Materialien der Zukunft

Christine Bauer Christine Bauer
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Der Klimawandel schreitet mit großen Schritten voran und ist nicht zu leugnen. Immer schneller geht die Umweltverschmutzung vonstatten und die Erde reagiert darauf. Allerdings kann man diverses tun, um dem Planeten nicht weiter zu schaden, sondern im Einklang mit ihm zu leben. Nachhaltiger und bewusster Konsum von Essen, Kleidung und Einrichtungsgegenständen trägt ebenso dazu bei, wie Reparieren und Upcyclen, statt wegzuwerfen und neu zu kaufen. Wie aber kann man Innendesign umdenken, um nachhaltig zu leben? Welche Materialien bieten sich an? 

Stahl und Beton sind endliche Ressourcen, welche viel Energie und Wasser benötigen, um in Form gebracht zu werden. Im Schnitt wird jährlich etwa eine Tonne Beton pro Mensch hergestellt. Zur Herstellung eines Kubikmeter sind Unmengen an Energie nötig, welche hauptsächlich durch die Verbrennung von Öl entsteht. Hierdurch wiederum wird CO₂ erzeugt. 

Nachhaltigkeit beim Bauen ist bereits in vollem Gange. So werden beispielsweise neue Materialien erforscht, um umweltfreundlicher bauen zu können. Einer davon ist ein Pilzmyzel, das sich unter anderem als Ziegel nutzen lässt. Somit kann das leichte, haltbare und natürliche Material künftig möglicherweise Beton ablösen. Bambus wird ebenfalls zum Bauen genutzt. Alternativ werden Plastikflaschen verwenden und als Upcyclingprodukt eingesetzt. Wie aber sehen nachhaltige Strategien für das Innendesign aus?

Möbel, Accessoires und Zubehör: Nachhaltige Ideen für die ganze Wohnung

Immer mehr Architekten, Regierungen, Städteplaner und Forscher beginnen damit, Nachhaltigkeit voranzutreiben. Besonders in Städten soll hierdurch die Luft- und Lebensqualität verbessert und die Umwelt geschont werden. Nachhaltigkeit bedeutet einen bewussten Umgang mit seiner Umgebung zu haben, weniger Müll zu produzieren und mit offenen Augen nach ausgewählten Kriterien zu konsumieren. 

Jeder Einzelne kann ebenfalls etwas tun, um nachhaltig zu leben und einen positiven Einfluss auf die Umwelt zu haben. Neben ressourcenschonenden Leben, dem Hinterfragen der Essgewohnheiten und Fortbewegung, hat das Einkaufsverhalten Auswirkungen auf den ökologischen Fußabdruck.

Nachhaltige Gegenstände werden idealerweise umweltschonend aus nachwachsenden lokalen Rohstoffen hergestellt. Zudem sind sie langlebig, sodass weniger Müll produziert und kaum CO₂ bei Herstellung und Transport ausgestoßen wird. Nachhaltige Möbel und Materialien können überall zum Einsatz kommen.

Auf dem Balkon

Der Balkon ist meist der Ort, an dem man seine Seele baumeln lässt. Mit Palettenmöbeln, Rattan oder Sisal lässt sich dieser Bereich wunderbar gestalten. DIY-Pflanzenkübel aus alten Dosen oder Paletten nutzen vorhandenen Abfall und werten diesen auf. Von der Decke kann man ebenfalls Pflanzen in Vorrichtungen aus Baumwolle oder Hanf hängen lassen. Eine Hängematte aus Baumwolle oder Leinen ersetzt eine unbequeme Gartenbank aus Kunststoff oder Metall. Auf diese Weise wird der Balkon mit wenigen Kniffen nachhaltig gestaltet und begrünt. 

Vertikal Gardening muss nicht unbedingt im Außenbereich stattfinden. So lassen sich Wände auch innerhalb der Wohnung begrünen. Die Pflanzen sorgen bei trockener Luft für ein besseres Raumklima und nehmen CO₂ auf. Zugleich schaffen die vertikalen Gärten eine Entspannung für die Augen und die Seele, während man auf den grünen Vorhang aus Pflanzen blickt.


In der Küche

In der Küche werden häufig Arbeitsplatten aus Holz, Stein oder Kunststoff verwendet. Kunststoff ist günstig, wird aber aus endlichem Erdöl gewonnen, kann nur teilweise recycelt werden und ist nicht biologisch abbaubar. Daher schadet es der Umwelt ungemein, weshalb auf die Nutzung verzichtet werden sollte. Wenn Sie eine Arbeitsplatte aus Stein bevorzugen, kann dies je nach Gewinnung und Bearbeitungsaufwand nachhaltig sein. Da Steine keinerlei Schadstoffe enthalten, können sie nach der Nutzung problemlos in den Kreislauf der Natur eingefügt werden. Ein Tisch aus Holz, ein Boden aus Stein und Stühle aus Pappe sind Stahl und Plastik vorzuziehen. Geschirr aus Keramik, Holz oder Bambus ist vorteilhafter als Kunststoff.

Im Wohnzimmer

Upcycling ist eine weitere Methode, um den Innenraum nachhaltig zu gestalten. Dies lässt sich mit unterschiedlichen DIY-Projekten selbst umsetzen. So kann beispielsweise eine Lampe aus alten Plastikflaschen für stimmungsvolles Licht im Wohnbereich sorgen. Eine Lampe aus recyceltem Karton ist umweltfreundlicher als ein Kronleuchter aus Metall. Die Chaiselounge aus Rattan hat eine bessere Umweltbilanz als eine neue Ledercouch. Ein Regal aus Karton, dass ineinandergesteckt wird, ist umweltschonender als eine Pressspanalternative. Bänke, Tische und Hocker können ebenso aus dem verarbeiteten Holz bestehen. Vorteilhaft sind dabei neue, meist ungewöhnliche Formen, die zum Highlight der Einrichtung werden können.

Im Schlafzimmer

Im Schlafzimmer zieht das Bett die größte Aufmerksamkeit auf sich. Jenes besteht häufig aus Holz. Holz hat als organischer Baustoff eine lange Tradition. Seine wärmedämmenden Eigenschaften, die schöne Maserung und der gute Einfluss auf das Raumklima spielen dabei eine entscheidende Rolle. Holz ist allerdings nicht gleich Holz. Hierbei sollte beachtet werden, dass es sich um heimische Hölzer aus deutscher Forstwirtschaft handelt wie beispielsweise Ahorn, Erle, Eiche, Kiefer oder Buche. Ein FSC-Siegel trägt seinen Teil zum Umweltschutz bei.

Moderne Variationen aus Pappe oder Rattan können Alternativen sein. Zudem gibt es platzsparende Einschübe aus Pappe, Nachttische aus Bambus etc., welche den Raum aufwerten können. 

Im Badezimmer

Keramik ist im Badezimmer beliebt. Das umweltfreundliche Gemisch aus Lehm, Ton und Wasser besteht aus natürlichen Rohstoffen, ist vollständig recyclebar und ein Gewinn für jeden Wohnraum. Licht ist im Badezimmer ein wichtiger Faktor. Wie auch in den anderen Räumen sind LEDs am nachhaltigsten. Sie sind sehr energieeffizient, geben kaum Wärme ab und lassen sich häufig dimmen oder farblich anpassen. Nur zwei Prozent der gesamten Emissionen an CO₂ werden bei der Herstellung benötigt, über 90 durch den Betrieb. Dank der reduzierten Formen und Materialien wie Aluminium und Glas, welche recycelt werden können, werden Ressourcen gespart. Bei Accessoires sollte ebenfalls auf Kunststoff oder Metall verzichtet werden. Stattdessen eröffnet sich eine Fülle an umweltfreundlichen Alternativen, mit denen man Akzente setzen kann. 

Pilz, Bambus oder Karton – Nachhaltige Materialien für die gesamte Wohnung

Im Innenraum können nachhaltige Materialien ebenfalls Verwendung finden. Was zeichnet diese aus? Eine nachhaltiger Innenraum sollte Materialien verwenden, die:

⦁ aus nachwachsenden lokalen Rohstoffen bestehen

⦁ langlebig sind

⦁ recycelt wurden

⦁ wenig Energie zur Herstellung benötigen

⦁ recyclebar und gut trennbar sind

⦁ keine Schadstoffemissionen produzieren

Pilzmyzel: Baustoff der Zukunft?

Pilze wie man sie kennt, sind nur die Fruchtkörper des eigentlichen Gewächses. Unter der Erde hat sich zuvor ein Gewebe ausgebreitet, welches Myzel genannt wird. Jenes wird für die Forschung zunehmend interessant. Mischt man Pilzsporen mit Essensresten oder Sägespänen und Calcium, beginnt der Pilz zu wachsen. Nach wenigen Tagen entsteht eine Masse mit schwammiger Konsistenz. Diese kann aufgebrochen und in beliebige Formen gebracht werden. Nun schreitet das Wachstum weiter voran. Danach wird der Pilz getrocknet und teilweise erhitzt. Hierdurch stirbt er ab.

So kann ein Material genutzt werden, das bei der Lebensmittelproduktion als Abfall anfällt. Jene Pilze werden wiederum mittels Essensresten oder Abfall aus der Holzindustrie ernährt. Somit werden Ressourcen genutzt statt verschwendet. Darüber hinaus wird wenig Energie verwendet. Nach der Nutzung können die Materialien getrennt und erneut verwendet werden, wodurch eine Kreislaufwirtschaft entsteht.


Bambus – Alternative zu Stahl?

Bambus ist ein Riesengras, das in tropischen und subtropischen Gebieten heimisch ist. Die holzigen Stämme und deren Fasern haben eine hohe Zugfestigkeit. Zudem wächst Bambus schnell und ressourcenschonend und lässt sich auch in europäischen Breiten anbauen. Im Vergleich zu Holz ist der Rohstoff leicht, wodurch er mit weniger Schadstoffausstoß transportiert werden kann.

Wird Bambus erwärmt, in Fasern zerlegt und mit Harzen unter Druck verbunden, kann der Stoff eine Alternative zu Baustahl werden. Zugleich hat Bambus den Vorteil, eine natürliche und warme Atmosphäre in den Innenraum zu zaubern. Neben Bambus können auch andere Naturmaterialien nachhaltige Elemente sein. Hierzu zählen:

⦁ Hanf

⦁ Stroh

⦁ Sisal

⦁ Rattan

⦁ Keramik

⦁ Stein

⦁ Baumwolle 

⦁ Leinen

Nachhaltige Einrichtung sollte nicht nur auf das Material achten, sondern auch Siegel berücksichtigen, die die umweltschonenden Artikel verifizieren. Hierzu gehören beispielsweise der Blaue Engel, ÖkoControl, ÖGA-schadstoffgeprüft oder das PEFC- oder FSC-Siegel. 

Karton – mehr als nur Verpackung

Karton kennen wir hauptsächlich als Verpackung. Das solide Material kann aber deutlich mehr. Dies wird durch sogenannte Kartonmöbel deutlich. Die Möbelstücke wie Hocker, Stühle, Betten oder Regale sind leicht und häufig faltbar. Wenn das Holz für die Produktion aus heimischem und umweltbewusstem Anbau ist, ist der nachwachsende Rohstoff umweltschonenden. Zudem lässt sich Karton gut recyclen und ist besonders stabil.


in Zusammenarbeit mit Lena Harse



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