Dachausbau – so geht es in einfachen Schritten!

Sophie Pussehl Sophie Pussehl
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Ihr habt ein Dachgeschoss, das ungenutzt ist oder vielmehr als Abstellort dient für Berge von Klamotten, Spielzeug aus Kindheitstagen und Dingen, die man gerade nicht, aber eventuell später noch einmal gebrauchen kann und damit ein trostloses Dasein fristet? Wie wäre es stattdessen mit einem selbst gemachten Dachausbau? Der zumindest bietet sich an, um zusätzlichen Wohnraum und damit neue, ungeahnte Möglichkeiten zu schaffen. Dabei spielt natürlich die richtige Planung eine große Rolle. Wofür soll die neue Wohnfläche genutzt werden, welche Art von Fenster würde sich gut machen und zugleich einen tollen Ausblick bieten, welche Möglichkeiten gibt es generell, kann ich auf eigene Faust mit dem Dachausbau loslegen und was genau muss man eigentlich noch alles beachten? Wir listen euch die wichtigsten Punkte auf, die es zu beachten gilt, solltet ihr euch dafür entscheiden, einen Dachausbau selber zu machen. 

1. Dachausbau prüfen lassen

Bevor es ans Eingemachte geht, müssen zunächst die baulichen Gegebenheiten geprüft werden. Dafür holt ihr euch einen Dachdeckerbetrieb zu Hilfe, der prüft, ob euer Dachboden auch für einen Ausbau geeignet ist, denn nicht jeder Dachboden ist auch automatisch für einen Ausbau ausgelegt. Die Dachneigung beispielsweise sollte nicht unter 35 Grad liegen und auch die Raumhöhe sollte mindestens 2,30 Meter betragen, um für später ein stimmiges Raumgefüge zu schaffen. Zudem kann es sein, dass der Ausbau auch genehmigunspflichtig ist, wofür ihr das örtliche Bauamt zu Rate ziehen solltet. Dabei werden die Sicherheitsbestimmungen, der Wohnstandard sowie die Einhaltung des Wärmeschutzniveaus geprüft, die für einen gelungenen Dachausbau essentiell sind. Solltet ihr beim Ausbau zudem Maßnahmen zur Energieeinsparung und zur Minderung des CO2-Ausstoßes vorsehen, so lassen sich diese sogar bezuschussen. Sich hier zu informieren kann also durchaus nützlich sein. Sind all diese Formalitäten geregelt und die Gegebenheiten abgenickt worden, geht es zunächst zur Dämmung über.

2. Dämmung

Damit der zukünftige Wohnraum, der als Wohnzimmer, Kinderoase, Schlafbereich oder Arbeitszimmer genutzt werden kann, über ein angenehmes Klima verfügt, ist eine gute Dämmung unerlässlich. Die modernen Dämmstoffe sind soweit perfektioniert, dass sie das ganze Jahr über ein komfortables Klima schaffen, indem sie im Sommer vor Hitze und im Winter vor Kälte schützen. Zusammen mit Abdichtungen kann eine Dämmung gleichzeitig die Heizkosten in den kälteren Monaten auf ein Minimum reduzieren, wodurch ebenso der Geldbeutel geschont wird. Dämmung heißt auch, den Wohnraum so abzudichten, dass dieser vor Feuchtigkeit geschützt bleibt. Für eine gut funktionierende Abdichtungsebene kommen Klimamembranen zum Einsatz, die wasserdicht und zugleich atmungsaktiv sind. Diese werden durch Klebe- und Dichtprodukte miteinander verbunden. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass die Werkstoffe möglichst vom gleichen Hersteller kommen, da diese bestens aufeinander abgestimmt sind und damit ein bestmögliches Ergebnis garantieren können. Und sollten doch Probleme auftreten, so hat man den Vorteil, dass man sich an nur einen Hersteller und nicht viele verschiedene wenden muss. 

3. Dachfenster einbauen

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Peter Rohde Innenarchitektur

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Entscheidet man sich den Dachausbau selber zu machen, soll die dazugewonnene Wohnfläche auch mit ausreichend Helligkeit versorgt werden. Kommen wir also nun zum Einbau von Dachfenstern, die überall eingebaut werden können. Wie die Fenster dabei angeordnet werden – ob übereinander oder nebeneinander als Kassetten – das kann nach eigenem Wunsch vorgenommen werden. Nachdem ihr die Einbaustelle festgelegt habt, wird das Dach in der benötigten Fensterfläche sowie mindestens einer weiteren Ziegelreihe abgedeckt. Dabei ist es vor allem von Vorteil, wenn der Einbau zwischen zwei Sparren erfolgen kann. Sollte der Abstand zu groß sein, muss entsprechend aufgefüttert werden. Nachdem man alle Vorbereitungen für den Einlass des Fensters vorgenommen und durchgeführt hat, muss das Unterdach mit dem Fenster verbunden und wetterfest abgedichtet werden. Anschließend kann das Dach wieder gedeckt werden. Wer sich den eigenständigen Einbau nicht zutraut, der sollte sich einen Profi zur Hilfe holen. Der Vorteil von Dachfenstern ist in jedem Falle, dass sie doppelt so viel Licht in die Innenräume lassen wie beispielsweise gleichgroße Fassadenfenster. Hättet ihr das gedacht?

4. Dachschrägen sinnvoll nutzen

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Bei Dachschrägen gehen die Meinungen auseinander: die einen können sie nicht ausstehen und empfinden sie als Platzverschwendung, die anderen hingegen wissen das heimelige Gefühl und die Geborgenheit, die sie ausstrahlen, überaus zu schätzen. In der Tat stimmt beides. Dabei können Dachschrägen jedermann Freude bringen, indem sie nur richtig genutzt werden. Um den wenigen Platz, den sie bereithalten, optimal zu nutzen, können von einem Tischler maßgeschneiderte Schranksysteme angefertigt werden. Da dies aber häufig eine Kostenfrage ist, gibt es mittlerweile auch Staumöglichkeiten “von der Stange” wie etwa Regale im Modulsystem. Die einzelnen Würfelelemente können nach Belieben angeordnet werden, sodass keine Fläche ungenutzt bleibt. Auch kleinere Kommoden oder Sideboards bieten Stauraum und lassen zeitgleich den Raum größer erscheinen. Auch eigene Konstruktionen sind gefragt, hierbei sind eurer Kreativität keine Grenzen gesetzt. Darüber hinaus könnt ihr die schrägen Wände mit Farbe in Szene setzen und gleichzeitig ein charmantes Zelt-Feeling schaffen. Auf große Muster oder gar breite Streifen sollte jedoch besser verzichtet werden, da diese erdrückend wirken. 

5. Licht & Elektronik planen

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Möchte man den Dachausbau selber machen, sollte man sich neben der baulichen Planung zudem Gedanken darüber machen, wo Licht und Elektronik installiert werden sollen. Hierbei kommt es auch darauf an, wofür die dazugewonnene Wohnfläche später genutzt wird. Wenn es als Arbeitszimmer genutzt werden soll, bedarf es wohlmöglich mehr an Varianten für Elektronik und Licht als beispielsweise für ein Schafzimmer. Man kann sich auch schon überlegen, wo die Deckenlampe und andere Lichtquellen angebracht werden sollen und wo die Musikanlage ihren Platz findet. Für die Wohnlichkeit ist das unerlässlich. Wenn es um die Licht-Frage geht, so kann neben nützlichem Licht, das vor allem in den Abendstunden für Helligkeit sorgt, auch auf moderne und dekorative Beleuchtungssysteme zurückgegriffen werden. Dazu eignen sich etwa LED-Leuchten an der Decke oder LED-Leisten im Bereich der Möbel. Diese sorgen nicht nur für eine indirekte Beleuchtung, sondern setzen den Raum zusätzlich in Szene und schaffen ein einzigartiges Raumbild mit Wohlfühlatmosphäre.

Weitere innovative Beleuchtungsideen haben wir hier für euch!

6. Gaube, Zwerchhaus oder Geschossaufstockung

straßenfassade nach umbau + rückbau:   von beissel schmidt architekten
beissel schmidt architekten

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Gaube, Zwerchhaus oder Geschossaufstockung – es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, um den Wohnraum zu vergrößern und den Dachausbau selber zu machen. Eine Gaube ist ein Dachaufbau im geneigten Dach und dient zur Belichtung sowie Belüftung des Dachraumes. Gleichzeitig haben Dachgauben den Vorteil, dass sie den nutzbaren Wohnraum im Dachgeschoss vergrößern, was vor allem bei kleineren Zimmern positiv ist. Der Nachteil von Gauben allerdings ist unter anderem, dass durch sie dreimal weniger Licht einfällt als beispielsweise durch ein Dachfenster. Im Vergleich zu Zwerchhäusern können Gauben im Grunde irgendwo auf dem Dach angebracht werden. Die Front eines Zwerchhauses hingegen liegt in der Regel in einer Flucht mit der Gebäudeaußenwand und dient zudem einem gestalterischen Zweck. Eine Geschossaufstockung ist noch einmal etwas ganz anderes, denn hier geht es darum, das Wohnhaus um eine komplette Etage aufzustocken, um so für mehr Wohnfläche zu sorgen. Dafür bietet ein Flachdach die besten Voraussetzungen. Wofür man sich auch entscheidet, alle drei Varianten verändern das Erscheinungsbild des Gebäudes nachhaltig und sind in den meisten Fällen genehmigungspflichtig.

Welche Erfahrungen habt ihr mit einem Dachausbau gemacht?
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