Einrichten im Retro Stil – Tipps und Tricks

Sabine Neumann Sabine Neumann
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Wir nehmen euch heute mit auf eine kleine Zeitreise, denn spätestens seitdem uns die Erfolgsserie Mad Men regelmäßig in die 60er Jahre zurück katapultiert, sind wir alle verrückt nach Retro. Der Spaß an nostalgischen Looks schlägt sich im aktuellen Einrichtungstrend nieder: Es zieht uns zurück an den Nierentisch, wir nehmen im Cocktailsessel Platz und servieren unseren Gästen ihre Drinks auf dem Barwagen. Die gute Nachricht: Um voll im Trend zu liegen, müsst ihr eure Wohnung nicht gleich komplett umgestalten. Es reicht schon, mit wenigen, ausgewählten Details Akzente zu setzen. Das Tolle ist nämlich, dass der Retro-Stil perfekt in aktuelle Wohnträume passt. Da gesellt sich der Butterfly-Chair zum modernen Lounge-Sofa und die Bogenlampe zum IKEA-Regal. Wir haben euch heute einen kleinen Guide mit Tipps und Tricks zum Thema Einrichten im Retro Stil mitgebracht, mit denen ihr euren vier Wänden im Handumdrehen angesagten nostalgischen Charme verleiht.

Definition Retro Look

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VINTAGENCY

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Das Wort Retro stammt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie rückwärts oder zurück. Der Ausdruck bezeichnet also eine Hinwendung zu vergangenen Zeiten, älteren Traditionen, Merkmalen und – auf den Interior Bereich bezogen – Möbeln und Designs. Eine strenge Definition für den Retro Look gibt es nicht. Allerdings ist dieser Einrichtungsstil deutlich geprägt von Designs aus der Zeit zwischen 1950 und 1970, weshalb er auch unter dem Namen Mid Century Style bekannt ist. Andere Definitionen schließen auch die 70er und 80er Jahre mit in den Retro-Begriff ein.

Vintage vs. Retro

Einmaliger Sessel 60er Jahre: moderne Wohnzimmer von POLITURA Polsterei & Design
POLITURA Polsterei & Design

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Die Begriffe Vintage und Retro werden oft verwechselt, was auch nicht verwunderlich ist, sind doch beide Einrichtungsstile von der Vergangenheit inspiriert. Tatsächlich überschneiden sich beide Bezeichnungen oft, sodass eine klare Abgrenzung nicht immer möglich ist. Generell lässt sich aber sagen, dass Vintage-Stücke auf jeden Fall aus lange vergangenen Zeiten stammen müssen. Wie alt sie genau sein sollten, um das Prädikat Vintage verdient zu haben, darüber gehen die Meinungen auseinander. Die einen sagen 20 Jahre, die anderen 50. Auch Retro-Stücke können diese Merkmale aufweisen. Stammt ein Nierentisch zum Beispiel aus den 50er Jahren, ist er sowohl Vintage als auch Retro. Der Begriff Retro bezieht sich allerdings nicht unbedingt auf die Herstellungszeit, sondern hauptsächlich auf die äußere Erscheinung, die deutlich von den Trends abweicht, die sich gerade im Moment aktuell entwickeln. Dabei muss ein Möbelstück oder Accessoire, das Retro ist, nicht zwangsläufig aus der Vergangenheit stammen. Es kann auch einfach nur so aussehen, also brandneu hergestellt sein, aber dabei die Optik vergangener Jahrzehnte imitieren und stilistische Elemente jener Zeit zurückbringen.

Die passenden Möbel

Fritz Hansen - Schwan Sessel: rustikale Wohnzimmer von Connox
Connox

Fritz Hansen – Schwan Sessel

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Typisch für den Retro-Stil sind organische Formen. Quadratisch oder rund kann ja schließlich jeder. Stattdessen wird mit Formen experimentiert, die schwungvoll und innovativ daherkommen, wie zum Beispiel beim altbewährten Nierentisch oder geschwungenen Cocktailsesseln. Auch was Farben und Muster angeht, schöpft der Retro-Look aus dem Vollen. Als Basis dienen dabei neutrale Naturtöne wie Beige, Braun, Schwarz, Grau und Cremeweiß, die einen spannenden Kontrast zu fröhlichen Pastell- oder Knallfarben bilden. Diese dürfen in keiner Retro-Einrichtung fehlen, werden aber häufig nur als Akzent und Eyecatcher eingesetzt. Auf Textilien, Polstern und Bezügen finden sich oft geometrische, abstrakte und futuristische Muster, aber auch florale Prints und Karos. In Sachen Materialien steht bei Retro-Möbeln die Natur im Mittelpunkt. Hochwertiges Holz spielt dabei eine große Rolle, aber auch Leder und Leinen. Neben diesen natürlichen Materialien kommen auch Kunst- und Schaumstoffe sowie Metall zum Einsatz.

Retro Klassiker

Zum Retro-Stil gehören echte Design-Klassiker wie zum Beispiel der Egg Chair von Arne Jacobsen, der seit den 50er Jahren mit seiner einladenden Form die Herzen von Design-Fans in aller Welt erobert. Auch der Barcelona Sessel von Mies van der Rohe hat es mit seinen x-förmigen Beinen und dem edlen Polster ganz nach oben auf die Liste der zeitlosen Design-Klassiker geschafft, von denen jeder Retro-Liebhaber träumt. Dazu gesellen sich der Butterfly Chair von Ferrari-Hardoy, sämtliche Stühle von Charles & Ray Eames, der Acapulco Chair und zahlreiche weitere Möbel, die vor vielen Jahrzehnten entworfen wurden und noch heute Kult-Status besitzen. Im Zuge der Wiederbelebung des Retro-Stils legen viele Hersteller ihre Produkte von damals als Re-Editionen neu auf. Dabei werden entweder die Originalmöbel im Retro-Look produziert oder sie bekommen ein zeitgenössisches Make-over wie eine andere Farbe oder einen neuen Bezug. Allerdings sprießen angesichts des momentan grassierenden Retro-Hypes auch billige Plagiate wie Pilze aus dem Boden. Klar, echte Design-Klassiker bezahlen die meisten von uns nicht mal eben aus der Portokasse, aber dennoch sollte man aus Respekt vor dem Original nicht mit minderwertigen Imitaten liebäugeln. Die Investition in authentisches Design lohnt sich allemal, denn so holt man sich einen zeitlosen Klassiker ins Haus, der ewig hält und genauso lange zu begeistern weiß.

Retro Wandgestaltung

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Wer seine Wohnung im Retro-Look einrichten will, braucht dafür nicht nur die entsprechenden Möbel und Accessoires, auch die Wände wollen am Nostalgie-Spiel teilhaben. Für die passende Wandgestaltung gibt es viele verschiedene Möglichkeiten. Ob man sich dabei nun für zarte Pastellfarben entscheidet, vor denen die Retro-Möbel besonders gut zur Geltung kommen, oder für Tapeten mit exzentrischen Mustern, bleibt ganz dem persönlichen Geschmack überlassen. Ebenfalls eine gute Ergänzung für den Mid-Century-Stil sind zusätzlich aufgestellte Vorwände mit typischen Motiven aus der Zeit oder eine edle Lederverkleidung. Wer seine Wände lieber neutral lassen will oder in einer Mietswohnung lebt, in der allzu abgefahrene Experimente nicht gern gesehen sind, kann auch zu Postern und Bildern greifen, um die vier Wände der Retro-Einrichtung anzupassen. Grafische und knallbunte Pop-Art-Kunstwerke setzen coole Akzente und dienen als authentische Eyecatcher im Wohnzimmer.

Boden

Setzt man bei der Einrichtung seiner Wohnung im Retro-Stil auf authentische Möbel, Accessoires und Wände, empfiehlt es sich, den Bodenbelag dazu eher neutral und ruhig zu halten, sonst wirkt das Gesamtbild schnell übertrieben und gezwungen. Allerdings kann man es natürlich auch an der Wand ruhiger angehen lassen und sich dafür in Sachen Bodenbelag austoben. Neben dem klassischen Flokati, der in Mid-Century-Wohnungen zum guten Ton gehört, gibt es noch viele weitere Teppiche im Retro-Stil, die mit knalligen Farben und exzentrischen und grafischen Mustern alle Blicke auf sich ziehen. Aber auch Bodenfliesen feiern im Zuge des Retro-Trends ein fulminantes Comeback, zum Beispiel im kontrastreichen Schwarz-Weiß-Schachbrett-Look, der an den Bodenbelag in einem American Diner aus den 50er Jahren erinnert.

Steht ihr auch so auf den Retro-Trend oder könnt ihr damit überhaupt nichts anfangen? Hinterlasst uns gerne einen Kommentar.
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