auge des Betrachters und wirken kühl. Hier findet die Farbe nochmals Verwendung in den Stufen und es wird der Eindruck erweckt, als sei ein Farbeimer umgefallen und hätte die gesamten Stufen eingefärbt. Verstärkt wird dieser Frisch-Lackiert-Effekt durch einen hochglänzenden Klarlack, der den gesamten Boden einen immerzu neu lackierten Eindruck vermittelt. Das lange, graue Regal wurde an der Stelle der eigentlichen Brüstung positioniert und verlängert den Raum optisch. Eine großzügige Galerie lässt Blicke in die untere Etage zu und erhellt den Raum auf ganz natürlichem Weg.

Stecksystem

Von der unteren Etage betrachtet, entfaltet sich das Dach über einem. Das gesamte Rauminnere wurde ganz in Weiß gehalten, lediglich die Schattenfugen gliedern die geometrische Struktur. Die Fugen erwecken den Eindruck, das Gebäude würde einzig durch ein Stecksystem Halt gewinnen. Die ungewöhnliche Geometrie macht das Studio zu einem Juwel der Architektur und vermittelt das Gefühl, man würde sich in einem geschliffenem Kristall befinden.

Formgebung

Mit der Trapezform und der sorgfältigen Kontrolle der Perspektive wurden die Fluchtpunkte betont. Es wurde ein dynamischer Raum geschaffen, der die Phantasie weckt und die Kreativität fördert. Die Brüstung der Treppe wurde in einem minimalistischen Design gestaltet, um sich optimal in das vorherrschende Konzept einzugliedern.

Erdgeschoss

Im unteren Geschoss öffnet sich die eine Seite fast vollständig zum Garten und ermöglicht einen raschen Zutritt in die Natur. Betritt man den Außenbereich, wird man durch den grafischen Vorstand vor Witterungen geschützt. Die schwarzen Fensterrahmen setzen sich farblich enorm von dem hellen restlichen Atelier ab und gliedern das Gefüge von außen. Auch auf dieser Ebene hebt sich der Boden von den Wänden ab und erscheint in einem sanften Grau. 

Weitere Anregungen zu Fenstern findet ihr in dem Ideenbuch: Fenster in allen Variationen

Könnt ihr euch dieses Studio als Arbeitsraum vorstellen? Hinterlasst uns einen Kommentar!
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