Freizeit im Garten – Tipps für Allergiker

Christine Bauer Christine Bauer
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Wer unter Allergien leidet, verliert leicht den Spaß an der Gartenarbeit oder überhaupt an einem Aufenthalt im Grünen, vor allem wenn eine Pollenallergie vorliegt. Dann fangen die Augen an zu brennen, die Nase läuft und manchmal fällt sogar das Atmen schwer. Viele ertragen damit die blühende Pracht im Garten nur noch durch das geschlossene Fenster. Doch Allergiker können auch mit ihrer Erkrankung einen schönen, blühenden Garten haben. Dabei ist die Auswahl der richtigen Pflanzen besonders wichtig. Denn mit der richtigen Pflanzenauswahl lassen sich die Allergene im Garten reduzieren und so das Umfeld für alle Allergiker erträglich gestalten.

Was Allergiker meiden sollten

Bei vielen Pflanzenarten verbreitet der Wind die Pollen, beispielsweise Birken oder Weidengewächse und alle Arten von Gräsern. Auch Korbblütler können Allergien auslösen. Zu den reizfreien Blühpflanzen zählen Braunwurzgewächse, Nelken und Lippenblütler. Clematis, Hortensien und Rosen lösen auch nur selten eine Allergie aus. Mauern und bepflanzte Sichtschutzzäune können ebenfalls für windberuhigte Zonen sorgen. Wenn das Rasenmähen ein Problem ist, könnte das ein Mähroboter übernehmen. Zudem können in der Hochphase des Pollenflugs spezielle Heuschnupfen-Tabletten helfen, die Symptome zu lindern.

Diese Pflanzen besser nicht

Für Allergiker ist es sehr wichtig zu wissen, worauf genau sie allergisch reagieren. Sehr häufige Allergieauslöser sind die sogenannten windblütigen Bäume, deren Samen der Wind durch die Gegend weht. Es entsteht eine sehr hohe Pollenkonzentration in der Luft. Weiden und Birken, die bereits früh im Frühjahr blühen, gehören beispielsweise dazu. Gerade die Weidengewächse sind bekannt dafür, dass sie eine starke Immunreaktion auslösen.

Viele Nadelbäume, die Zapfen bilden, gehören ebenfalls zu den Heuschnupfenauslösern. Bei den Blühpflanzen sind es die Korbblütler, die die größte Gruppe der Allergieauslöser darstellen, beispielsweise Astern, Arnika, Beifuß, Chrysanthemen, Kamille, Löwenzahn oder Schafgarbe.

Kreuzallergien machen häufig Probleme

In vielen Fällen löst nicht nur der direkte Kontakt mit dem Allergen eine allergische Reaktion aus. Mehr als die Hälfte der Allergiker entwickeln sogenannte Kreuzallergien, beispielsweise gegen Obst oder Nüsse. Wer auf Beifuß oder andere Kreuzblütler allergisch reagiert, hat häufig auch eine Kräuterallergie.

Allergieauslöser, die weniger bekannt sind

Der unscheinbare Olivenbaum ist eine Zierpflanze mit einer sehr starken allergenen Wirkung. Zypressen und Thuja sind ebenfalls Ziergehölze mit einem hohen Allergiepotenzial. Nicht nur die Pollen lösen hier Allergien aus, sondern auch Hautkontakt. Bambus ist ein Gras, das auf Graspollenallergiker stark wirken kann.

Welche Pflanzen brauchen Allergiker im Garten?

Für die meisten Allergiker sind Pflanzen, die von Insekten bestäubt werden, wesentlich besser verträglich als windblütige. Die bunten Blüten locken die emsigen Bienen und andere Bestäuber an. Ihre Pollen kleben sehr stark und verteilen sich nicht so leicht in der Luft. Ein allergenarmes Blumenbeet ist damit ohne Probleme möglich. Je auffälliger und farbenfroher eine Blüte ist, umso besser für Allergiker.

Zu den reizfreien Blühpflanzen zählen alle Lippenblütler, Braunwurzgewächse und Nelkengewächse. Die Auswahl ist riesengroß: Dahlie, Elfenspiegel, Fleißiges Lieschen, Gartensalbei, Hornveilchen, Kapuzinerkresse, Lobelie, Pantoffelblume, Passionsblume, Petunie, Prunkwinde, Schwarzäugige Susanne, Stiefmütterchen und Vergissmeinnicht und viele mehr. Bei den Bäumen und Sträuchern sind es: Ahorn, Azaleen, Berberitze, Forsythie, Hartriegel, Kolkwitzie, Kornelkirsche, Magnolie, Obstbäume, Rhododendren, Rotdorn, Schneeball, Spierstrauch und Weigelie. Rosengewächse und Clematis zählen ebenfalls dazu. Stauden für Allergiker sind: Akelei, Heuchera, Lenzrosen, Montbretie, Pfingstrosen, Storchschnabel und Tränendes Herz.

Gefüllte Blüten sind ebenfalls gut für einen allergenarmen Garten. Auf der Terrasse eignen sich Kübelpflanzen wie Fuchsien, Hibiskus und Palmen sehr gut. Sie können anstelle von Bambusgewächsen den Whirlpool säumen und so vor fremden Blicken schützen.

Einen allergenarmen Garten gestalten

Wer einen allergenarmen Garten gestalten will, muss genau wissen, welche Pflanzen, welche Pollen Probleme verursachen. Alle Pflanzen, die zu dieser Familie gehören und eventuelle Kreuzallergien sind dann im Garten zu vermeiden. Mit einer Wunschliste bewaffnet, welche Pflanzen möglich sind, kann die Gartenplanung beginnen. Eine kleine Gartenskizze hilft dabei, die Anordnung zu optimieren. Eine kleine Hecke oder Sichtschutz mit Bepflanzung sorgt dafür, dass angewehte Pollen nicht so ohne Weiteres in den Garten fliegen. Wer gegen Graspollen allergisch ist, sollte nur eine kleine Rasenfläche haben und komplett auf Ziergräser verzichten.

Kies- oder Klinkerflächen, zwischen denen Zwiebelblumen und Lilien für Farbkleckse sorgen, sind besser geeignet. Blattschmuckpflanzen sind ebenfalls schön anzusehen, beispielsweise Bergenien und Funkien. Holzspäne oder Rinde als Wegbelag sind nicht gut, da sich darauf viele Pilzsporen entwickeln, die ebenfalls Allergien auslösen. Auf einen Komposthaufen sollten Allergiker ebenfalls verzichten. Sie stoßen Pilzsporen aus.

Gartentipps

Damit sich die Luft nicht so stark mit Pollen anreichert, hilft es, die Hecken und Sträucher mit Wasser zu besprengen. Die Pollen verkleben dadurch und schweben dann nicht mehr durch die Luft. Nach einem schönen, etwas längeren Regenguss ist Gartenarbeit für Allergiker sehr angenehm. Auch bewegtes Wasser in einem Gartenteich oder Ähnlichem bindet die Pollen. Auf der Wasseroberfläche treibende Pollen lassen sich leicht entfernen.

Gartenarbeit früh morgens vor 8 Uhr oder abends nach 18 Uhr ist ebenfalls eine gute Idee. In dieser Zeit sind weniger Pollen unterwegs. Die höchste Pollenaktivität findet nachmittags gegen 15 Uhr statt. Allergiker sollten im Garten auf das Tragen flauschiger Stoffe verzichten. Dort können sich ebenfalls Pollen ablagern.

Beim Rasenmähen wirbeln Pilzsporen hoch und es tritt Pflanzensaft aus. Das verstärkt ebenfalls Pollenallergien. Allergiker sollten das Gras sehr kurz halten und auf Mulchmähen verzichten. Am besten ist in diesen Fällen ein Mähroboter, dann können Allergiker von den aufgewirbelten Pollen einfach fernbleiben.

Um die Innenräume vor Pollen zu schützen, gibt es spezielle Pollenschutzgitter für Türen und Fenster. Allergien verstärken sich in geschlossenen Räumen, weshalb Allergiker nur Schnittblumen kaufen sollten, die ungefährlich sind. 

Abbildung 1: Pixabay © blende12 (CC0 Public Domain)

Abbildung 2: Pixabay © shell_ghostcage (CC0 Public Domain)

Abbildung 3: Pixabay © oldiefan (CC0 Public Domain)

Zusammenarbeit mit Lara Richter

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